Camilla Collett – norwegische Dichterin und Feministin

Camilla Collett

Foto: Norsk Folkemuseum

Camilla Collett hat sich als Schriftstellerin und Frauenrechtlerin in die norwegische Kulturgeschichte eingeschrieben. Sie war eine der ersten, die in Norwegen den Begriff Feministin verwendete. Ihr Hauptanliegen war es, zu vermitteln, dass Männer und Frauen gleichwertige Menschen sind, die sich gegenseitig anerkennen und achten sollten.
Ihr wohl berühmtestes Werk ist der Roman Amtmandens Døttre (Die Töchter des Amtmanns), der als der erste norwegische gegenwartskritische Roman gilt und als Vorläufer des Realismus betrachtet wird.
Sie gilt als bedeutendste norwegische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts und war die Schwester des nicht minder berühmten Henrik Wergelands

Jacobine Camilla Collett, geborene Wergeland, wurde am 23.01.1813 als Tochter eines Priesters in Kristiania geboren, wuchs aber in Eidsvoll auf. Sie ging nur drei Jahre zur Schule, da in der damaligen Zeit die Bildung ein Privileg für männliche Kinder war. Aber sie folgte aufmerksam den Unterrichtungen, die ihre Brüder von einem privaten Hauslehrer erhielten. Anders als andere Frauen ihrer Zeit bekam Camilla die Möglichkeit zu reisen. Ihr Vater nahm sie mit nach Paris, Hamburg, Kopenhagen. Auf diesen Reisen lernte sie neben der revolutionären literarischen Bewegung Europas auch die gerade aufkommende feministische Emanzipation kennen. Lange bevor es eine organisierte Frauenbewegung in Norwegen gab, setzte Camilla Collett sich für die Rechte und Bildung der Frauen ein. Als der Norsk kvinnesaksforening (Norwegischer Frauenbund) 1884 gegründet wurde, wurde sie als erste mit der Ehrenmitgliedschaft geehrt.

Die meisten ihrer Schriften drehen sich um die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Sie probierte sich in einer Vielzahl von Genres – Briefe und Tagebücher, Romane, Selbstbiographie, Erzählungen und Essays. Ihre große Liebe galt den Essays. Sie ist aber heute eher für ihren 1854/55 veröffentlichten Roman Amtmandens Døttre (Die Töchter des Amtmanns) bekannt, in dem sie Liebesheirat und Zweckehe thematisierte.

Im Jahre 1841 heiratete Camilla Peter Jonas Collett, ein Dozent der Rechtswissenschaften an der Universität zu Kristiania. Die beiden hatten vier Söhne. Am 6.03.1895 starb sie in Kristiania und ist auf dem Friedhofshain Unser Heiland (Vår Frelsers Gravlund) in Oslo begraben.

 

Weitere Infos:
Camilla Collett i Norsk biografisk leksikon
www.dokpro.uio.no/collett/

 

 

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Hamar – Olympiastadt am Mjøsasee

Hamar, am Ostufer von Norwegens größtem Binnensee – dem Mjøsasee – gelegen, ist als Austragungsort einiger Wettbewerbe der olympischen Winterspiele 1994 bekannt geworden. Aus dieser Zeit hat Hamar die imposante Veranstaltungshalle „Vikingskipet“ behalten, die in der Formgebung an ein umgekehrtes Wikingerschiff erinnert. Doch Hamar hat weit mehr als Erinnerungen an olympische Winterspiele zu bieten.

Olympiahalle Vikingskipet in Hamar

Olympiahalle Vikingskipet in Hamar

Hamar wurde 1152 gegründet und war im Mittelalter die einzige im Binnenland gelegene Stadt des Landes. Heute ist Hamar die größte der im Binnenland gelegenen Städte Norwegens und hat ca. 30.000 Einwohner. Sehenswert ist die Ruine der Domkirche Hamar, die nach historischen Beschreibungen eine der schönsten Kirchen Norwegens gewesen sein soll. Sie wurde bei einem schwedischen Angriff im Dreikronenkrieg zerstört. Die als Ruine erhaltene Kirche ist Teil des Hedmarksmuseet (Museum Hedmarks). Seit 1998 befindet sie sich unter einer schützenden Glaskonstruktion der Architekten Lund & Slaatto. Die neue Domkirche Hamars wurde von dem deutschen Architekten Schirmer im neoromanischen Stil errichtet und im Jahr 1866 geweiht.

Eine weitere historische Sehenswürdigkeit ist der Raddampfer „Skibladner“, der unter anderem auch Hamar anfährt. Es ist der älteste noch in Betrieb befindliche Raddampfer der Welt. In Norwegen ist das Schiff eine sehr bekannte und beliebte Touristenattraktion. Die Skibladner fährt in den Sommermonaten von Juni bis August.

Winterstimmung am Mjösasee

Winterstimmung am Mjösasee

Für Technikfreunde empfiehlt sich ein Besuch im „Norsk Jernbanemuseum“, dem Eisenbahnmuseum der Stadt am Strandveien 163 gelegen. Das Museum ist eines der ältesten Eisenbahnmuseen der Welt und wurde 1896 errichtet, es bietet eine Ausstellung, die wie ein Stadtbahnhof mit zwei Bahnsteigen und Zügen aufgebaut ist. Das Hauptgebäude zeigt außerdem eine Modellbahnausstellung in der zahlreiche norwegische Bahnlinien dargestellt werden. Ein Kinderspielplatz und eine Bibliothek mit Literatur über das Eisenbahnwesen runden das Angebot ab. Im Museumspark sieht man neben historischen Loks und Wagen auch Norwegens ältestes Bahnhofsgebäude; Kløften stasjon.

Weitere Museen im Stadtgebiet sind das Auswanderungsmuseum (Norsk Utvandringsmuseum), das über die Geschichte der Auswanderung nach Nordamerika informiert, ein der Sängerin Kirsten Flagstad gewidmetes Museum und das Hamar Bispegard Museum, welches auf dem Ausgrabungsgelände eines ehemaligen Bischofssitzes errichtet wurde und auch architektonisch (Architekt Sverre Fehn) sehenswert ist.

Nach so vielen kulturellen Schätzen entspannt man am Besten bei einem Spaziergang am Ufer des Mjøsa und kehrt anschließend noch bei „Tante Gerda“ (Café und Galerie) ein. In der Strandgata 35 betreiben Svein Ørsnes und Kirsti Hougen dieses Café, in dem man einfach wunderbar entspannen kann. Tante Gerda hat täglich von 10 – 19 Uhr geöffnet.

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