Die Parteien in Norwegen

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Die norwegische Verfassung existiert seit dem 17. Mai 1814. Der nun ausgeübte Parlamentarismus ist jedoch noch nicht ganz so alt. Zwar ernennt der König den Ministerpräsidenten und dieser schlägt weitere Minister vor, dennoch überwachen 169 Abgeordnete die Regierung. Das Parlament wird in Norwegen auch Storting genannt.

 

Im Storting sind momentan sieben Parteien vertreten. Det norske Arbeiderparti (die norwegische Arbeiterpartei” ist eine von ihnen. Seit den 1920er Jahren zählt die Arbeiterpartei zur größten Partei Norwegens. Diese sozialdemokratisch ausgerichtete Partei steht als Sinnbild für die Aufrechterhaltung und Weiterführung des Wohlfahrtsstaates. Außerdem befürwortet die Partei eine Mitgliedschaft Norwegens in der EU. Die zweiälteste Partei in Norwegen ist die konservative Høyre, die sich für die zunehmende Privatisierung und weniger Steuern einsetzt. Die Fremskrittspartiet (Fortschrittspartei) ist eine liberalistische Partei. Auch sie ist für eine Minderung der Steuern. Hinzu kommen bei der Fremskrittspartiet die Forderung nach einem Ausbau des norwegischen Verteidigungssystems und eine Abbau der öffentlichen sozialen Leistungen. Die Übersetzung der Partei Høyre bedeutet zwar eigentlich „rechts“, doch die Fremskrittspartiet zählt in Norwegen als die am meisten rechsorientierte Partei des Landes. Die ehemalige Bauernpartei heißt im heutigen Norwegen Senterpartiet. Die ebenfalls für eine norwegische Mitgliedschaft in der EU stimmende Partei setzt sich gegen den Umzug aus den Dörfern ein und gegen eine Zentralisierung in den Städten. Die Sosialistisk Venstreparti, kurz Venstre genannt, und im deutschen auch als Linkspartei übersetzt, ist gegen eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Die Partei setzt sich für sozial Schwache ein und fördert unter anderem die Umweltpolitik. Als letzte Partei ist im Parlament die Kristelig Folkeparti (Christliche Volkspartei) vertreten. In dieser Partei werden, wie der Name es vermuten läßt, die christlichen Werte groß geschrieben.

 

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Stadtbummel in Oslo – Fram Museum

Fridtjof Nansen, geboren 1861, war einer der großen norwegischen Forscher und Entdecker. Er überquerte 1888 als erster Mensch Grönland über das Inlandseis hinweg. Zur Vorbereitung auf seine nächste Expedition ließ er die „Fram“ bauen, die heute auf der Museumsinsel Bygdøy zu besichtigen ist.

Nansen hatte die Theorie aufgegriffen, nach der es durch die Drift des Eises im Arktischen Ozean möglich sein sollte, den Nordpol zu erreichen bzw. ihm möglichst nahe zu kommen. Ein herkömmlich konstruiertes Schiff wäre bei dem Versuch mit dem Eis zu driften jedoch unweigerlich zerquetscht worden und so reifte in Nansen die Idee ein spezielles Schiff bauen zu lassen.

Mit Hilfe von Sponsoren ließ Nansen die Fram (deren Name im norwegischen „vorwärts“ bedeutet) bauen, die gegenüber anderen Schiffen einige Besonderheiten hatte. So wies der Rumpf einen unüblichen dreieckig – abgerundeten Rumpfquerschnitt auf, der dazu führen sollte dass das Schiff vom Eis nach oben gedrückt und nicht zerquetscht wurde. Die hölzernen Außenwände des Rumpfes waren ca. 50 cm dick und im inneren des Schiffes mit zahlreichen Streben zusätzlich versteift.

Im Jahr 1893 stach die Fram von Vardø aus in See. An Bord waren neben Nansen 12 weitere Männer, unter Ihnen Kapitän Otto Sverdrup und Frederic Hjalmar Johannsen, der später auch an der Südpolexpedition Amundsens teilnahm.

Die Theorie der Eisdrift entpuppte sich in der Realität jedoch nicht als brauchbar und so verließen Nansen und Johannsen im März 1895 – zwei Jahre nach Beginn der Reise – das Schiff und machten sich mit Hundeschlitten auf den Weg in Richtung Nordpol. Am 8. April 1895 erreichten die Beiden mit einer geographischen Breite 86° 13,6′ N einen neuen Rekord in der bis dahin größten erreichten Annäherung an den geographischen Nordpol. Den Nordpol erreichten sie jedoch nicht.

Da die Kälte ihnen inzwischen sehr zugesetzt hatte entschied Nansen die Expedition abzubrechen und die beiden Männer begannen den gefahrvollen Rückweg.  Erst am 13. August 1896 erreichten sie wieder Vardø, und Nansen verschickte zahlreiche Telegramme mit der Nachricht seiner sicheren Rückkehr. In Tromsø kam es am 21. August 1896 zu einem Wiedersehen zwischen Nansen, Johansen und den übrigen Expeditionsteilnehmern, die inzwischen auch mit der Fram wieder in Norwegen eingetroffen waren.

Fram Museum auf Bygdøy von der Seeseite aus

Fram Museum auf Bygdøy von der Seeseite aus

 

Die Fram wurde noch bis 1912 als Expeditionsschiff genutzt, sie war zwischen 1912 und 1920 in einem Dock, wurde jedoch nicht gewartet und begann zu zerfallen. Auf Initiative von Lars Christensen, Otto Sverdrup und Oscar Wisting wurde die Fram seit den 1920er Jahren restauriert. Ab 1935 wurde das Schiff im speziell dafür gebauten Frammuseum ausgestellt. Besucher können dort das mit originalem Interieur versehene Schiff besichtigen. Im Museum werden zudem die drei Polarfahrten der Fram dargestellt; weiterhin gibt es eine umfangreiche Ausstellung zu den Arktis- und Antarktisgebieten. Da das Museum keine Heizung oder Klimaanlage besitzt, ist besonders im Winter warme Kleidung zu empfehlen.

Das Frammuseum ist am Bygdøynesveien 36 zu finden, die Öffnungszeiten variieren je nach Saison und sind hier zu finden: http://www.frammuseum.no/Visit-the-Museum/Opening-hours.aspx

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