Petter Dass – norwegischer Lyriker und Psalmendichter

Petter Dass-Denkmal

Petter Dass-Denkmal in Sandnessjøen
Foto: M. Jürgensen

Petter Dass ist wohl der bekannteste und bedeutendste norwegische Dichter seiner Generation. Seine Lyrik ist geprägt von der Natur und den rauen Lebensbedingungen Nordnorwegens und wurde zum Symbol der Identität und Ausdauer dieser Region.
Aber sein Vermächtnis ist umfassender. Die Kirche ehrt ihn als einen der größten Psalmendichter. Seine Texte wurden über Jahrhunderte zur Unterhaltung und für die Verbreitung des christlichen Katechismus gesungen.
Dass gilt als eine Art Vaterfigur in der norwegischen Literaturgeschichte. Reime und Rhythmus seiner Werke wurden zum Muster für andere Lyriker. Seine Bücher erscheinen immer wieder in neuen Auflagen. Er inspiriert auch heute noch Komponisten, Schriftsteller, bildende Künstler…

Petter Dass wurde wahrscheinlich 1647 in Alstahaug (Hålogaland) als Sohn eines schottischen Kaufmanns geboren. Er studierte in Kopenhagen Theologie und bestand die Prüfungen für das Priesterexamen. Nach Abschluss des Studiums kehrte er nach Norwegen zurück, arbeitete zunächst als Hauslehrer, bekam im Jahre 1673 eine Anstellung als Kaplan in Nesna (Hålogaland) und fungierte schließlich ab 1689 als Priester in Alstahaug, wo er am 17. August 1707 verstarb.

Sowohl als Priester als auch als Lyriker war Petter Dass eine schillernde Persönlichkeit. Um seine Person rankten sich zahlreiche Mythen und Legenden. Er könne mehr als das Vaterunser und den Teufel bezwingen, hieß es. In der bekanntesten Geschichte über ihn soll er den Teufel als Fuhrmann benutzt haben, damit er rechtzeitig am 1. Weihnachtstag nach Kopenhagen kommt, um für den König zu predigen.

Seine schriftstellerischen Werke können in zwei Hauptkategorien eingeteilt werden:

  • Weltliche Poesie, dazu gehören unter anderem:
  • Nordlands Trompet
    Den Norske Dale-Viise
    Leilighetsdikt

  • Religiöse Lieder und Hymnen, die wichtigsten sind:
  • Aandelige Tids-Fordriv eller Bibelske Viisebog
    D. Mort. Luthers lille Catechismus
    Episteler og Evangelier: Sangviis Forfattet udi beqvemme Melodier Componeret
    Trende Bibelske Bøger

    Dass’ Werke sind in poetischer Form geschrieben und basieren sowohl auf den klassischen rhetorischen Normen, die durch Schule und Universität gelehrt wurden, als auch auf der lutherischen Orthodoxie des 17. Jahrhunderts. Gleichzeitig kann man das Interesse an der Entwicklung einer nationalen Kultur und Landessprache sehen.

     

    Weitere Infos unter:
    Petter Dass- Museum
    Petter Dass i Norsk biografisk leksikon

     

     

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    Nordische Filmtage Lübeck

    Nordische Filmtage Lübeck

    Nordische Filmtage Lübeck

    Die Nordischen Filmtage Lübeck fanden in diesem Jahr zum 55. Mal statt. 1956 ergriff der Lübecker Filmclub die Initiative und veranstaltete die Filmtage zum ersten Mal. 1971 übernahm die Stadt Lübeck die Trägerschaft des Festivals und richtet es seither in Zusammenarbeit mit den Filminstituten und Filmstiftungen Skandinaviens und den Filminstitutionen der baltischen Länder aus.

    Die Filmtage Lübeck haben in Deutschland und Europa ein Alleinstellungsmerkmal. Präsentiert werden ausschließlich Filme aus dem Norden und Nordosten Europas und dadurch ist es auf diesem Kontinent gleichzeitig das größter seiner Art.

    Jedes Jahr werden Ende Oktober/Anfang November fünf Tage lang die neuesten Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus Dänemark, Estland, Finnland, Island, Lettland, Litauen, Schweden und natürlich Norwegen vorgestellt.

    Ein großer Meilenstein für den norwegischen Film wurde im vergangenen Jahr mit dem Spielfilm Kon-Tiki erreicht. Der Abenteurer Thor Heyerdal ist mit dem gleichnamigen Floß 1947 über den Pazifik gesegelt. Er wollte mit seiner Crew beweisen, dass es möglich gewesen ist, Polynesien von Südamerika aus zu besiedeln. Diese Reise hat er dokumentarisch mit einer Kamera festgehalten und 1952 dafür einen Oscar erhalten. Die Verfilmung dieser Reise von 2012 war der Eröffnungsfilm der Nordischen Filmtage von 2012. Die Hauptdarsteller waren in Lübeck vor Ort um ihren Film zu präsentieren und wurden groß gefeiert. Die Verfilmung war anschließend ebenfalls für einen Oscar nominiert, doch dieses Mal hat es für Norwegen leider nicht gereicht.

    In diesem Jahr standen aus Norwegen insgesamt drei Spielfilme, drei Dokumentationen, sechs Kurzfilme, neun Kinder-/Jugendfilme und zehn Filme der Retrospektive auf Programm des Festivals, welches von Linde Fröhlich, der künstlerischen Leitung, zusammengestellt wurde. Linde Fröhlich hatte 2012 die große Ehre vom norwegischen Botschafter Sven E. Svedman, im Auftrag des Königs, in den Stand des Ritters 1. Klasse des Königlich Norwegischen Verdienstordens erhoben zu werden.

    In diesem Jahr konnte der norwegische Spielfilm Jeg er din bei der Jury des NDR Filmpreises punkten und gewann ex aequo mit einem dänischen Film. Der Preis war mit 12.500 EUR dotiert.

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