Verdens Gang

Die Zeitung VG, stehend für Verdens Gang, gehört mit einer ungefähren Auflage von 233.295 Exemplare zu den größten Zeitungen Norwegens. Die im Tabloidformat erscheinende Zeitung erscheint im Schibsted-Verlag. Geschrieben wird ausschließlich in Bokmål.

Peder Olsen gründet Verdens Gang 1868. Nach seinem Tode übernahm Johan Sverdrup ab 1876 die Zeitung, die sich zuvor als liberales Aufklärungsblatt etabliert hatte. 1885 unter der Leitung von Olav Thommessen folgte der erste Umbruch. Aus dem einstigen Wochenblatt wird eine Tageszeitung.Der Aufstieg der Zeitung nahm seinen Lauf und Anfang des 20. Jahrhundert galt VG als einflußreiche, politische Zeitung. Von Olav Thommessen trennte man sich dennoch, da es zu Streitigkeiten innerhalb der Zeitung kam. Thommessen gründete daraufhin  die Zeitung Tidens Tegn, die Anfang der 20er Jahre noch eine große Rolle spielen sollte.

Nach dem Ersten Weltkrieg litt Verdens Gang unter der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Ehe die Zeitung sogar 1923 die Veröffentlichung einstellte und die Verlagsrechte an das bereits erwähnte Tidens Tegn übergingen.

Erst im Zuge der Widerstandsbewegung der Norweger im Zweiten Weltkrieg wurde erneut eine Zeitung namens Verdens Gang gegründet.Die erste Ausgabe der neuen VG erschien am 23. Juni 1945. Dadurch, dass die Zeitung kurz nach der Befreiung Norwegens veröffentlicht wurde, verschaffte ihr zunächst wieder einen aufklärerischen Charakter. Diesen behält sie teilweise bei, macht aber auch durch einen ausgeprägten Bürgerjournalismus auf sich aufmerksam.

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Snøhetta

Bibliotheka Alexandrina in Ägypten (Quelle: Wikipedia)

Bibliotheka Alexandrina in Ägypten (Quelle: Wikipedia)

Die meisten kennen es: das Osloer Opernhaus. Unauffällig gleitet es aus dem Wasser empor. Ähnlich unauffällig ist ihr Designer – das Architekturbüro „Snøhetta“. Es ist dennoch das wohl renommierteste Architekturbüro, welches aus Norwegen hervorgegangen ist und es gibt kein wichtiges und prestigeträchtiges Bauprojekt in dem Königreich, an dem Snøhetta nicht beteiligt ist. 

Das Architekturbüro wurde von Kjetil Thorsen, Craig Dykers und Christoph Kapeller 1989 in Oslo gegründet. Zu den Gebieten der drei gehören neben der klassischen Architektur auch die Landschafts- und Innenarchitektur. Das international tätige Team aus fast 100 Mitarbeitern teilt sich auf die beiden Büros in Oslo und New York und einem Studio in San Francisco auf. Die amerikanische Niederlassung von Snøhetta Architektur besteht seit dem Wettbewerb zur Neugestaltung des Ground Zero, den Thorsen, Dykers und Kapeller für sich bestreiten konnten. Der Entwurf ihres Gedenkmemorials überzeugte die Jury. Ihr Werk füllt nun angemessen den ehemaligen Grund des World Trade Centers. Der Österreicher Christoph Kapeller schied 2002 allerdings aus dem Büro aus und gründete ein eigenes Architekturbüro.

Das nach dem norwegischen Berg Snøhetta benannte Architekturbüro bekam in den letzten Jahren eine internationale Anerkennung, die nicht nur in Verbindung mit Norwegen einzigartig ist. Das Architekturbüro verdankt seine Bekanntheit vor allem zwei großen internationalen Wettbewerbserfolgen: Zum einen der Bibliotheka Alexandrina in Ägypten (2001). Sie verfügt über den größten Lesesaal der Welt. Und zum anderen natürlich dem Opernhaus in Oslo (2008). Beide Bauwerke haben Snøhetta eine neue Identität verpasst und gelten in den jeweiligen Ländern als eine Art Wahrzeichen. Für das Osloer Opernhaus wurde Snøhetta sogar 2009 mit dem Mies van der Rohe Preis und 2010 mit dem European Prize for Urban Public Space ausgezeichnet.

Die Architektur von Snøhetta ist vor allem dadurch geprägt, dass ihre Objekte in die Umgebung integriert werden und nichts einzelnes erschaffen wird. Das Gebäude verschmelzt mit seiner Umwelt. Dass Snøhetta für innovative und zukunftsträchtige Architektur steht, merkte man in Nordeuropa schon vor einiger Zeit. Gebäude wie das Kunstmuseum von Lillehammer (1994), das Fischereimuseum von Karmøy (1996), die norwegische Botschaft im skandinavischen Botschaftsquartier von Berlin (1999), das Kulturzentrum in Sandvika bei Oslo (2003) oder das Petter-Dass-Museum im norwegischen Alstahaug (2007) zeugen davon.

Die Arbeit von dem norwegischen Architekturbüro ist sehr inspirierend und die aktuellen und zukünftigen Projekt wie die Umgestaltung des Times Squares in New York, ästhetischen Mischungen zwischen Tunnel und Brücken bis hin zu den neuen norwegischen Banknoten sind äußerst interessant und toll anzusehen. Es lohnt sich einmal auf deren Website snohetta.com vorbeizuschauen.

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