Die norwegische Flagge

Flagge Norwegens

Hurra for 17. mai!

Die norwegische Flagge zeigt ein dunkelblaues nordisches Kreuz mit weißen Rändern auf rotem Hintergrund. Sie ist eine Mischung aus der dänischen und der schwedischen Flagge, was historisch bedingt ist.
Die Handels-und Nationalflagge hat das Verhältnis 16:22 (Höhe zu Breite), die Staats- und Marineflagge hingegen 16:27. Die Staats- und Marineflagge ist zudem am rechten Rand gespalten und hat eine Zunge.

 

 
 

 

Wann wird geflaggt?

Die allgemeine Regel lautet, die Flagge wird bei Sonnenaufgang gehisst und bei Sonnenuntergang wieder eingeholt.
Da aber in Norwegen im Laufe des Jahres die Anzahl der Stunden zwischen Sonnenauf- und untergang stark variiert, wurde diese Regel in zwei Teile zerlegt.

Sommerhalbjahr

Im Zeitraum vom 01. März bis 31. Oktober wird die Flagge nicht vor 8 Uhr morgens gehisst und spätestens um 21 Uhr wieder eingeholt.
Auch wenn es morgens um 8 Uhr noch dunkel sein sollte, kann die Flagge schon aufgezogen werden. Hingegen muss die Flagge vor 21 Uhr eingeholt werden, wenn die Sonne vorher untergeht.

Winterhalbjahr

Im Zeitraum vom 01. November bis 28. bzw. 29. Februar wird die Flagge nicht vor 9 Uhr morgens gehisst und spätestens um 21 Uhr wieder eingeholt. Wenn die Sonne vor 21 Uhr untergeht, muss die Flagge entsprechend früher eingeholt werden.
Für Nord- Norwegen (Nordland, Troms, Finnmark, Svalbard, Jan Mayen) gelten im Winter andere Zeiten als für den Rest des Landes: Die Flagge wird nicht vor 10 Uhr morgens gehisst und spätestens um 15 Uhr wieder eingeholt.

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen Flaggen und Wimpeln. Ein Wimpel kann rund um die Uhr gehisst sein und muss zur Nacht nicht eingeholt werden.

Flaggtage

In Norwegen kann man grundsätzlich jeden Tag die Flagge hissen, wenn man will.
Traditionell wird davon zu Geburtstagen, zur Konfirmation, zur Hochzeit, zur Taufe und wegen eines Todesfalls Gebrauch gemacht. Hinzu kommen die offiziellen Flaggtage. Privatpersonen sind aber nicht verpflichtet, an diesen zu flaggen.
Alle staatlichen Gebäude müssen hingegen an den offiziellen Flaggtagen mit der norwegischen Staatsflagge geschmückt werden.
Der König kann bestimmen, dass während eines ausländischen Staatsbesuchs geflaggt werden muss.

Offizielle Flaggtage
01. Januar Neujahr
21. Januar Geburtstag der Prinzessin Ingrid Alexandra
06. Februar Nationalfeiertag der Samen
21. Februar Geburtstag des Königs Harald
beweglich Ostersonntag
01. Mai Tag der Arbeit
08. Mai Befreiungstag 1945
17. Mai Nationalfeiertag Norwegens
beweglich Pfingstsonntag
07. Juni Norwegens Unabhängigkeitstag 1905
04. Juli Geburtstag der Königin Sonja
20. Juli Geburtstag des Kronprinzen Haakon Magnus
29. Juli Sankt- Olavs- Tag (Olsok)
19. August Geburtstag der Kronprinzessin Mette-Marit
beweglich Wahl des Storting
25. Dezember 1. Weihnachtstag

Wichtige Flaggregeln

  • Man soll eine Flagge mit Respekt behandeln.
  • Eine Flagge soll nie den Boden berühren.
  • Privatpersonen sollen die Handelsflagge, der Staat die Staatsflagge benutzen.
  • Die Länge der Flagge soll 1/3 der Länge des Mastes betragen, wenn dieser auf dem Boden steht.
  • Horizontal oder am Gebäude gehisste Flaggen sollten halb so lang sein wie die Länge der Fahnenstange.
  • Man darf nie zwei Flaggen am gleichen Mast hissen.
  • Wenn eine Flagge zur Dekoration verwendet wird, soll sie frei hängen, nicht genagelt oder zertreten werden.
  • Eine beschädigte oder abgenutzte Flagge sollte entweder verbrannt oder so zerschlitzt werden, dass die Farben getrennt werden.
  • Die Flagge hat folgende Proportionen:
    Länge: 6-1-2-1-12 in der Reihenfolge rot, weiß, blau, weiß und rot
    Höhe: 6-1-2-1-6 in der Reihenfolge rot, weiß, blau, weiß und rot
  • Die Farben der Flagge sollen norwegisches Rot (Pantone 200) und norwegisches Blau (Pantone 281) sein.

Handels-und Nationalflagge Norwegens

Handels-und Nationalflagge Norwegens

Staats- und Marineflagge Norwegens

Staats- und Marineflagge Norwegens

 

 

 

 

 

Geschichte

In der Antike und im Mittelalter war es nicht üblich, dass ein Land seine eigene Nationalflagge hatte. Hingegen hatte jeder Adlige seine eigene Flagge. Die Fahne des Königs war die, unter der das Heer kämpfte.
Es ist von daher schwierig zu sagen, welches die früheste norwegische Flagge war.
Es wurden Fahnen in diversen Farben mit unterschiedlichsten Wappentieren (Schlange, Rabe, Drache, Löwe, Adler,…) benutzt.
Im Jahre 1641 setzte sich der Löwe durch und ist noch heute auf der norwegisch- königlichen Flagge zu finden.

Ab dem 15. Jahrhundert wurde es immer üblicher, die Schiffe mit einer Landesflagge auszustatten, um zu signalisieren, woher man kommt. Aufgrund der Union mit Dänemark benutzten auch norwegische Schiffe ab dem 16. Jahrhundert die dänische Flagge (Danebrog).
Der selbständige norwegische Staat fügte 1814 der dänischen Flagge das norwegische Reichswappen hinzu. Ein Löwe schmückte nun bis 1821 das linke obere Feld der dänischen Flagge.

Im Herbst 1814 wurde Norwegen in eine Personalunion mit Schweden gezwungen. Es wurde bestimmt, dass Norwegen eine eigene Handelsflagge haben dürfe. Die Kriegsflagge musste aber eine Unionsflagge sein. Ab 1815 war das die schwedische Flagge mit dem Danebrog und dem Löwen im oberen Feld. Diese Flagge wurde aber von den Piraten im Mittelmeer nicht anerkannt und so beflaggte Schiffe gekapert. Also konnte diese Flagge nur nördlich von Kap Finisterre geführt werden. Für die Fahrten ins Mittelmeer wurde 1818 eine Unionsflagge mit einem weißen Kreuz auf rotem Grund ohne Löwen im oberen Feld eingeführt.
Zwischen 1818 und 1821 wurden so drei verschiedene Handelsflaggen gleichzeitig benutzt. Diese Zeit wird als „flaggforvirrings år“ (das Jahr der Flaggenverwirrung) bezeichnet.

Im Jahr 1821 stellte der Parlamentsabgeordnete Frederik Meltzer seinen Entwurf der norwegischen Flagge vor – die sogenannte „reine Trikolor“. Diese Flagge ist heute noch im Gebrauch. Wegen der gerade beendeten Union mit Dänemark und der eingegangenen Vereinigung mit Schweden übernahm Meltzer Elemente von der dänischen und der schwedischen Flagge – das Rot und Weiß des Danebrogs kombiniert mit dem Blau aus der schwedischen Flagge. Traditionell wurde das nordische Kreuz verwendet.
Das Storting nahm Meltzers Vorschlag an, der König Karl Johan hingegen sanktionierte die Flagge mit dem königlichen  Erlass vom 13. Juli 1821. Ein neues königliches Dekret vom 17. Juli des gleichen Jahres bestimmte, dass die Flagge in nördlichen Gewässern benutzt werden darf.

1844  führte der schwedische König Oskar I. als Symbol der Gleichstellung Schwedens und Norwegens eine Kombination der beiden Nationalflaggen ein – den sogenannten „Sildesalaten“ (Heringssalat). Norwegische Schiffe benutzten diese nur, wenn sie Schutz brauchten, ansonsten hissten sie die „reine Trikolor“.
Aufgrund des wachsenden Widerstands gegen die Union mit Schweden wurde das Benutzen der „reinen Trikolor“ ein Hauptkriterium im Kampf der Linken. Das wurde vom Storting in den Jahren 1892, 1895 und 1898 auch angenommen und am 10. Dezember 1898 rechtlich verankert. Meltzers Flagge wurde somit zum 15. Dezember 1898 zur Handels- und Nationalflagge Norwegens. Gleichzeitig wurde die Staatsflagge in den gleichen Farben aber mit Spaltung und Zunge am rechten Rand  eingeführt.
Das Unionszeichen musste noch bis zur Auflösung der Union mit Schweden im Jahre 1905 beibehalten werden. Am 9. Juni 1905 wurde die norwegische Flagge erstmals ohne Unionszeichen gehisst.

 

 

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Lillehammer – Freilichtmuseum „Maihaugen“

In Norwegen gibt es einige Freilichtmuseen, der „Maihaugen“ in Lillehammer ist nach dem Freilichtmuseum auf der Museumsinsel in Oslo das zweitgrößte des Landes und bietet mit seinen drei „Bereichen“ (Dorf, Stadt und Siedlungshäuser bis zur Modernen) allerhand Sehenswertes und ist ein schönes Ziel für einen Tagesausflug, besonders Kinder werden das Erlebnis in diesem lebendigem Museum mit allen Sinnen genießen.

Das Museum wurde bereits 1887 von dem Lillehammer Zahnarzt Anders Sandvig gegründet, seine alte Praxis ist übrigens ebenfalls im Museum zu bewundern. Neben dieser Praxis gibt es weitere ca. 30 Werkstätten und Handwerksbetriebe zu sehen. Erst 1904 zog das Museum an seinen jetzigen Standort auf dem Maihaugen um, es zeigt mit seiner Vielfalt ca. 300 Jahre Geschichte des Gudbrandstales.

Im städtischen Teil findet man natürlich überwiegend Häuser aus Lillehammer. Eine Apotheke wurde aufgebaut, Friseur, Bäckerei und andere Geschäfte ergänzen das Ensemble, ein Postamt ist ebenso wie städtische Wohnbauten zu besichtigen, eine Eisenbahnstation mit Lokomotive und ein paar Waggons gehört dazu und so hat man ein fast komplettes Stadtbild aufgebaut. Bemerkenswert ist, dass die Häuser  – nicht nur in der Stadt – auch innen komplett ausgestattet sind und man hat das Gefühl, dass die Bewohner nur mal eben aus dem Haus sind und jeden Moment zurückkommen können.

Die Apotheke im "städtischen Teil" des Freilichtmuseums Maihaugen

Die Apotheke im “städtischen Teil” des Freilichtmuseums Maihaugen

 

Im „Dorf“ liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Gebäuden aus dem Gudbrandstal, hier finden sich sowohl große Bauernhäuser und komplette Hofanlagen mit Ställen, Scheune und sämtlichen Nebengebäuden als auch eine Stabkirche und um den See herum kleine Fischerhütten. Die Gebäude sind zum Teil versteckt im Wald und man sollte schon genügend Zeit mitbringen, um auch die Holzfällerhütten zu entdecken.

In den Monaten Juni bis August wird das Freilichtmuseum „bespielt“, man kann Bewohner in den Häusern treffen, ein Gehöft wird auf traditionelle Weise bewirtschaftet und auch die zugehörigen Tiere sind im Museum vorhanden. Doch auch im Winter – da kann der Freilichtbereich sogar kostenlos besichtigt werden – hat das Museum seinen Reiz.

Winterstimmung - Hof in Maihaugen im Winter

Winterstimmung – Hof in Maihaugen im Winter

 

Ergänzt wird das historische Ambiente durch eine Siedlung mit Einfamilienhäusern aus dem zwanzigsten Jahrhundert, ebenfalls komplett eingerichtet und auch der Volvo im Carport fehlt nicht.

Im Hauptgebäude gibt es neben wechselnden Ausstellungen eine Handwerksausstellung, alte Werkstätten sowie eine historische Ausstellung und zur Abrundung einen Museumsshop und eine Cafeteria.

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