Aktiver Denkmalschutz zu Land und zu Wasser

Große Freude im traditionsbewussten Norwegen: Die historischen Königsstraße über das Filefjell und der Interessenverband “Norwegische Leuchtturmgeschichte” sind mit Europas renommierten Kulturerbe-Preis “Europa Nostra Award” ausgezeichnet worden. Der Preis für Denkmalschutz würdigt bedeutende Kulturdenkmale in ganz Europa sowie Initiativen zum Erhalt des Kulturerbes.

Gewundene Mauern zeichnen die Teilstrecke Vindhellavegen aus. Foto: visitkongevegen.no

Bei den jetzt ausgezeichneten Vorzeigeprojekten handelt es sich um Denkmalschutz zum Anfassen und Erleben: Die historische Königsstraße von Bergen über das Filefjell nach Christiania (heute Oslo) war lange in Vergessenheit geraten. Ende des 18. Jahrhundertsangelegt, war sie damals die Nutzung durch Pferde, Kutschen und Karren ausgelegt und somit im automobilen Zeitalter kaum mehr interessant. Doch nach Jahren des Verfalls hatte sich 2009 die norwegische Straßenbaubehörde “Statens Vegvesen” mit zahlreichen Partnern der Aufgabe angenommen, die historisch bedeutende Ost-West-Verbindung wieder zu beleben: Als kulturhistorischen Wanderweg führt die Königsstraße nun Aktivurlauber auf die Spuren der Geschichte, entlang faszinierender Landschaft. => Weitere Informationen.

Leuchtturm Kjeungskjær. Foto: Morten Andresen, Norsk fyrhistorisk forening.

Das zweite “ausgezeichnete” Beispiel für moderne Denkmalpflege ist der Erhalt von Leuchttürmen durch die “Norsk fyrhistorisk forening”. 76 lokale Gruppen und Vereine kümmern sich leidenschaftlich um den Erhalt von 186 Leuchttürmen entlang der norwgischen Küste, darunter der erste Leuchtturm Norwegens auf Lindesnes von 1656. Sind Bausubstanz und Zugänglichkeit der Leuchtfeuer in Ordnung, richtet der Interessenverband die Leuchttürme für die touristische Nutzung her. => Weitere Informationen.

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Gutulia- Nationalpark (Hedmark)

Gutulia Nationalpark

Foto: thevanvoyage.nl

Der Gutulia- Nationalpark liegt an der Grenze zu Schweden und ist der zweitkleinste Nationalpark Norwegens. Sein Gebiet wird geprägt von einem der letzten Urwälder des Landes und einer für die Hedmark typischen Gebirgs- und Sumpflandschaft. Die Bäume, überwiegend Kiefern, sind ungewöhnlich hoch und einige viele hundert Jahre alt. Der Park eignet sich hervorragend für lange Touren zu Fuß, zum Beeren pflücken und zum Angeln. Es gibt aber keine markierten Wege…

Der Gutulia- Nationalpark wurde 1968 eröffnet und 2004 erweitert. Trotzdem gehört er mit einer Fläche von nur 23 km² zu den kleinsten norwegischen Nationalparks. Der Park liegt vollständig in der Kommune Engerdal (Hedmark). Lange Zeit wurde das Gebiet nur für die Jagd und Fischerei genutzt. Seit dem 17. Jahrhundert lassen die Samen ihre Rentiere hier weiden. Von 1750 bis 1949 gab es drei Bauernhöfe, die Weidewirtschaft betrieben. Es gibt noch 13 inzwischen restaurierte Hütten aus dieser Zeit im Park. Sie stehen zum Teil für Besucher offen. Die ursprüngliche Vegetation wurde durch die Sennerei nicht beeinflusst.

Gutulia ist eine hoch gelegene Waldfläche. Der gesamte Nationalpark liegt zwischen 615 m und 949 m über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung ist der große, runde Berg Gutulivola mitten im Park. Seine Kuppe ist baumlos, aber an den Hängen wachsen Kiefern und Fichten. Landschaftlich geprägt wurde das Areal durch die letzte Eiszeit. Hier war eine Zone, in der es kaum zu Gletscherbewegungen kam. Materialablagerungen sind deshalb als Grundmoränen vorzufinden.

Der nährstoffarme, aus Sandstein bestehende Boden ist nicht die beste Voraussetzung für ein üppiges Pflanzenwachstum. Und so sind lediglich rund 230 Pflanzenarten im Nationalpark registriert. An den Ufern der Flüsse, Bäche und Teiche sind die vegetationsreichsten Stellen mit typischen Gebirgsarten zu finden. Rund 75 Vogelarten wurden gesichtet, darunter typische Vertreter von Gebirgswaldarten und eine Reihe an Wattvögel. Aber auch Raubvögel wie Steinadler, Zwergfalken und Bussarde können beobachtet werden. Elche, Füchse, Marder, Biber, Otter und Minke leben im Gutulia- Nationalpark. Wilde Rentiere sind seit Ende des 19. Jahrhundert nicht mehr zu finden, aber zahme Rentiere weiden überall. Bären, Wölfe und Luchse lassen sich hin und wieder mal sehen.

 

Weitere Infos:

www.nasjonalparkstyre.no

 

 

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