Brunost – eine norwegische Spezialität

Brunost, Foto: Kristian Bjornard, wikipedia

Brunost. Foto: Kristian Bjornard, wikipedia

Bei einer Aufzählung typisch norwegischer Dinge, darf brunost auf keinen Fall fehlen. Dieser süßlich schmeckende Käse mit der schönen braunen Färbung gehört in Norwegen schon seit vielen Jahrhunderten auf den Frühstückstisch.

Genau genommen ist brunost gar kein Käse, denn er wird aus der Molke von Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch gemacht, die normalerweise bei der Käseherstellung als Nebenprodukt anfällt.

Um diesen Käse herzustellen, muss die Molke zuerst unter kräftigem Umrühren eingekocht werden. Dabei karamellisiert der enthaltene Milchzucker. Je länger die Molke kocht, desto intensiver wird der karamellartige Geschmack und desto dunkler wird der braune Käse. Durch die Zugabe von Milchfett bekommt der brunost schließlich seine feste Konsistenz.

Es gibt verschiedene Sorten von der Spezialität. Der Gudbrandsdalsost verweist auf den Ort, wo der brunost erstmals für den Export produziert wurde, das Gudbrandstal. Beim Ekte Geitost wird nur Ziegenmilch verwendet, wodurch der Käse einen kräftigen Geschmack bekommt. Fløtemysost ist milder als die beiden anderen Sorten und wird aus Kuhmilch hergestellt. Außerdem gibt es noch eine streichfähige Variante, den Prim oder weicher Braunkäse. In Norwegen werden jährlich rund 12.000 Tonnen Braunkäse produziert. Im schwedischen Jämtland gibt es ein ähnliches Produkt, den sogenannten mesost (Molkenkäse), auch ihn gibt es in streichfähiger Variante, die sogenannte messmör (Molkenbutter).

Traditionell wird brunost mit einem Käsehobel in dünne Scheiben geschnitten, auf hellem Brot gegessen und oft mit Marmelade kombiniert. Zugegeben, das Produkt ist Geschmackssache, aber nahrhaft ist es allemal, fettarm und reich an Mineralstoffen und Proteinen. Und ein Klassiker. So feiert das Unternehmen Tine, das einer der Hauptproduzenten für brunost ist, in diesem Jahr sein 150-jähriges Jubiläum.

 

 

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  1. Mia sagt:

    Fettarm? Und was ist mit dem Brand eines LKWs der Brunost transportierte? Der Brand dauerte 4 Tage weil der Käse so fetthaltig ist, also als fettarm nezeichne ich was anderes …

    https://www.reuters.com/article/us-norway-cheese-idUSBRE90L0LP20130122

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Løten - ein Zwischenstopp in Hedmark Fylke

Løten – eine Kleinstadt im Fylke Hedmark gelegen – hat ca. 7.500 Einwohner und liegt auf dem Weg von Hamar nach Elverum. Der typische Ort zum „vorbeifahren also“, z.B. wenn man auf dem Weg zum Waldmuseum in Elverum ist. Ein Stopp lohnt jedoch, denn Løten hat doch einiges zu bieten.

Da ist zunächst einmal die Løten Brænderi, die alte Brennerei Løtens. Sie wurde im Jahr 1855 gegründet aber auch nach der Übernahme der Branntweinherstellung durch das Vinmonopolet wurde dort noch bis 1990 Rohalkohol hergestellt.

Heute beherbergt der schöne Backsteinbau der Brennerei zahlreiche Geschäfte. Herausragend zu nennen ist Løiten Lys A.S., die sich selbst als «Norwegens größte Kerzenzieher» bezeichnen. Sehenswert sind die Ausstellungsflächen in der Brennerei mit liebevoll gestalteten Räumen und natürlich den dazu passenden Kerzen auch ohne diesen Superlativ. Da gibt es Zimmer in verschiedenen Farben und Einrichtungen, bizarre Stühle aus Holz, geheimnisvolle Grotten im Keller und im „Weihnachtskeller“ – der ständigen Weihnachtsausstellung – begrüßt uns die Eisbärenband mit Musik. Die Produktion der Kerzen kann man ebenfalls besuchen und zuschauen wie die Kerzen hergestellt werden.

Nein, keine Äpfel sondern Kerzen

Nein, keine Äpfel sondern Kerzen

Für Literaturfreunde empfehlenswert ist das Antiquariat im Obergeschoß der Brennerei. Bokloftet ist eines der größten Antiquariate in Norwegen. Also Zeit mitbringen und stöbern lautet die Devise, es wird sich passende Literatur finden lassen um auch mal einen Regentag in der Hytte zu überstehen.

Im Café der Nærstasjon

Im Café der Nærstasjon

In der „Handlegate“ der Brennerei findet man weitere kleinere Geschäfte z. B. mit Süßigkeiten, Geschenkartikeln und auch ein Restaurant in dem man die Besichtigung gemütlich ausklingen lassen kann.

Berühmtester Sohn der Gemeinde ist Edvard Munch, er wurde am 12. Dezember 1863 auf dem Hof Engelaug Østre in Løten geboren. Eine kleine Galerie, die Galleri Munch hat sich auf den Verkauf von Edvard Munchs Graphik spezialisiert. Die Galerie stellt auch Kunst anderer bekannter norwegischer und internationaler Künstler aus.

Für den Kaffee danach empfehle ich ein ganz spezielles kleines norwegisches Café: Im alten Bahnhof der Gemeinde ist die Løten Nærstasjon & Landhandleri – wir würden das in Deutschland wohl als Hofladen mit Café bezeichnen – zu Hause. Von den Landwirten der Umgebung wird hausgemachter Käse verkauft, in der Kühltruhe findet man unter anderem eine große Wildauswahl und im gemütlich eingerichtetem Café kann man eine der liebevoll zubereiteten Caféspezialitäten genießen, dazu ein Stück selbstgebackenen Kuchen oder ein kleines Gericht aus der Küche des Cafés. Ein schöner Platz zum Genießen, dazu freundlicher Service und eine urige Atmosphäre.

Der Bahnhof ist übrigens noch in Betrieb und es ist einer der letzten Bahnhöfe Norwegens in dem Fahrkarten noch am Schalter verkauft werden. Ein Zwischenstopp in Løten lohnt also durchaus….

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