Die Stabkirche von Urnes

Ein wenig abseits liegt sie schon: Norwegens älteste Stabkirche in Ornes am Ostufer des Lusterfjordes, einem Seitenarm des Sognefjordes. Einen Besuch ist diese Kirche, die seit 1979 als UNESCO – Weltkulturerbe anerkannt ist auf jeden Fall wert.  

Zu erreichen ist Ornes am reizvollsten mit der kleinen Fähre aus Solvorn. Von Sogndal am Ufer des Sognefjordes kommend folgt man der Rv55 und biegt kurz vor Hafslo nach rechts ab. Das Auto kann man getrost am Fähranleger in Solvorn stehen lassen, der kurze Weg bergauf zur Kirche ist – wenn man gut zu Fuß ist – leicht zu bewältigen.

Die Stabkirche von Urnes am Lusterfjord

Der Ursprung der heute erhaltenen Kirche geht in die Zeit um 1100 zurück, das heute erhaltene Gebäude wurde im 12. und 13. Jahrhundert unter Verwendung von Teilen der alten Kirche errichtet.

Weitere Anbauten erfolgten in den folgenden Jahrhunderten, so wurde um 1600 ein Anbau, der die Kanzel vergrößerte, errichtet und ein kleiner Turm auf dem First um 1704. Einzigartig aber ist das „Nordportal“, das reich geschnitzt bandförmige Elemente und schlanke Tierformen vereinigt. Der Name Urnes-Stil bezieht sich heute auf alle Arbeiten des Mittelalters, in der man diese Art von ineinander verschlungenem Getier und Gewächs wiederfindet. Es gibt jedoch keine Arbeiten in solcher Vollendung wie sie am Nordportal der Stabkirche von Urnes zu sehen sind. Man nimmt an, dass das Relief den Kampf der Hirsche und Schlangen darstellt, die in der Weltenesche Yggdrasil wohnen.

Fotos: Kirsten Henckel

Schnitzerei am Nordportal

Im inneren der Kirche – empfehlenswert ist es an einer Führung teilzunehmen, die auch in deutscher Sprache angeboten wird – kann man sehr gut die besondere Bauweise der Stabkirchen erkennen.  Die Stämme wurden entastet und auf der Wurzel getrocknet, so dass das Harz austrieb und den Stamm konservierte. So sind heute noch die vor ca. 900 Jahren geschlagenen Stämme ohne jede weitere Konservierung unbeschädigt erhalten.

Einige Schnitzereien findet man auch im Innenraum und auf dem Altar steht ein Kerzenleuchter in Form eines Wikingerschiffs, eine mittelalterliche Eisenarbeit, nicht viel jünger als die Kirche selbst. Neun Kerzen brennen darauf, möglicherweise eine Anspielung auf den in der Edda erwähnten Weltenbaum: „Neun Welten kenn ich, neun Äste weiß ich, am starken Stamm im Staub der Erde…“

Nach dem Besuch lädt das kleine Café Urnes Gard direkt an der Kirche zum Verweilen ein, bevor es nach kurzem Fußweg mit der Fähre zurück nach Solvorn geht.

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Sunnmøre - Ålesund, Sunnmøre- Alpen, Geirangerfjord

Sunnmøre

Foto: www.hustadnes.net

Sunnmøre ist der südliche Teil der norwegischen Provinz Møre og Romsdal. Touristische Attraktionen wie die von Kaiser Wilhelm II. im Jugendbaustil errichtete Stadt Ålesund, der berühmte Geirangerfjord und die Sunnmøre- Alpen locken Jahr für Jahr tausende Besucher an. Die Region gehört zu den schönsten in Norwegen mit ihren Fjorden und weitverzweigten Fjordarmen, den Bergen und der Küstenlandschaft…

Sunnmøre machte im Mittelalter den Bezirk Sunnmærafylki aus. Nach einigen Gebietsverschiebungen, – zusammenschlüssen und -abgrenzungen entstand 1704 das noch heute als Sunnmøre bekannte Gebiet. Es ist derzeit in 17 Kommunen aufgeteilt – Ålesund, Vanylven, Sande, Herøy, Ulstein, Hareid, Volda, Ørsta, Ørskog, Norddal, Stranda, Stordal, Sykkylven, Skodje, Sula, Giske und Haram. Es wird eine Gesamtfläche von 5.234 km² bedeckt. Knapp 142.000 Einwohner leben in der Region, das sind rund 54% der gesamten Provinz Møre og Romsdal. Ålesund ist mit Abstand die größte Stadt und das dominierende Zentrum mit etwa 51.000 Bewohnern. Weitere Städte sind Ørsta, Volda, Ulsteinvik, Sykkylven, Nordstrand, Fosnavåg und Hareid mit jeweils 3.000 – 7.000 Einwohnern.

Die Landschaft Sunnmøres ist im Westen entlang der Atlantikküste geprägt von zahlreichen kleinen und großen vorgelagerten Inseln. Die größten sind Hareidlandet, Gurskøya und Sula. Mehrere lange und schmale Fjorde schneiden sich weit ins Landesinnere hinein. Der längste ist der Storfjord. Seine größten nach Süden verlaufenden Fjordarme sind der Voldsfjord, der Hjørundfjord und der Sykkylvfjord. Weiter im Inneren gehen der Nordalsfjord und der Tafjord sowie der Geirangerfjord ab. Zwischen den Fjorden und den Tälern breiten sich die hohen, zerklüfteten Sunnmøre- Alpen aus. Zentral werden sie durch den Hjørundfjord zerschnitten, an dessen Rändern sich die höchsten Erhebungen befinden. Die höchste ist der Kvitegga mit 1.691 m. Weiter im Osten, im Talfjordgebirge erreichen die Bergspitzen höhere Höhen. Hier ist auch der höchste Berg der Provinz Møre og Romsdal zu finden – der Puttegga mit 1.999 m.

In der Region findet ihr mehrere Nationalparks und Landschaftsrouten. Es ist ein hervorragendes Gebiet für Wander- und Fahrradtouren, Bergkletterer und Gipfelstürmer. Diverse Wassersport- Möglichkeiten erwarten euch.

 

Weitere Infos:

sunnmoremuseum.no

 

 

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