Tiere in Norwegen: Seeadler

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Foto: M. Jürgensen

Im Jahre 1932 soll ein Seeadler auf der Insel Leka (Trøndelag) ein kleines Mädchen geraubt haben. Das Kind war 3 Jahre alt und wog 19 kg. Augenzeugen gab es für den Vorfall nicht, aber man fand das Mädchen schlafend in der Nähe des Adlerhorsts hoch oben in der Bergwand.
Nun fällt es schwer, zu glauben, dass ein Vogel mehr als das Dreifache seines Eigengewichts heben kann.
1978 wurde der “Tatort” untersucht und nachgewiesen, dass ein dreijähriges Kind durchaus in der Lage ist, selbst auf den Berg zu klettern…

Seeadler gehören zur Familie der Habichtsvögel. Sie sind der größte Raubvogel Norwegens und der Vogel mit der längsten Flügelspannweite. Die weiblichen Seeadler sind größer als die Männchen. Das höchste gemessene Gewicht betrug 6850 g, die längste gemessene Flügelspannweite 2,65 m.
Die Jungvögel haben ein teilweise weiß gesprenkeltes, ansonsten dunkelbraunes Federkleid und ebenfalls dunkelbraune Schwanzfedern. Mit 4 – 5 Jahren sind die Vögel erwachsen. Ihr Federkleid ist dann einheitlich dunkelbraun bis auf die reinweißen Schwanzfedern. Der Schnabel, der bei den Jungen noch schwarz war, ist jetzt gelb.

Seeadler ernähren sich von Fischen, Seevögeln und kleinen Säugetieren. Sie bauen ihre Nester auf Felsvorsprüngen, in Bäumen und selten auch auf kleinen Hügeln. Die Nester werden oft jahrelang vom selben Paar benutzt. Das Weibchen legt 1 – 3 weiße Eier, die dann meist von den weiblichen Vögeln 38 Tage lang bebrütet werden. Nach etwa 10 Wochen verlassen die Jungen das Elternnest.

In Norwegen ist der Seeadler an der gesamten Küste von Rogaland bis hinauf zur Finnmark zu finden. Große Vorkommen gibt es auf den Inseln der Lofoten und Vesterålen. Etwa 40% des norwegischen Gesamtbestandes brütet hier. Die Vögel bleiben das ganze Jahr im Land.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Bestand der Seeadler in ganz Europa stark gesunken. 1968 wurden sie unter Naturschutz gestellt, seitdem stieg die Zahl der Vögel wieder an. Gab es 1975 in Norwegen noch ungefähr 400 Paare, so waren es 1984 schon wieder mindestens 800 Paare. Im Jahre 2000 schätze man die Zahl der brütenden Paare auf 1.900 – 2.200, und der Bestand ist weiterhin am Wachsen.

In Norwegen werden vielerorts Vogelsafaris angeboten. Es gibt auch spezielle Seeadlersafaris:
Seeadlersafari auf den Vesterålen
Seeadlersafari auf den Lofoten
Seeadlersafari in Bergen

 

 

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Der Schrei

Der Schrei

Der Schrei – Wikipedia

Der Schrei ist Edvards Munchs bekanntestes Werk und damit auch eines der bekanntesten der Welt. Der 1863 in Løten, Hedmark, geborene Maler erstellte insgesamt vier fast identische Werke des Schreis, es wird der Epoche des Epressionismus zugeordnet.

Das Gemälde zeigt eine unwirkliche Umwelt und in ihr steht im Vordergrund, auf einer großen, schräg links oben aus dem Bild führenden Brücke eine Gestalt, die Hände an die Ohren gepresst, die lidlosen Augen sind wie der Mund weit aufgerissen, die Wangen eingefallen. Der haarlose Kopf ist niemandem wirklich zuzuordnen. Man weiß nicht ob es ein Mann oder eine Frau ist, oder ob jung oder alt. Es ist der Jedermann, der für alle Menschen seiner Zeit schreit, ohne Hoffnung, dass der Schrei gehört wird. Der Schrei hat keinen Inhalt – und keinen bestimmten Hörer.

Drei Exemplare sind der Öffentlichkeit zugänglich und befinden sich heute sowohl in der norwegischen Nationalgalerie als auch im Munch-Museum in Oslo. Das vierte Exemplar befindet sich in Privatbesitz. Das letzte Mal hat es seinen Besitzer, in Form einer Versteigerung, 2012 gewechselt und ist mit 119,9 Millionen Dollar das bisher teuerste verkaufte Bild. Zuständig für die Versteigerung war der deutsche Auktionator, der für das New Yorker Auktionshaus Sotheby‘s arbeitet, Tobias Meyer.

Der Schrei hat allerdings nicht immer rechtmäßig seinen Besitzer gewechselt. Zwei der Werke wurden jeweils 1994 und 2004 gestohlen. Der Diebstahl von, 1994 konnte nach nur drei Monaten aufgeklärt werden. 2004 wurde Der Schrei durch einen maskierten Raubüberfall entwendet. Doch dieses Mal war das Gemälde nicht so schnell auffindbar wie sein Doppelgänger. Erst nach zwei Jahren hat die Polizei bei einer Razzia das Werk gefunden. Das Bild hat die Strapazen nicht ohne Blessuren überstanden und dadurch musste es aufwändig restauriert werden. Im Mai 2008 wurde es nach Abschluss der Restaurationsarbeiten wieder öffentlich ausgestellt, diesmal wesentlich besser geschützt als vorher. Es soll kein unüberwindbarer Glastresor die Gemälde sichern, sondern eher andere Maßnahmen, die den Dieben kostbare Zeit rauben.

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