Andøya Space Center

Eingang ASC (Quelle: Wikipedia)

Eingang ASC (Quelle: Wikipedia)

Ein Space Center in Norwegen? Ja, sogar Norwegen hat ein Space Center – das Andøya Space Center (ASC). Es liegt auf der Insel Andøya, 2 Grad nördlich vom Polarkreis, in Nordnorwegen. Andøya hat seinen eigenen Flughafen und dieser ist in der Lage alle Flugzeuge jeder Größe zu empfangen. Mehrmals täglich gibt es Verbindungen zwischen Bodø und Tromsø. Es ist also sehr einfach, von Oslo aus auf die Insel zu gelangen.

Das Andøya Space Center ist zum Abschuss von Forschungsraketen und Ballonoperationen ausgelegt. Diese können von Andøya als auch von Svalbard gestartet werden. Die im All gesammelten Informationen laufen im ASC zusammen und werden durch entsprechende Instrumente ausgewertet. Neben dem Space Center betreibt das ASC das ALOMAR. Dabei handelt es sich um das Arctic Lidar Observatory for Middle Atmosphere Research. Diese Messstation untersucht u.a. die unterschiedlichen Schichten der Atmosphäre mithilfe von Lasertechnik. Aus vielen Gründen ist das Space Center deshalb einer der interessantesten und besten Orte für Weltraumforschung und Raketenabschüsse.

Zu den Kunden des am nördlichsten liegenden Space Centers dieser Art, gehören die NASA, ESA, JAXA und einige nationale und internationale Universitäten und Institute. Die Mitarbeiter kommen aus den unterschiedlichsten Richtungen: Elektronik-, Brand- und Sicherheitsexperten sind neben der Administration nur einige davon. Das Ministerium für Handel, Industrie und Fischerei hält 90 % und das Kongsberg Defence Systems 10 % der Anteile an dem ASC.

Station auf Svalbard (Quelle: Wikipedia)

Station auf Svalbard (Quelle: Wikipedia)

Das NAROM AS (Norwegian Centre for Space Related Education) und das ATC AS (Andøya Test Center) sind zwei Subunternehmen, die vollständig dem ASC gehören. Das NAROM bietet Kurse und Lerneinheiten für Schüler und Studenten an. Der Lernstoff liegt dabei natürlich auf Weltraumtechnik, Weltraumphysik, der Atmosphäre sowie Umwelt. Das ATC bietet der Verteidigungs- und Luftfahrtindustrie Infrastruktur für u.a. Testflüge an.

1995 sorgte eine Forschungsrakete für etwas Unruhe auf russischem Boden. Ein Team, bestehend aus norwegischen und amerikanischen Forschern, starteten vom ASC eine Black Brant XII Rakete. Sie sollte die bekannten Nordlichter in der Region von Spitzbergen erforschen. Die Russen vermuteten dahinter allerdings einen nuklearen Angriff der USA, gestartet von einem U-Boot. Der Kreml wurde zwar darüber benachrichtigt, allerdings erreichte diese Nachricht nie die entsprechende Abteilung. Die russischen Frühwarnsysteme schlugen Alarm – Russlands Präsident Boris Jelzin diskutierte bereits seine Reaktion mit der Militärführung, als klar wird, dass die vermeintliche Rakete bereits fernab russischen Territoriums explodiert war. Wieder einmal schrammte die Menschheit haarscharf an einer nuklearen Katastrophe vorbei.

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Nordvest-Spitsbergen- Nationalpark (Svalbard)

Nordvest-Spitsbergen

Foto: facebook.com

Der Nordvest-Spitsbergen- Nationalpark auf Spitzbergen (Svalbard) ist ein wunderschöner Landstrich mit hohen Berggipfeln, Gletschern, Fjorden und vorgelagerten Inseln. Hier findet ihr die wichtigsten Denkmäler der Inselgruppe – Überreste von Walfangstationen und Gräbern, die bis ins 17. Jahrhundert zurückdatiert wurden. Der Nationalpark hat mit seinen heißen Quellen, ähnlich denen in Island, auch etwas Einmaliges in Norwegen zu bieten…

Der 1973 gegründete Nordvest-Spitsbergen- Nationalpark umfasst die Fjordlandschaften an der nordwestlichen Ecke Spitzbergens – das Albert I.- Land und das Haakon VII.- Land. Er bedeckt 3.684 km² Land- und 6.189 km² Wasserfläche. Die markanten spitzen Gebirgszüge im Nationalpark sind unter anderem der Grund für den Namen des Inselarchipels. Die Vogelinsel Moffen, die nochmals gesondert durch ein eigenes Naturreservat geschützt ist, befindet sich innerhalb der Grenzen des Parks. Für den Besuch des Nationalparks ist eine Genehmigung des Gouverneurs von Svalbard erforderlich. Gerade im Sommer sind hier einige Touristen anzutreffen, die in den meisten Fällen entweder Smeerenburg, eine große niederländische Walfangstation aus dem 17. Jahrhundert, oder Virgohamna, der Absturzort eines schwedischen Polarforschers, der mit einem Ballon zum Nordpol fliegen wollte, besuchen.

Neben den großen Fjorden Krossfjord, Magdalenefjord und Woodfjord und deren Umgebung umfasst der Nordvest-Spitsbergen- Nationalpark auch die eigentümliche Reinsdyrflya, das größte Strandgebiet auf Spitzbergen. Am Bockfjord finden sich Überbleibsel von Vulkanen mit heißen Quellen. Die Region ist eine wichtige Brut- und Niststätte für tausende von Seevögeln. Die zwei größten Gletscher sind der Lilliehöökbreen, der sich zum Krossfjord entwässert, und der Monacobreen im Osten des Parks.

Die Küstengebiete gehören zur nordarktischen Tundrazone. Der Westspitzbergen-Strom, ein Ausläufer des Golfstroms, bringt relativ warmes Wasser hierher, so dass die Westküste fast ganzjährig eisfrei ist. Rund um die Kalkablagerungen und die heißen Quellen im Bockfjord ist eine einzigartige Botanik mit vielen wärmeliebenden Pflanzen zu finden. Auch die Strandbereiche an den Fjorden, insbesondere die Reinsdyrflya, weisen eine relativ reichhaltige Vegetation auf. Im Nordvest-Spitsbergen- Nationalpark sind Spitzbergen- Rentiere und Polarfüchse beheimatet. Walrosse und Eisbären streifen das Gebiet.

 

Weitere Infos zum Nordvest-Spitsbergen-Nationalpark:

www.visitsvalbard.com

 

 

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