Kristian Birkeland – der große norwegische Physiker

Kristian Birkeland - 200 Kronen

Kristian Birkeland auf dem 200 Kronen- Schein

Kristian Birkeland war siebenmal (!) für den Physik- Nobelpreis nominiert. Er hat die begehrte Auszeichnung nie erhalten, obwohl er sie verdient hätte.
Später gab man ihn Beinamen wie the first space scientist oder the father of plasma experiments in the laboratory and space, die seine großen Beiträge zur Wissenschaft würdigen…

Kristian Bernhard Birkeland wurde am 13. Dezember 1867 in Kristiania (heute Oslo) geboren. Nachdem er 1885 die Schule beendet hatte, begann er an der Universität seiner Heimatstadt Chemie und Mathematik zu studieren. Nach zwei Jahren wechselte er das Studienfach und studierte nun Physik. 1890 schloss er das Studium mit dem Grad des Candidatus Realium ab. Er war Lehrer an der Aars og Voss– Schule und ab 1893 Stipendiat der Universität Kristiania. Zwischen 1893 und 1895 hielt er sich zu Studienzwecken in Frankreich, der Schweiz und Deutschland auf. Auf dieser Reise traf er auf Wissenschaftler wie Poincaré, Sarasin, de la Rive und Hertz. 1896 wurde Birkeland das bis dahin jüngste Mitglied der Norwegischen Akademie der Wissenschaften, 1898 wurde er Professor der Physik an der Universität von Kristiania.

Gleich mit seiner ersten wissenschaftlichen Abhandlung (1895), eine Studie der elektromagnetischen Wellen, die zu einer allgemeinen Lösung der Maxwell-Gleichungen führte, zog Birkeland die Aufmerksamkeit der Wissenschaftler auf sich. Nach der Entdeckung der Kathodenstrahlen interessierte er sich sehr für die experimentelle Seite dieses neuen Forschungsgebiets. Die Studien zum Verhalten der Kathodenstrahlen in einem Magnetfeld bildeten die Grundlage für die Polarlichttheorie, die er im Jahre 1896 ins Leben rief. Kristian Birkeland argumentierte vollkommen richtig, dass das Polarlicht durch Kathodenstrahlen, die von der Sonne ins Weltall entsandt werden, entsteht. Um dies zu beweisen, begann er die Sonnenflecken zu untersuchen.

Nordlys

Kristian Birkeland war ein Pionier auf dem Gebiet der Polarlichtforschung.
Foto: M. Jürgensen

Birkeland führte eine Reihe von Laborexperimenten durch und organisierte Expeditionen in die Polargebiete, um das Auftreten der Polarlichter und die Zusammenhänge zwischen diesem und dem Erdmagnetfeld zu untersuchen. Während seiner drei Polarexpeditionen (1897, 1899/1900, 1902/1903) errichtete er vier ständige Observatorien, wovon die Station Stuoraháldi am Kåfjord (Finnmark) die bekannteste ist.
Mit seinen Laborexperimenten war er seiner Zeit weit voraus. Er entwickelte terrella, eine Nachbildung der Erdkugel mit Magnetfeld, die er mit Kathodenstrahlen beschoss. Damit war er der Erste, der das Polarlicht experimentell im Labor erzeugen konnte. Terrella konnte aber auch selbst Teilchen ausstrahlen. Birkeland konnte so andere kosmische Phänomene wie die Ringe des Saturns, das Zodiakallicht und Spiralnebel nachstellen.

Basierend auf sein Wissen über die elektrisch geladenen Strahlen der Sonne entwickelte er eine Theorie über Ströme elektrisch geladener Teilchen in der oberen Erdatmosphäre. In den späten 1960er Jahren konnten diese Ströme durch Satellitenmessungen nachgewiesen werden. Sie werden nach ihrem theoretischen Entdecker Birkeland- Ströme genannt.
Kristian Birkeland war reich an Ideen. Eher zufällig erfand er seine elektromagnetische Kanone, die bei der erstmaligen Vorführung vor Publikum versagte. Bei diesem Missgeschick erzeugte Birkelands Erfindung einen sensationellen induktiven Lichtbogen. Diese Entdeckung nutzen Birkeland und der Ingenieur Sam Eyde aus, um Stickstoff aus der Luft zu oxydieren und so Salpetersäure und Kalziumnitrat zu gewinnen (Birkeland-Eyde- Verfahren). Damit hatten die beiden den Kunstdünger erfunden und gründeten 1905 die noch heute renommierte norwegische Firma Norsk Hydro, um diesen in großen Mengen zu produzieren.

Kristian Birkeland wandte sich wieder seiner Forschung auf dem kosmischen Gebiet zu. Um das Zodiakallicht besser untersuchen zu können und wegen gesundheitlicher Bedenken, verbrachte er die nächsten Jahre in Ägypten. Hier errichtete er eine Sternwarte und ein Labor in Kairo, in denen er bis 1917 arbeitete. Auf seiner Rückreise nach Hause, die ihn vorher noch nach Japan führte, verstarb er in Tokio.

1966 wurde eine Gedenkbriefmarke mit dem Portrait von Kristian Birkeland in Norwegen herausgegeben, seit 1994 findet man ihn auf dem 200 Kronen- Schein zusammen mit seiner terrella. Weiterhin wurden ein Asteroid und ein Krater auf der Mondrückseite nach ihm benannt.

 

Weitere Infos:
Kristian Birkeland i Norsk biografisk leksikon
www.forskning.no
www.plasma-universe.com/Kristian_Birkeland

 

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...
  1. Pingback: Norsk Hydro - eine norwegische Legende - Norwegenstube

Hinterlasse eine Antwort

Drøbak

Drøbak

Drøbak

Eine halbe Stunde südlich von Norwegens Hauptstadt Oslo, liegt auf der östlichen Seite des Oslofjordes, das wunderschöne Örtchen Drøbak. Das Stadtbild ist geprägt von zahlreichen alten Holzhäusern, die früher zum größten Teil Kapitänen gehörten. Noch heute ist dies zu erkennen – in der Nähe des kleinen Hafens, erinnern an einigen Häusern Galionsfiguren an die Zeit von damals.
Seinen Aufschwung erlebte die Stadt im 18. und 19. Jahrhundert, als die Segelschifffahrt an Bedeutung gewann. Es wurden Eis und Holz von dem Ort aus exportiert. Zurück kamen die Schiffe mit Lebensmitteln, Handwerk- und Industrieprodukten. Ihren Stadtstatus bekam Drøbak 1842 anerkannt und zu dieser Zeit zählte sie nur etwa 1.000 Einwohner. Im Jahr 1962 wurde die Gemeinde mit der landwirtschaftlichen Nachbargemeinde von Frogn zusammengeschlossen. Drøbak ist heute der Hauptort der Frogn-Gemeinde mit ungefähr 15.000 Einwohnern.
Der Name Drøbak kommt eigentlich von der geografischen Lage des Ortes: die Landschaft steigt steil vom Fjord ins Lande herein, es wird also vermutet, dass der Name Drøbak eine Verkürzung von „drøye bakker“ -steile Anhöhe- ist.
Eine von Drøbaks wichtigsten Rolle war jene, als damals der Oslofjord im Winter zwischen Drøbak und Oslo zugefroren war und keine Transporte mehr die Hauptstadt Norwegens erreicht haben. Kurzerhand wurde Drøbak als Hauptstadthafen umfunktioniert und alle wichtigen Güter per Kutsche nach Oslo transportiert.
Die Bewohner und Besucher von Drøbak haben eine fantastische Aussicht auf den Oslofjord, den man auch mit Vergnügungsdampfern oder Fähren befahren kann. Eine dieser Fähren verbindet Drøbak mit der Festungsinsel Oscarsborg, die ab dem 17. Jahrhundert errichtet wurde. Auch Drøbak selbst hat einige Sehenswürdigkeiten. Beispielsweise das Follo Museum, ein Freilichtmuseum, dass alte historische Häuser, Gebäude und eine Schule für Besucher zugänglich macht. Des weiteren gibt es das Kroketønna Museum. Dabei handelt es sich um ein Bootsverein, der Schiffsmotoren und andere außergewöhnliche maritime Ausstellungsstücke ausstellt. Aufgrund ihrer Innenausstattung im Rokokostil ist die Drøbakkirke ebenfalls einen Besuch wert. Dies sind aber nur einige Anlaufstellen die Drøbak interessant machen. Neben Kultur und Geschichte der Stadt, kommt das shoppen nicht zu kurz. In dem Einkaufszentrum Drøbak City laden zahlreiche Fachgeschäfte zu einem Einkaufsbummel ein und der Hunger wird in einer der grandios gelegenen Restaurants am Fjord gestillt.

© 2002 - 2018 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved