Polarnacht in Norwegen

mørketid

Typische blaue Dämmerung während der mørketid
Foto: M. Jürgensen

Die Norweger nennen sie mørketid, die dunkle Zeit. Sie kann die Menschen in den nordischen Ländern depressiv machen und führt zu hohen Selbstmordraten.
Aber auch diese Zeit bietet viel Schönes – Polarlichter am nächtlichen Himmel, farbenreiche Lichtspiele von morgens bis abends, die blaue Dämmerung, Schnee und klare Luft, die Vorfreude auf Weihnachten…

 

Die Ursache für die mørketid ist ein astronomisches Phänomen. Da die Erdachse geneigt ist, sind die Pole entweder der Sonne zu- oder abgewandt. Im Winter ist das Gebiet zwischen dem Nordpol und dem nördlichen Polarkreis der Sonne abgewandt, und es kommt zur mørketid auf der Nordhalbkugel. Auf der Südhalbkugel tritt diese Erscheinung im Sommer auf.
In der jeweils anderen Jahreszeit genießen diese Gebiete die Mitternachtssonne.
Abhängig vom Breitengrad haben die nördlichen Regionen Norwegens eine längere oder kürzere mørketid. Je näher man dem Pol kommt, umso länger dauert die dunkle Zeit an. Am Nordpol sind es dann 173 Tage, vom 26.09 – 19.03.

Wegen der Lichtbrechung der Sonnenstrahlen in der Erdatmosphäre (Refraktion) ist es in der mørketid nicht zwangsläufig 24 Stunden am Tag dunkel. Wie vor einem Sonnenaufgang kommt es zur indirekten Sonneneinstrahlung. Auch die bläuliche Dämmerung ist typisch für diese Zeit.

Ohne Erdatmosphäre wäre der Polarkreis die tatsächliche Grenze für das Auftreten der mørketid. Aber durch das Auftreten der Refraktion wird diese Grenze nach Norden verschoben.
Durch hohe Berge im Süden kommt es an einigen Orten zur scheinbaren Verlängerung der mørketid. Die Strahlen der tiefstehenden Sonne schaffen es nicht über die Berge.

Eine weitere Besonderheit in der mørketid ist der Verlauf der Tagestemperatur. Normalerweise verläuft eine Temperaturkurve so, dass die Tiefsttemperatur in der Nacht, die Höchsttemperatur am Tag erreicht wird. In den Polargebieten kommt es in der dunklen Zeit zu vollkommen willkürlichen Kurven. Es gibt keinen Tagesrhythmus.

Mørketid in Norwegen

n. Breite Mørketid
Svalbard (Longyearbyen) 78.2° 25.10.-17.02
Nordkap 71.2° 18.11.-24.01.
Hammerfest 70.6° 20.11.-21.01.
Tromsø 69.7° 25.11.-17.01.
Bodø 67.3° 14.12.-28.12.

(Quelle: Almanakk for Norge 2012)
 

lichtspiele-polarnacht

Lichtspiele durch indirekte Sonneneinstrahlung während der mørketid
Foto: M. Jürgensen

 

 

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  1. Susanne Jürgensen sagt:

    Sehr schön. Über die Temperaturkurve hab ich noch nie nachgedacht. Interessant!

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Oslos Inseln

Oslofjord

Oslofjord

Oslos Inseln sind im gesamten Fjord von Oslo zu finden. Zum Stadtgebiet gehören aber „nur“ rund 40 Inseln und einige Halbinseln obendrein, die meisten bieten öffentlich zugängliche Badestellen.

Der belebteste und beliebteste Strand der Metropole am Fjord befindet sich auf der Halbinsel Bygdøy, die mit der Fähre (15-Minuten-Fahrt vom Hafenzentrum) oder dem Bus zu erreichen ist. Die Fähren können mit einem einfachen Ticket des öffentlichen Nahverkehrs ruter benutzt werden und steuern einige Inseln an. Oder, wer auf der Halbinsel Bygdøy, nicht nur etwas spazieren gehen, sondern ebenfalls eines der Museen besuchen möchte und vielleicht sogar vor hat, weitere Inseln zu bereisen, dem ist anzuraten, sich den Oslo Pass zu besorgen. Man bekommt ihn zwischen 270 NOK und 495 NOK und ist entweder 24, 48 oder 72 Std. gültig. Dieser Pass gewährt einem Eintritt zu zahlreichen Museen und enthält ebenso eine Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr für den entsprechenden Zeitraum. Dies sind aber nur zwei von vielen Vorteilen des Oslo Pass.

Wesentlich ruhiger und weniger Tourismus als auf Bygdøy herrscht auf Langøya. Diese Insel ist außerdem gut dafür geeignet, von seinem „Jedermannsrecht“ gebrauch zu machen, das heißt sein Zelt aufzuschlagen (Fähre ab Vippetangen bei der Festung).

Oslofjordens hyggeligste fyr

Die vielleicht kleinste Insel, unter den „bewohnten“, ist nur ein Felsbrocken im Fjord, Heimat von “Oslofjordens hyggeligste fyr”, dem “behaglichsten Feuer der Stadt”, so der offizielle Name. Diese Insel ist eine ehemalige Leuchtfeuer-Insel, auf der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast vier Jahrzehnte lang eine Leuchtturmwärterfamilie lebte. Heute betreibt ein Gastrom das sehr gemütliche weiße Holzhäuschen, zumeist allerdings für größere Gesellschaften – wer hier heiraten will, muss sich auf eine lange Warteliste setzen lassen. Doch alle paar Wochen kann man sich – rechtzeitige Buchung vorausgesetzt – mit der Fähre zu einem Abendessen, mit spektakulärer Aussicht auf den Fjord, übersetzen lassen.

Noch unvergesslicher und schöner ist es, entweder ein eigenes kleines Boot zu haben, oder jemanden mit einem Boot zu kennen. Denn nur so ist es einem möglich, die Inseln anzusteuern, die frei von jeglichem Tourismus sind. Sie laden zu einem kleinen privaten Picknick oder Dinner ein. Natürlich alles in Eigenregie organisiert. Und in einer warmen Sommernacht steht einer Übernachtung unter dem Sternenhimmel, mitten im Fjord und umgeben von Wasser, nichts im Wege.

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