Trondheim – mehr als der Nidarosdom

Lagerhäuser im Trondheimer Hafen

Lagerhäuser im Trondheimer Hafen

Trondheim liegt an der Mündung des Flusses Nidelva im Fylke Sør-Trøndelag, es wurde 997 als Nidaros gegründet. Trondheim ist mit ca. 180.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Norwegens.  Bekannt ist Trondheim vor allem durch den Nidarosdom, der lange Zeit Krönungskirche der norwegischen Könige war. Er gilt als der größte Sakralbau Norwegens.  Trondheim hat jedoch weit mehr als den Dom zu bieten.

Einen Besuch wert ist gleich neben dem Dom die Bischofsresidenz, die zu den am Besten erhaltenen Gebäuden dieser Art  in Europa zählt. Sie ist zudem das älteste weltliche Gebäude in ganz Skandinavien und war das Verwaltungszentrum des Bischofssitzes.  Der Westflügel, der dem Nidarosdom am nächsten steht, entstand im 15. Jahrhundert. Das sogenannte Waagenhaus, mit dem Tor zum Innenhof, enthält Kellergewölbe, welche jetzt die Kronjuwelen des norwegischen Königshauses beherbergen.

Verlassen wir nun das Domgelände und begeben uns in Richtung der alten Stadtbrücke (norw. Gamle bybroen) aus dem Jahre 1862. Die Brücke verbindet die Zentrumshalbinsel mit dem Stadtteil Bakklandet, der für seine kleinen Holzhäuser bekannt ist, die heute Cafés, Werkstätten und Boutiquen beherbergen.  Die alten – auf Holzpfählen stehenden – Lagerhäuser des alten Flusshafens sind sehenswert und teilweise gut erhalten.

Auch an der Südseite des Kanalhafens findet man eine Reihe dieser für Trondheim typischen Lagerhäuser. Auf der nördlichen Seite des Kanalhafens befindet sich der Hauptbahnhof, hier treffen gleich mehrere der “großen Bahnlinien” aufeinander: Die Meråkerbahn kommt aus Schweden, die Nordlandsbahn geht in Richtung Bodø (Ausgangspunkt für die Fährverbindung zu den Lofoten), aus dem Landesinneren kommt die Rørosbahn und über die Dovrebahn gibt es eine Verbindung zur Hauptstadt Oslo.

Geht man am Kanalhafen entlang gelangt man am Ende des Hafens zur Eisenbahn – Klappbrücke „Skansenbrua“, die Anfang des 20. Jahrhunderts von dem amerikanischen Architekten Joseph B. Strauss konstruiert wurde. Sie ermöglicht die Einfahrt von Schiffen in die westliche Einfahrt des Kanalhafens. Ein wenig Geduld ist nötig, da doch recht reger Zugverkehr herrscht. Es lohnt sich jedoch diese beeindruckende Konstruktion „in Bewegung“ zu sehen.

Skansenbrua

Skansenbrua

Weiter westlich im Kanalhafen befindet sich der alte Fischmarkt Ravnkloa, der auch Anlegestelle für die Personenfähre zur Insel Munkholmen ist. Munkholmen wird heute gern zum Sonnenbaden und Schwimmen genutzt, hat jedoch eine wechselhafte Geschichte hinter sich, deren Spuren teilweise noch auf der Insel zu finden sind.  Wie der Name schon vermittelt gab es dort einmal eine Klosteranlage,  später wurde Munkholmen als Festung ausgebaut, eine Zeitlang war es Gefängnis und auch die deutschen Besatzer hatten sich dort eingenistet.

Ringve Musikmuseum in der Lade Allé 60

Ringve Musikmuseum in der Lade Allé 60

Mein persönlicher Tipp für Trondheim ist ein Besuch im Ringve Musikmuseum, das in einem schönen Park  in der Lade Allé 60 beheimatet ist.  Das Ringve Museum ist ein (auf einer privaten Sammlung aufgebautes) Museum für Musik und Musikinstrumente und beherbergt Ausstellungsgegenstände aus der ganzen Welt. Es gibt Führungen in vielen Sprachen und unser Führer konnte uns (fast) jedes Instrument vorspielen, ein recht beeindruckendes Erlebnis und so ist die Teilnahme an einer Führung sehr empfehlenswert. Wir hatten noch das Glück die einzigen Gäste in der deutschen Führung zu sein und hatten so eine besonders intensive Begegnung mit den Ausstellungsstücken des Museum. Eine Führung nur für zwei Gäste, so etwas geht in Norwegen….

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Øyafestival

Øyafestival

Øyafestival

Das Øyafestival ist ein norwegisches Musikfestival, das dieses Jahr vom 11.-15. August bereits zum 17. Mal stattfindet. Schauplatz des musikalischen und auch kulturellen Spektakels ist seit 2014 der Tøyapark.

Das Øyafestival – ein schönes Festival voller schöner Menschen

Dieses Motto schreiben die Veranstalter sich bereits seit Jahren auf die Fahne. Und schön sind natürlich nicht nur die Menschen, sondern auch die Musik. Ein Mix aus vielerlei Musikgenres zeichnet das Øyafestival aus – Künstler wie Iggy Pop, Kanye West, Pulp, Blur oder die Arctic Monkeys begeisterten schon die Besucher.

1999 fand das Festival zum ersten Mal statt, in den ersten beiden Jahren in Kaløya, ein wenig außerhalb Oslos. Dann musste ein neuer Schauplatz her. Lange Zeit residierte das Festival im Middelalderpark in Oslo. Zwischen den mittelalterlichen Ruinen erlangte es ein ganz besonderes Flair. Dieses Jahr findet es nun zum zweiten Mal in der neuen Location statt – dem Tøyapark, zu dem auch der Botanische Garten der Universität gehört. Von hier aus erreicht man ganz schnell zu Fuß die Innenstadt – und das ist auch gut so, denn das Festival hört nicht etwa an den Parkgrenzen auf. Viel eher kann man sagen, dass ganz Oslo mitfeiert. Eingeleitet wird das Ganze am 11.August mit dem Klubbdag, an dem schon in der ganzen Stadt kleinere Gigs und Feiern als Vorgeschmack auf das Øyafestival stattfinden. Dann geht’s am nächsten Tag richtig los. Von mittags bis abends können die Besucher Konzerte auf den vier Hauptbühnen genießen. Um Mitternacht ist dort zwar Schluss, allerdings geht es dann bei den Øya Nights weiter. In der ganzen Stadt finden in vielen Clubs noch Partys und kleine Konzerte statt.

Mit seinen etwa 17.000 Besuchern pro Tag gehört das Øyafestival zwar eher zu den kleineren Festivals, allerdings sind auch schon ganz große Acts dabei. Dieses Jahr darf man sich auf Courtney Barnett, Florence + The Machine, Alt-J, Beck und noch viele mehr freuen. Neben internationalen Newcomern sind auch immer skandinavische Bands dabei.

Warum das Festival auch als ein schönes Festival bezeichnet wird, liegt daran, dass die Veranstalter einen großen Wert auf Umweltfreundlichkeit legen. Das fängt natürlich an bei der Mülltrennung, geht aber auch weiter über den Transport der Besucher, bis hin zur Versorgung. Bei den Essensständen wird viel Wert darauf gelegt, dass regionale Produkte angeboten werden und auch Köstlichkeiten aus ökologischen Anbau.

Preislich liegt das Øyafestival in einer erschwinglichen Kategorie. Für knapp 300 € kann man sich ein Festivalticket holen, welches dann für den gesamten Zeitraum des Festivals gilt, auch den Klubbdag. Für etwa 100 € bekommt man ein Tagesticket.

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