Sørlandet

Sørlandet – südlicher geht’s in Norwegen nicht

Sørlandet (Bild: wikipedia.org)

Sørlandet
(Bild: wikipedia.org)

Erreicht man Norwegen mit der Fähre nach Kristiansand ist man schon mittendrin in der Region Sørlandet, der südlichsten und zugleich kleinsten Provinz des Landes. Sie ist Teil der „norwegischen Riviera“ und der „weißen Perlenkette“ – was es damit auf sich hat, könnt ihr hier lesen.

Die Provinz Sørlandet ist geprägt durch die Seefahrt und den Handel. Die Inseln vor diesem Teil Norwegens waren früher besiedelt von Fischern und Kaufleuten, die vor allem mit dem norwegischen Lachs und Holz ihr Geschäft machten. Heute dienen die kleinen Dörfern auf den Schären als Sommerdomizile und die Provinz setzt auf die Energiewirtschaft. Gas- und Ölindustrie spielen eine genauso große Rolle wie Solarzellen- und Windkraftindustrie. Doch wenn man von Sørlandet als eine wirtschaftliche Provinz spricht, dann ignoriert man die wunderbare Küstengegend, die heute von vielen Touristen aufgesucht wird. Die „norwegische Riviera“ – so wird die sonnenreichste und wärmste Region Norwegens genannt. Und Sørlandet ist ein Teil davon, genauso wie die Provinz ein Teil der „weißen Perlenkette“. So wird die Aufeinanderfolge von Holzhaussiedlungen entlang der norwegischen Südküste bezeichnet, die allesamt in weißer Farbe gehalten sind. Den Anfang der Kette bildet die in der Provinz Telemark gelegene Stadt Brevik. Sørlandets Perlen sind beispielsweise Risør und Lillesand.

Sørlandet lässt sich in die beiden Regionen Aust- und Vest-Agder einteilen. Agder bedeutet so viel Kante, womit Sørlandet auch als „Kante Norwegens“ bezeichnet werden kann.

In Aust-Agder, der Ostkante, ist das wunderschöne Setesdal zu finden, welches durch den Fluss Otra durchquert wird und zu wunderbaren Wanderungen einlädt. Die Stadt Risør ist eine der weißen Städte der Perlenkette. Hier findet sich nicht nur das Unterwasserpostamt, sondern auch der Risørflekken, ein weißer Fels, der als Erkennungsmerkmal der Küste gilt. Auch die norwegische Bücherstadt Tvedestrad mit Norwegens schmalstem Haus und der Schärenort Lyngør reihen sich in der Kette ein. Die zweitgrößte Stadt der Provinz ist Arendal und wurde lange Zeit als das Venedig Norwegens bezeichnet, bis ein Brand im Jahr 1868 die Stadt zerstörte und die Kanäle zugeschüttet wurden. Zwar gibt es Pläne, die Kanäle wiederherzustellen, doch bis dahin muss man sich im Museum Aust-Agders, welches sich in der Hauptstadt dieser Region befindet, mit einer Ausstellung über die ehemalige Schifffahrtsmetropole begnügen. Etwas südlich von Arendal liegt Grimstad, eine Kleinstadt, die vor allem durch Henrik Ibsen Berühmtheit erlangte, welcher dort seine Apotheker-Lehre absolvierte. Daran erinnert das Ibsenhuset. Eine weitere Perle ist Lillesand, welche vor allem dadurch besticht, dass sie nicht von einem Feuer heimgesucht wurde und deshalb die meisten Holzhäuser in ihrer ursprünglichen Form erhalten sind. Mehr über Aust-Agder gibt es hier.

Nach Lillesand beginnt die Westkante, Vest-Agder, mit Kristiansand, der heimlichen Hauptstadt der Provinz Sørlandet (mehr über Kristiansand kannst du hier lesen). Die nächste Stadt kann mit einigen Superlativen Punkten. Mandal ist die südlichste Stadt Norwegens. Hier findet man den längsten, jedoch wohl auch meistbesuchtesten Sandstrand des Landes, sowie die größte norwegische Holzkirche. Der südlichste Punkt Norwegens, Lindesnes, befindet sich nur wenige Kilometer von Mandal entfernt. Von hier aus sind es 2518 km bis zum Nordkap. Es folgt die westlichste Stadt der Provinz, Flekkefjord, deren Besuch sich aufgrund des einzigartigen Holländerviertels lohnt, welches durch den regen Handel zwischen Norwegen und den Niederlanden entstand. Es heißt, dass Teile Amsterdams sogar auf Holz aus Flekkefjord gebaut sind. Von hier aus führt der Nordsjøvegen, welcher durch wunderbare Täler und Felsen, sowie Sandstrände beeindruckt, hinaus aus Sørlandet.

Die Provinz Sørlandet ist also vor allem geprägt durch seine Küstenorte, doch auch das Landesinnere mit seinen Seen lädt zu Wanderung und Touren ein.

 

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Beerensaison in Norwegen

Die Beerensaison in Norwegen ist ein Genuss. Der etwas kühlere Sommer lässt die Beeren langsamer reifen und entwickeln so eine wundervolle Süße und Geschmack. Die Beerensaison beginnt etwa im späten Juni mit Erdbeeren und endet etwa Mitte Oktober mit schwarzen Johannisbeeren.

Es gibt so einige leckere Beeren in der Blütezeit zwischen zwischen Juni und Oktober, die sich natürlicherweise in den Wäldern pflücken lassen und in der Zeit beginnt ebenfalls die Saison von frischen Desserts. Hier sind einige von ihnen:

Erdbeeren ()

Norwegische Erdbeeren sind aufgrund ihres süßen Geschmackes, und natürlich aufgrund der großen Nachfrage, etwas teurer. Sie sehen meist nicht so perfekt aus wie die Erdbeeren von deutschen Bauern, werden aber reif gepflückt und haben deshalb innen eine schöne Röte. Die Erdbeeren werden in Norwegen meist mit etwas Zucker und Schlagsahne gegessen. Sie dienen außerdem als Deko für Sahnekuchen und viele Norweger bauen auch ihre eigenen Erdbeeren an. Einmal im Jahr haben Einkaufsläden Sonderangebote und die Leute stehen Schlange um Körbe von Erdbeeren zu kaufen. Einige werden dann eingefroren und erst zur Weihnachtszeit wieder aufgetaut. In der Regel findet man an einigen Ecken auch Straßenverkäufer, die Erdbeeren verkaufen.

Moltebeeren (Molte)

Moltebeeren sind der absolute Favorit in Norwegen und damit auch die teuersten. Im vergangenen Jahr lag der Preis bei 350 NOK (ca. 45 EUR) pro Kilo. Ihr Spitzname ist „Arktisches Gold“, „Gold“ aufgrund ihrer Farbe. Doch heute hat sie ihren Spitznamen wohl eher des Preises wegen. Molte wachsen nur in der Wildnis und jemand muss Berge besteigen, durch Sümpfe wandern und sich mit Moskitos anlegen um diese Beeren zu ernten. Es wurde schon viel an der Moltebeere geforscht, man ist sich aber noch immer nicht ganz sicher ob die Pflanze durch die Luft oder Insekten bestäubt werden. Die Beeren benötigen jedoch viel wärme während der Saison und viel Sonne für den Reifeprozess damit sie perfekt schmecken. Moltebeeren sind so empfindlich, dass sie nach dem Pflücken nicht gewaschen werden dürfen, da sie sonnten zerfallen würden. Der Geschmack der Beere geht von sauer-bitter über in apfelsüß. Sie werden ebenfalls häufig mit Sahne, aber auch zu Eis und Joghurt gegessen.

Blaubeeren (Blåbær)

Auch bekannt unter „Arktische Blaubeere“ und sie wachsen ebenfalls in vielen Wäldern Norwegens. Sie lassen sich in feuchten Wäldern, gewöhnlich am Hang gelegen pflücken. Noch an der Pflanze ist ihre Farbe Dunkelblau und nach dem Pflücken werden sie schwarz. Innen ist die Beere Lila und aus deshalb wird sie des öfteren zum Färben von Lebensmitteln verwendet. Es ist bekannt, dass die Blaubeeren während der Grippezeit sehr gut für den Körper sind. Die im Wald gepflückten Beeren enthalten viel mehr Vitamine und Omega 3 als die im Geschäft gekauften Beeren und Lachs. Die Blaubeeren gibt es in Norwegen in Überfluss und sind leicht zu pflücken. Es gibt sogar extra Beerenpflückgeräte. Sie helfen beim pflücken, sammeln aber auch viel Gestrüpp mit ein und können die Beeren und Felder etwas beschädigen. Besonders gerne werden die Beeren auf selbst gemachten Waffeln mit Sahne und etwas Erdbeersoße gegessen.

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