Sankt Olav

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Statue des Sankt Olav in Stiklestad Foto: www.stolavsleden.com

29. Juli – Olsok, ein Gedenk- und Feiertag an den norwegischen König Olav II., der an diesem Tag im Jahre 1030 in der Schlacht von Stiklestad fiel. Olsok bedeutet Olavswache.

Der Tag wird gefeiert mit Gottesdiensten, Volkstänzen und Lagerfeuern. In Stiklestad wird die historische Schlacht nachgestellt. Und es gibt natürlich die Pilger, die sich auf den Weg nach Trondheim machen. Das typische Essen für diesen Tag ist Rømmegrøt.

Aber wer war der Mann, der offenbar so wichtig für Norwegen war und zum Nationalhelden wurde?

Olav Haraldsson wurde um 995 geboren. Schon als Teenager nahm er an Wikingerfahrten teil und diente Fürsten in Dänemark, England und der Normandie. In Rouen (Frankreich) wurde er 1014 getauft. Man nimmt an, dass er dort mit dem Benediktinerorden Bekanntschaft gemacht hatte.
1015 kehrte er heim nach Norwegen, um den Königsthron zu fordern und in seinem Land die Christianisierung durchzusetzen. Er war der erste König, der Einfluss auf das ganze Land hatte. Er zog mit Missionaren durch Norwegen, bezeugte selber den christlichen Glauben, ließ aber auch jeden, der sich nicht bekehren wollte, bestrafen. Sein harter Kurs verschaffte ihm viele Gegner.
1028 wurde er von den Stammesfürsten mit dänischer Hilfe aus Norwegen vertrieben.

1030 kehrte er zurück und versuchte, die Macht zurückzuerobern. Seine letzte Schlacht schlug er bei Stiklestad, einem kleinen Ort in der heutigen Kommune Verdal (Nord-Trøndelag). Sein Heer, das zum größten Teil aus Schweden bestand, sah sich einer deutlich stärkeren Armee von norwegischen Bauern gegenüber, die die heidnischen Stammesfürsten um sich versammelt hatte.
Olav fiel in dieser Schlacht. Seine Leiche wurde heimlich vom Schlachtplatz getragen und im Sand vergraben. An dieser Stelle steht heute der Nidaros-Dom.

Bald nach seinem Tod passierten merkwürdige Dinge. Eine Sonnenfinsternis kurz nach der Schlacht wurde als ein Zeichen des Himmels gesehen. Gerüchte über Wunderheilungen kursierten. Einer der Gefolgsmänner Olavs soll dem Tode entgangen sein, weil ein Tropfen des königlichen Blutes auf seine Wunde traf.

Olav Haraldsson wurde von der Kirche am 03.08.1031 heiliggesprochen, weil er als Märtyrer für das Christentum starb. Er wurde zu einem sehr beliebten Heiligen, gilt als Held für Bauern und Seeleute und als Schutzpatron für die Kaufleute.
Seit 1090 werden seine Gebeine in einem Schrein im beeindruckenden gotischen Nidaros-Dom in Trondheim aufbewahrt. Bis zur Reformation im Jahre 1537 war Trondheim der wichtigste Wallfahrtsort in Nordeuropa. Er geriet dann über die Jahre hinweg in Vergessenheit. Seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts trifft man wieder Pilger auf den alten Wegen. Der St. Olavsweg führt vom schwedischen Selånger über Stiklestad nach Trondheim. Es war Olavs letzter Weg zur historischen Schlacht bei Stiklestad und zu seinem Tod.

Weitere Infos unter:
pilegrimsleden.no/no/pilgrim/olav-den-hellige/
www.nidaros.de

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Ritlandskrater in Hjelmeland

Ritlandskrater

Der Ritlandskrater von Norden aus gesehen, Foto: www.geoforskning.no

Auf dem norwegischen Festland gibt es zwei Stellen, an denen ein Meteoriteneinschlag nachgewiesen wurde – der Krater in Gardnos und der Ritlandskrater in Hjelmeland (Ryfylke i Rogaland). Letzterer wurde von einem Einschlag, der vor über 500 Mio. Jahren stattfand, gebildet. Das genaue Alter ist nicht bekannt, Fossilienfunde aus dem Krater stammen aus dem mittleren Kambrium. Der Einschlag muss also davor passiert sein. Der Ritlandskrater hat einen Durchmesser von 2,7 km und ist etwa 350 m tief…

Der Krater liegt in einem Naturschutz- und beliebten Wandergebiet und ist leicht zugänglich. Er hat seinen Namen einem Hof zu verdanken, der sich in der Nähe befindet. Ihr könnt hier auf eigene Faust auf Tour gehen, es gibt aber auch Führungen durch das Gebiet. Auch der Ritlandskrater wurde von den Gletschern der Eiszeiten verformt, aber der Einschlag ist gut als runde Senke in dem kupierten Gelände erkennbar.

Der norwegische Geologe Fridtjof Riis untersuchte erstmals im Jahre 1985 das Gebiet. Er fand Gestein, dessen Herkunft nicht durch die gewöhnlichen geologischen Vorgänge wie Gebirgsbildung und Erosion zu erklären war. 2001 entwickelte er, nachdem er Forschungen im Gardnos-Krater vorgenommen und Gemeinsamkeiten entdeckt hatte, die Theorie, dass es sich hier um einen Meteoritenkrater handelt. Aber erst 2008 gelang es ihm, Schock-Quarz zu finden, das als Nachweis für einen Meteoriteneinschlag gilt.

Der Meteorit traf mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km/Sekunde auf die Erde, die zur damaligen Zeit in diesem Gebiet von einem flachen Meer bedeckt war. Der Meteorit verdampfte und hinterließ einen Krater, der sich über Millionen von Jahren mit Sedimenten füllte. Durch Erosion wurde und wird er immer noch wieder freigelegt. Beim Einschlag wurde das zugrunde liegende Gestein zermalmt und zusammengepresst. Es entstand Suevit, das heute das Grundgestein des Kraters bildet. An den Kraterrändern sind Brekzien und in höheren Lagen Schieferschichten, die reich an Fossilien sind, zu finden.

 

Weitere Infos unter:
www.ritlandskrateret.no
www.geoforskning.no

 

 

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