Aust-Agder

Aust-Agder – die Ostkante Sørlandets

die Fylke Aust-Agder (Bild: Wikipedia)

die Fylke Aust-Agder
(Bild: Wikipedia)

Aust-Agder und Vest-Agder, diese beiden Fylke bilden die norwegische Provinz Sørlandet. Hier kannst du mehr über den östlichen Teil der Provinz erfahren und was du dort alles entdecken kannst.

Die Natur der Fylke Aust-Agder ist im Landesinneren vor allem durch den Fluss Otra geprägt, welcher in den Mooren Setesdalsheiene entspringt, um dann etwa 250 Kilometer südlich im Skagerrak zu münden. Dabei durchquert er das Setesdal, ein Tal, welches noch heute vor traditioneller Bauernkultur strotzt. Bauernhöfe und abgeschiedene Dörfer haben diese Gegend zu einem kleinen Idyll gemacht und ausgefallene norwegische Dialekte entstehen lassen. Das Tal lädt zu ausgiebigen Wanderungen ein, auch durch die Moore Setesdalsheiene.
Ein weiterer wichtiger Touristenmagnet des Landesinneren Aust-Agders ist das Skigebiet Hovden, welches als der kälteste Ort der Fylke gilt. Im Jahre 1982 wurden hier -38°C gemessen. Zwar wohnen in Hovden lediglich etwa 400 Menschen, jedoch wird es in der Skisaison von Besuchern überflutet.

Doch vor allem die Küste Aust-Agders ist sehenswert. Da wären zum Beispiel die Städte der Perlenkette Norwegens. Risør und Lillesand beeindrucken mit ihren weißen Küstenfassaden. Wer seinen Lieben Zuhause ein ganz besonderes Souvenir von seinem Norwegentrip zukommen lassen will, der sollte seine Postkarten vom Unterwasserpostamt in Risør abstempeln lassen. Briefe und Karten können dort etwa zwei bis drei Mal wöchentlich von einem Postbeamten mit in die Tiefe und an diesem ungewöhnlichen Postamt abgestempelt und dann verschickt werden. Nicht nur die weißen Fassaden der Küstenlinie sind schon von weitem aus zu sehen, auch der Risørflekken, der schon von einer Entfernung von etwa 20 Kilometern vom Meer aus zu sehen ist, ist ein Erkennungsmerkmal der Perlenstadt. Die Fjällkuppe erhebt sich etwa 45 Meter über dem Meer und wird seit Jahrzehnten als Navigationshilfe für die Seeleute weiß angestrichen.
Die zweite Perle der Kette ist Lillesand. Mit seinen engen Gassen, idyllischen Cafés und einer einzigartigen Bootstour durch die Schären der Küste entlang der alten Seestraße Blindleia ist Lillesand auf jeden Fall einen Besuch wert.

Auch die Hauptstadt Aust-Agders liegt an der Küste. Arendal gilt als die älteste Stadt der Fylke. Sein Zentrum nennt sich Pollen und ist vor allem geprägt durch die Gebäude ehemaliger wohlhabender Kaufleute, die sich in Arendal niederließen. Die meisten davon befinden sich auf der Halbinsel Tyholmen, wie die Dreifaltigkeitskirche, das Kløckers hus und das Alte Rathaus. Arendal wird oft als das Venedig des Nordens bezeichnet, wobei es diesem Namen nicht mehr gerecht wird. Zwar wurde die Stadt auf sieben Inseln errichtet, die durch Kanäle getrennt wurden, diese wurden allerdings nach einem Brand Ende des 19. Jahrhunderts zugeschüttet. Um diesem alten Bild wieder zu entsprechen, gibt es Pläne, die alten Kanäle wieder freizulegen.

Eine weitere Stadt, die ebenfalls auf Insel errichtet wurde, ist Lyngør. Diese Schärenstadt kann nicht mit dem Auto erreicht werden und ist heute vor allem Sommerresidenz für viele Norweger. Nicht nur die Ruhe, die in dem Örtchen aufgrund des Fahrverbotes herrscht, sondern auch die gut erhaltenen, architektonisch schönen Gebäude, laden zu einem Abstecher ein.
Genauso wie das Städtchen Grimstad. Hier lebten eine Zeit land unter anderem zwei der bedeutendsten Literaten Norwegens. Henrik Ibsen absolvierte in Grimstad seine Apothekerlehre und verbracht deshalb sechs Jahre seines Lebens in der Stadt. Und Roald Dahl wohnte einige Sommer im Strandhotel Grimstads. Heute lädt Grimstad jeden ein, gerne auch in den gut ausgebauten Gästehafen.

Aust-Agder hat also im Landesinneren und auch in der Küstengegend einiges zu bieten und sollte deshalb auf der Reiseroute nicht ausgelassen werden.

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...
  1. Pingback: Sørlandet - Norwegenstube

Hinterlasse eine Antwort

Vinmonopolet

Vinmonopolet

Vinmonopolet

Viele, die zum ersten mal nach Norwegen reisen, wundern sich eventuell über die norwegische Alkoholpolitik. Im Gegensatz zu vielen Ländern kann man in Norwegen Alkohol nur in den staatlichen Geschäften kaufen, die den Namen „Vinmonopolet” tragen. In Supermärkten gibt es nur Bier mit geringem Alkoholgehalt. Zudem gibt es durchaus Lokale, in denen es nicht möglich ist, alle Getränke zu bestellen. In vielen Cafes gibt es keinen Alkohol und es gibt auch immer noch Restaurants, in denen man keinen Wein bekommt.

Das Vinmonopolet ist eine Aktiengesellschaft, deren Eigentümer zu 100% der Staat ist, verwaltet wird es vom Gesundheitsministerium. Das Unternehmen hat das nationale Monopol für den Verkauf von Wein, Spirituosen und Starkbier, d.h. alle alkoholischen Getränke mit einem höheren Alkoholgehalt als 4,75 Volumenprozent.

Die Altersgrenze für alkoholische Getränke unter 22 Volumenprozent liegt bei 18 Jahren. Für Produkte mit 22 Volumenprozent oder mehr liegt das Mindestalter bei 20 Jahren.

Das Vinmonopolet wurde am 30. November 1922 als private Aktiengesellschaft gegründet. Dies geschah aus der Konsequenz der Prohibition in Norwegen. Den Namen hat das Unternehmen aufgrund dessen, weil zum Zeitpunkt der Gründung es nur gestattet gewesen ist, Wein (Vin) in Norwegen zu kaufen.

Übrigens ist es auch nicht möglich, vor einem Feiertag nach 16.00 Uhr noch eine Flasche Bier im Supermarkt zu kaufen. Dieses Bier, welches es in normalen Geschäften gibt, hat nur wenige Promille, ist also ein “lettøl” (Leichtbier).

Die Norweger haben, neben dem Besuch in einem der 290 Geschäften, die Möglichkeit, ihren Alkohol im Online-Shop des Vinmonopolet zu bestellen. Dies ist aber nur unter Angabe der Personennummer möglich, die die Volljährigkeit des Kunden prüft. Weiterhin ist es nicht erlaubt, in der Öffentlichkeit Alkohol zu trinken. Eine Ausnahmen stellen die Straßencafés dar. Und wer auf dem Beifahrersitz eines Autos sitzt, darf wie der Fahrer ebenso kein Alkohol trinken.Ausschließlich auf dem Rücksitz ist dies erlaubt.

Wer nun denkt, der Norweger lebt abstinent, der täuscht sich. Teilweise lange schlangenerwartet das Vinmonopolet vor den Wochenenden und vor Feiertagen. Ein Deutschlandbesuch ist für die Norweger das reinste Paradies.

© 2002 - 2022 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved