Vigeland-Skulpturenpark in Oslo

Vigelandpark, Foto: Wikipedia, Annie Dalbéra

Foto: Wikipedia, Annie Dalbéra

Im Frognerpark in Oslo befindet sich der Vigeland-Skulpturenpark, benannt nach dem norwegischen Bildhauer Gustav Vigeland (1869-1943). Die Anlage mit mehr als 200 Skulpturen in Bronze, Granit und Schmiedeeisen gilt als Vigelands Lebenswerk, eine Darstellung des Zyklus des Lebens. Der Bildhauer hat auch die architektonische Anlage des Parks entworfen.

Im Zentrum der monumentalen Anlage befindet sich der sogenannte Monolitten, eine 17 m hohe Säule aus Granit, die aus 121 miteinander verschlungenen Menschenkörpern zusammengesetzt ist. Eine kreisförmige Treppenanlage mit monumentalen menschlichen Figuren führt zum Podest empor, darunter sowohl Einzelfiguren als auch Figurenensembles. Stundenlang kann man zwischen den Skulpturen umherwandeln und die verschiedenen Körperhaltungen und eingefrorenen Bewegungen studieren. Einige wirken ernst und nachdenklich, andere heiter und fröhlich. Viele der Figuren scheinen nahezu lebendig, vor allem die Kinderfiguren wie der berühmte Sinnataggen, ein Junge, der zornig mit dem Fuß aufstampft. Vigelands naturalistischer Stil ist inspiriert von den Werken des französischen Bildhauers Auguste Rodin.

Im Frognerpark befindet sich auch Vigelands ehemaliges Atelier, in dem heute das Vigeland-Museum untergebracht ist. Hier werden Skizzen und Skulpturen des Künstlers ausgestellt. Mit mehr als 1 Mio. Besuchern jährlich ist der Vigelandpark eine von Norwegens meistbesuchten Sehenswürdigkeiten.

Vigelandpark, Foto: Wikipedia, Annie Dalbéra

Foto: Wikipedia, Annie Dalbéra

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Die 1-Millionen-Toilette

Gut, streng genommen handelt es sich bei diesem einzigartigen Architekturprojekt nicht nur um eine Toilette, sondern um einen zu einer Touristenattraktion ausgebauten Rastplatz. Die Inselbewohner Senjas lassen sich eben einiges einfallen, um ihre sehr nördlich gelegene Insel für Urlauber anziehend zu gestalten.

Der spärlich besiedelte Norden Norwegens, die Regionen Finnmark, Troms und Nordland kämpfen mit dem Klischee des ewig Kalten und Dunklen, zu allem Überfluss kommt meistens auch noch schlechtes Wetter dazu. Abgesehen vom dem berühmten Nordkap und der komisch geformten Kathedrale in Tromsø (die Eismeerkathedrale) gibt es eigentlich auch keine bekannten Attraktionen im hohen Norden. Kreativität ist also gefragt.

Senja, Heimatinsel des Millionenklos und markant durch seine fingerartigen Landzungen, ist die zweitgrößte Insel Norwegens und liegt nördlich der Inselgruppen „Vesterålen“ und „Lofoten“. Sie gehört offiziell zur Region („Fylke“) Troms und ist durch den Hafenort Finnsnes an die Hurtigrutenlinie angeschlossen. Senja ist eine typische Fischerinsel und hat rund 7800 Einwohner. Senjas Landschaftsrute, eine der „Nasjonale Turistveger“ (Nationale Touristenstrecken), verläuft vom Gryllefjord nach Botnham und führt den Wanderer und Spazierfahrer an der spektakulären Küstenlinie entlang, die aufgrund der scharfkantigen, steilen Felsen auch „Gebiss des Teufels“ genannt wird.

Toilettenhäuschen in Tungeneset, Copyright Hjalmar Steinnes

Diese Aussicht kombinierte ein Fleckchen namens Tungeneset auf einem der „Fingernägel“ der Landzungen mit einem aufsehenerregenden Bauprojekt! Vom Architekturbüro Code Arkitektur und den Landschaftarchitekten von Aurora Landskap wurde ein Rastplatz mit unkonventionell gestaltetem Toilettenhäuschen und einem gezimmerten breiten Gang von der Straße hinunter auf die Schärenfelsen entworfen, von denen man eine unverstellte Sicht auf das Teufelsgebiss der Gebirgskette Okshornan hat. Für Konzeption und Bau dieses einzigartigen Rastplatzes gab man circa 1 Million norwegische Kronen aus. Die norwegischen Kommunen plagen nicht so große finanzielle Sorgen, wie es scheint.

Der Gang ist, gänzlich unnorwegisch, breit angelegt und mit festen Brüstungen versehen. Durch die einheitliche Zimmerung wirkt das ganze wie eine blitzartig geformte Kuchenform, die am unteren Ende in Betonstufen und kleinen Plattformen mündet. Von dort sind Rastsuchende zu einem kleinen Gang auf den Felsen eingeladen.

Ein zweites ungewöhnliches Architekturprojekt findet sich einige Kilometer weiter in Bergsbotn. Dort wurde vom gleichen Architekturbüro eine Aussichtsplattform errichtet, die wie ein Sprungturm im Schwimmbad weit über die Felsen hinauskragt und so eine Panoramasicht über den Bergsfjord ermöglicht. Nicht schwindelfreien oder höhenängstlichen Menschen ist dieser Aussichtspunkt nicht empfohlen, denn eine wellenartige Erhöhung in Mitten des Stegs gibt auch den Blick nach unten frei.

Senja ist also durchaus eine Reise wert, die Insel ist klassisches Norwegen mit viel Natur, wunderschönen Fjorden, Whale Watching und ganz viel Ruhe. Und wer für zuhause was zu erzählen braucht, kann nach einem Abstecher nach Tungeneset behaupten, auf der wohl teuersten Toilette gewesen zu sein, die Norwegen neben dem Königspalästen zu bieten hat.

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