Die Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset

Sigrid Undset am Schreibtisch in Bjerkebæk, Foto: Avilde Torp, maihaugen.no

Sigrid Undset am Schreibtisch in Bjerkebæk, Foto: Avilde Torp, maihaugen.no

Die norwegische Schriftstellerin Sigrid Undset (1882-1949) wurde 1928 für ihr Werk mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet und befasste sich in ihren Romanen und Erzählungen immer wieder mit historischen Stoffen.Weltweite Bekanntheit erlangte sie vor allem mit ihrem dreibändigen Epos über Kristin Lavransdatter, in dem sie das mittelalterliche Norwegen wiederauferstehen ließ. Ihre kunstvolle Art, diese vergangene Zeit auf moderne Weise zu schildern, hob das Nobelpreiskommité denn auch in der Laudatio besonders hervor. Aber auch zeitgenössische Themen wie die Emanzipation der Frau oder der Katholizismus fanden Eingang in Undset vielfältiges Werk.

Seit 1919 lebte Undset mit ihren drei Kindern in Bjerkebæk bei Lillehammar. Hier entstanden ihre wichtigsten literarischen Werke: Kristin Lavransdatter (1920-1922) und Olav Audunssøn (1925-1927). Der literarische Durchbruch gelang Undset 1911 mit ihrer Erzählung Jenny.

Ihre intensive Auseinandersetzung mit Religion führte 1924 dazu, dass sie zum Katholizismus konvertierte. Die Bedeutung von Religion für den Menschen war Thema zahlreicher Essays, die zwischen 1930 und 1940 entstanden.

Undset war eine entschiedene Gegnerin des Nationalsozialismus und verließ Norwegen 1940. Während des zweiten Weltkriegs, den sie in den USA verbrachte, bezog sie in ihren literarischen Arbeiten deutlich politisch Stellung. Nach Kriegsende kehrte sie nach Bjerkebæk zurück und starb 1949 nach schwerer Krankheit.

Bjerkebæk kann wie auch Bjørnstjerne Bjørnsons Wohnhaus in Aulestad besichtigt werden:

http://www.maihaugen.no/no/Bjerkebek/

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Linie Aquavit - Linjeakevitt

Linie Aquavit – die Kult-Spirituose aus Norwegen

Linie Aquavit Wer beim nächsten Norwegenbesuch noch ein Souvenir der etwas anderen Art sucht und nicht Teddys mit Norwegen-Pullover oder Rentier-Tassen in seinen Koffer packen möchte, der sollte beim nächsten Mal einfach eine Flasche Linie Aquavit mitbringen – ein Stück norwegische Kultur mit einer tollen Geschichte obendrauf!

Der Geschmack von Linie ist einzigartig, sogar schon der Geruch. Der Linie Aquavit mit seinem Kümmelgeschmack ist wohl der berühmteste Aquavit Norwegens. Zugegeben, das liegt aber nicht unbedingt an seinem Geschmack sondern viel mehr an dem Weg, den die Spirituose zurücklegen muss, bis sie in einer Flasche im Ladenregal landet. Denn vorher überquert das Getränk zweimal den Äquator.

Um dieser Geschichte auf den Grund zu gehen, muss man etwa 200 Jahre zurückgehen. Die Trondheimerin Catharina Meincke heiratete sich in die Familie Lysholm ein. Bereits mit 28 Jahren wird sie Witwe und muss sich selbst um ihren Lebensunterhalt kümmern. Zusammen mit ihrem Bruder steigt sie ins Reedereigeschäft ein und betreibt regen Handel mit Europa und Fernost. Im Jahr 1805 bringt die Reederei das Schiff „Trondhiems Prøve“ auf den Weg ins heutige Indonesien. An Bord befindet sich Stockfisch, Schinken und Käse – und 5 Fässer Branntwein, den man auch versuchen will zu verkaufen. Ein Jahr später kehrt das Schiff zurück – beladen mit Gewürzen, den Fässern und einer Entdeckung! Denn als man den Äquator (norwegisch „linje“) auf dem Rückweg passierte, wollte man dieses Ereignis feiern, öffnete ein Fass und fand darin ein köstliches Getränk wieder, dass in den Fässern gereift und durch die Gewürze einen neuen Geschmack bekommen hatte. Aus diesem Zufall wollte Jørgen Lysholm, ein Mitglied der Reedereifamilie, mehr machen und gründete 1821 eine Brennerei, in der nach und nach der heutigen Linie Aquavit entstand, der auch jetzt noch in alten Sherry-Fässern aus Eiche zweimal über den Äquator geschifft wird.

Übrigens… solltet ihr einmal eine Flasche Aquavit zur Hand haben, könnt ihr mithilfe des Datum auf der Flasche auf der Website des Unternehmens schauen, welchen Weg euer Aquavit hinter sich gebracht hat, um den Äquator zweimal zu überqueren. Wenn das kein tolles Souvenir ist!

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