Jennestad – Vom Handel zur Kultur

Jennestad

Foto: K.M. Fantasy World

Jennestad ist ca. 10 km nördlich vom Hauptort der Vesterålen – Sortland – am RV 820 zu finden. Früher war der Ort ein aktiver Handelsplatz mit Laden, Spedition, Post und landwirtschaftlichem Betrieb. Heute locken ein Museum und eine Galerie diverse Touristen an. Im Sommer finden Konzerte statt. Zudem gibt es das Jennestad- Archiv, in dem sich über 100.000 Briefe befinden, die aus der Zeit stammen, als hier noch diverse Gewerbe betrieben wurden…

Jennestad erlebte seine große Zeit in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Eine umfassende Handelsaktivität, der Anbau von Rüben, Kartoffeln und Getreide, der die Umgebung versorgte, und eine Graphitgrube verliehen dem Ort einen über die Landesgrenzen reichenden Ruf. Verantwortlich für diese Blütezeit war ein Mann – Ødbert Johanssen, der den Hof 1896 erwarb und ausbaute.

Schon seit 1830 wurde Handel betrieben. 1870 bekam Jennestad den Status eines Handelsorts. Alles wurde hier beschafft, gekauft und verkauft – von lebenden Tieren, Käse, Butter, Milch, Fisch und Eier über Tabak, Kaffee und Tee bis hin zu Spitzhacken, Ausrüstungsgegenstände für die Fischer und Eau de Cologne.
Die Graphitvorkommen waren bereits im 19. Jahrhundert bekannt und wurden seitdem genutzt. Die Erzbrocken waren ohne große Anstrengungen abbaubar, da sie entweder lose am Strand zu finden oder an der Erdoberfläche sichtbar waren. 1898 wurde eine Grube eröffnet, um auch das in der Erde verborgene Erz zu gewinnen.
Der Garten von Jennestad zählte seit Generationen zu einem der größten auf den Vesterålen. In guten Jahren wurden bis zu 25 Tonnen Kartoffeln geerntet. Der Hof war der erste auf den Inseln, der ein Silo besaß. Es wurde Heu als Tierfutter produziert und weiterverkauft. Kühe, Pferde, Schafe, Schweine, Ziegen, Hühner und Enten wurden gehalten.

Gegen Ende der 1920er Jahre war Schluss mit dem Wachstum für Jennestad. 1922 wurde das nahe gelegene Sortland zum Anlegeplatz für die Schiffe der Hurtigruten ausgewählt und damit zum neuen Knotenpunkt für das Leben, den Handel und Verkehr in der Gemeinde. Immer seltener wurden die Besuche der Handelsschiffe in Jennestad. Hinzu kam noch, dass die größeren, modernen Fischerboote bessere Häfen brauchten, als der Ort bieten konnte. Das Betreiben der Graphitgrube wurde zunehmend unökonomischer, die landwirtschaftlichen Aktivitäten stagnierten. Und so wurde aus dem Hof ein ganz normaler Landhandel.

Aber Jennestad folgte nicht dem Strom, der Laden wurde nicht modernisiert und die alte Ausstattung beibehalten. 1982 wurde auch der Handel auf dem Hof eingestellt. Der Laden mit den alten Einrichtungsgegenständen ist heute ein Museum und von kulturhistorischer Bedeutung.
Jennestad ist wieder ein Treffpunkt geworden, bietet Raum für Ausstellungen alter Gegenstände und Erinnerungen, ist ein Kulturzentrum und Touristenmagnet. Lokale Handwerkserzeugnisse und Kunst ziehen ein breites Publikum an.

 

Weitere Infos:

www.museumnord.no

 

 

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Bærums verk

Bærums verk war ein Dorf, dass am westlichen Stadtrand von Oslo eine Eisenschmiede beherbergte. Das Dorf, besteht aus vielen kleineren und größeren Holzhäusern und wurde restauriert. Heute ist es eine kleines traditionelles Einkaufsdorf.
Das Dorf wurde 1641 an seinem aktuellen Standort gebaut und es war im 17. Jahrhundert der größte Eisenbetrieb in Norwegen.
1964 wurde die Schmiede geschlossen, jedoch hat eine Zimmermannswerkstatt weiterhin Türen hergestellt. In den 1980-er Jahren hat das Denkmalgeschützte Dorf einen Award für seine Architektur und die Restaurationsarbeiten bekommen. Dies war der Grundstein für ein kulturelles und von Handwerkskunst geprägtes Shoppingdorf.
Der König von Dänemark war von 1610 bis 1624 der Eigentümer des Dorfes. Anschließend hat das norwegische Eisenunternehmen das Dorf bis 1640 übernommen und hat es aufgrund einer Flut 1638 geschlossen. 1641 wurde der Niederländer Gabriel Marcelis der neue „Hausherr“ des Dorfes und zog damit zu dem heutigen Standort. Am neuen Standort wurden vor allem Nägel, Kanonen und Kanonenkugeln hergestellt.
Von 1664 an hat die Familie Krefting die Fabrik betrieben und haben sie zu der größten Norwegens ausgebaut. Für vier Jahre wurde sie dann von einer Holding Company betrieben bis Conrad Clausen 1773 mit 18 Jahren die Schlüssel für die Fabrik übergeben bekommen hat. Clausen starb jedoch schon im Alter von 31 Jahren nachdem er eine Handelsschule an dem Ort etabliert hat. Seine Frau hat daraufhin den Betrieb übernommen bevor dieser 1791 an Peder Anker verkauft hat. Anker wiedereröffnete eine der alten Minen und erneuerte die Straßen. 1840 übergab Peder Anker die Anlage an seinen Schwiegersohn Herman Wedel Jarlsberg bis er 1840 die Geschäfte an seinem Sohn Baron Harald Wedel Jarlsberg die Geschäfte vererbte. Harald war ein ausgebildeter Marine Offizier und war die letzte Person, die die Fabrik nach den alten Methoden betrieb. Für einige Zeit war er sogar Bürgermeister von Bærum.
1898 kooperierte Baron Jarlsberg mit Carl Otto Løvenskiold, der zu der Zeit ebenfalls Premierminister von Norwegen gewesen ist. Die Fabrik wurde später zu einer Limited Company und dies auch heute noch, trotz dessen, dass die Schmiede 1964 geschlossen wurde.
Unabhängig von all den Namenswechsel ist Bærums verk ein toller Ort für eine Besichtigung.

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