Ein Jahr an der frischen Luft: Norwegen feiert “friluftsliv” 2015

Wenn Bürgermeister draußen schlafen... Foto: Visit Norway

Wenn Bürgermeister draußen schlafen… Foto: Visit Norway

Norwegen ist prädestiniert für Outdoor-Abenteuer und Aktivitäten an der frischen Luft, und die Norweger selbst lieben es draußen zu sein. Aber in diesem Jahr erhält das so genannte “friluftsliv” (frei übersetzt: Freiluft-Leben) besondere Aufmerksamkeit. Mit mehreren hundert Outdoor-Veranstaltungen im ganzen Land feiert Norwegen 2015 das “friluftlivets år”. Das Jahr der Erholung im Freien wurde bereits im Januar standesgemäß von Kronprinz Håkon inmitten von 2000 Kindern und Jugendlichen eingeläutet. Auch 200 Bürgermeister des Landes macheten mit: Die erste landesweite Aktion war eine Nacht in der Natur, mitten im Winter!

Alle Norweger waren zum Start des Freiluft-Jahres aufgefordert, die Nacht vom 13. auf den 14. Januar im Freien zu verbringen. Ihrer Vorbildfunktion folgend, tauschten unter anderem etwa 200 Bürgermeister aus dem ganzen Königreich das heimische Schlafzimmer gegen die Frische der Natur. Wie tausende andere Norwegerinnen und Norweger auch verbrachten sie die Nacht irgendwo zwischen Kap Lindesnes am Skagerrak und Longyearbyen auf Spitzbergen, – dick eingepackt im Schlafsack und am Lagerfeuer, unter freiem Himmel. Wer diesem Beispiel einmal folgen möchte, findet hilfreiche Tipps für das Übernachten im Freien beim Norwegischen Wanderverein „Den Norske Turistforening“.

Das norwegische Klima- und Umweltministerium hat das “Friluftslivets år” nach 1993 und 2005 bereits zum dritten Mal ausgerufen. Die Durchführung liegt beim Dachverband “Norsk Friluftsliv”, der das ganze Jahr mehrere hundert Outdoor-Veranstaltungen geplant hat, – so zum Beispiel Wander- und Angelausflüge, Kanu- und Schneeschuhtouren oder Schlittenfahrten. Angesprochen werden sollen vor allem Kinder, Jugendliche und Familien sowie Menschen, die sich sonst eher weniger bewegen. Ziel ist es, die Bevölkerung “nach draußen” zu bringen, für ein Bewusstsein um die positiven Effekte, die ein Aufenthalt in der Natur bewirkt.

Weitere Infos zum “Bürgermeister-Zelten” auf englisch auch in dieser Pressemitteilung.

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Hamar Sagatun

Ehemalige Schule und Denkmal

Ehemalige Schule und Denkmal

Eigentlich wäre Hamar Sagatun nur irgendein gewöhnlicher Stadtteil von vielen.  Er enthält einen Friedhof, eine moderne und frisch renovierte Schwimmhalle, sowie einen Park mit Sportplätzen, einen Kindergarten und vor allem Wohnhäuser. Doch am Ende des Sagatunvegen, einer schmalen Allee des Viertels, stehen vier  denkmalgeschützte Häuser.

Sie alle wurden im 19. Jahrhundert gebaut. Unter den vier Häusern ist das Haus mit der Nummer 47C eines der Geschichtsträchtigsten des Landes. Denn unter allen Volkshochschulen Norwegens, wurde hier die erste errichtet. Gegründet haben sie Herman Anker und Olaus Arvesen 1864. Die beste Zeit hatte die Schule in ihren ersten 10 Jahren. 1873 übernahm Arvesen die Schule und leitete sie allein. Dabei zog er mit der Einrichtung in das benachbarte Gebäude. 1891 wurde sie geschlossen.

Die vier Gebäude wurden von dem Architekten Emil Victor Langlets gezeichnet. Dabei handelt es sich um den selben Architekten, der auch das Stortinget, das Parlament in Oslo, entworfen hat.

Sagatun Brukestyrt Sentrum

Sagatun Brukestyrt Sentrum

Treppenhaus von Haus 47A

Treppenhaus von Haus 47A

Das Haus mit der Nummer 47A, welches 1867 fertig gestellt wurde, war lange Zeit ein Wohnhaus mit mehreren Wohnungen. Dieses wie auch alle anderen Häuser sind komplett aus Holz gebaut. Es ist sehr verschachtelt und hat eine unauffällige Hintertreppe als Fluchtweg. Mit all den Jahren ist es sehr heruntergekommen und war somit äußerst Renovierungsbedürftig. Heute ist es ein Zentrum für psychisch erkrankte Menschen und das Zentrum trägt den Namen “Sagatun Brukerstyrt Sentrum”. Das Haus wurde von ihnen komplett selbst renoviert und heute auch geleitet und gestaltet. Die Kosten für die Renovierung wurde größtenteils von ihnen selbst gesammelt und zusätzlich auch vom Staat gefördert. Honoriert wurde die Arbeit mit Besuchen diverser Politiker. So waren u.a. die neue Ministerpräsidentin Norwegens Erna Solberg als auch der norwegische Gesundheitsminister Jonas Bahr Støre dort zu Besuch. Die Eröffnung wurde zusammen mit der norwegischen Kronprinzessin  Mette-Marit gefeiert. Seit der Gründung 2009 genießt die Einrichtung immer mehr an Aufmerksamkeit und Popularität, da das Konzept ausschließlich mit Erfolgen geprägt ist und eine kostenlose Anlaufstelle für Hilfebedürftige darstellt.

Das benachbarte Gebäude ist vor einigen Jahren größtenteils abgebrannt. Aufgrund dessen, dass es unter Denkmalschutz stand, durfte es nur unter der Bedingung abgerissen werden, dass es genau so wieder gebaut wird, wie es die Pläne des ursprünglichen Architekten vorgeben.

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