Hurtigruten-Museum in Stokmarknes

Hurtigruten-Museum

Das Hurtigrutenhus in Stokmarknes

Ein Jahr, zwei Jubiläen – die Hurtigruten wird in diesem Jahr 120 Jahre alt, das Hurtigruten-Museum in Stokmarknes 20 Jahre. Grund genug für einen Abstecher zu dem Ort, wo alles begann.
Stokmarknes liegt im Herzen der Vesterålen und Lofoten auf der Insel Hadseløya und ist auch heute noch eine Station der Hurtigruten. Direkt neben dem Kai findet ihr das Hurtigruten-Museum im Hurtigrutenhus…

Das Hurtigrutenhus beherbergt neben dem Museum ein Hotel im Stil eines Passagierschiffes und fungiert als Tagungscenter und Kulturhaus, in dem Konzerte, Theatervorstellungen und andere Veranstaltungen stattfinden.
Das Museum gliedert sich in mehrere Ausstellungsräume, in denen die Geschichte der Hurtigruten und das Leben an Bord der Schiffe gezeigt werden. Eine Menge Exponate, Bilder und Texttafeln erwarten euch.
Hurtigruten-Museum-Ausstellung

In einem der Ausstellungsräume

Auf dem Rundgang lernt ihr die verschiedenen Epochen der Hurtigruten kennen und könnt unterschiedliche Funktionsräume wie den Maschinenraum, den Postraum, die Kommandobrücke und den Salon besichtigen. Das Be- und Entladen der Schiffe, die Navigation und die Sicherheit an Bord sind genauso Thema wie die Schiffsunglücke, die es in der langen Geschichte der Hurtigruten gab. Berufsgruppen, die heute nicht mehr gebraucht werden wie Lotsen und Funker, werden vorgestellt. Alle Schiffe, die für die Linie gefahren sind, wurden als Modell nachgebaut und ausgestellt, und natürlich wird auch an den Vater der Hurtigruten – Kapitän Richard With – erinnert.
Es gibt einen Videoraum, in dem Aufnahmen aus der 120jährigen Geschichte gezeigt werden.

Hurtigruten-Museum-Finnmarken

In der Steuerkabine der “Finnmarken”

Zum Museum gehört das ausgemusterten Schiff MS Finnmarken, das neben dem Hurtigrutenhus an Land steht. Der Zugang ist vom 2. Obergeschoss des Hurtigrutenhus möglich. Hier erlebt ihr Geschichte hautnah, könnt auf dem Stuhl des Steuermanns Platz nehmen und einen Blick in die alten Kabinen werfen.

Das Hurtigruten-Museum entstand dank der Arbeit vieler ehrenamtlicher Helfer und mit Hilfe von Spenden. Im Staatsbudget der letzten Regierung waren Gelder vorgesehen, die dem Museum zugutekommen sollten und unter anderem für einen Schutzbau für die Finnmarken gedacht waren. Das Schiff ist im Moment Wind und Wetter ausgesetzt und rostet vor sich hin. Leider hat die neue norwegische Regierung diesen Posten ersatzlos gestrichen.

Hurtigruten-Museum-Denkmal

Denkmal für Kapitän Richard With

Der Eintritt ist für Passagiere der Hurtigruten frei, es muss lediglich die Bordkarte vorgezeigt werden. Für alle anderen kostet ein Besuch des Museums 90 NOK (ermäßigt 75 NOK), Kinder bis 15 Jahre zahlen 35 NOK. Das Hurtigruten-Museum hat das ganze Jahr über geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren ein wenig, sind aber auf die Anlegezeiten der Hurtigruten abgestimmt. Das heißt, wenn ihr Stokmarknes per Hurtigrutenschiff ansteuert, besteht die Möglichkeit auf einem Landgang das Museum aufzusuchen. Die Schiffe liegen hier auch 1 Stunde an, so dass ihr genügend Zeit habt. Für alle anderen gilt, zwischen 14 und 16 Uhr ist immer offen. Viel Spaß!

 

Weitere Infos:
hurtigrutemuseet.no
www.facebook.com/hurtigrutemuseet

 

 

 

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Die Moltebeere und "den store moltekrigen"

Reife MoltebeereVerärgerte Grundbesitzer, die mit einer Schrotflinte drohen. Schilder, die sagen multeplukking forbudt (Moltebeeren pflücken verboten). Frech lügende Diebe. Geheim gehaltene Sammelstellen. In die Welt gesetzte Gerüchte, ein Bär treibe sein Unwesen im Moor. Aus dem Wohnzimmerfenster wird der Sumpf mit dem Fernglas überwacht. – Seit Jahrhunderten streiten sich in Nordnorwegen die Menschen um das Gold des Sumpfes, die Moltebeere…

Was hat es mit der Beere auf sich, die so viele Fehden und Feindseligkeit erzeugt? Für Nichtnorweger ist das nicht wirklich nachvollziehbar, zumal es weitaus besser schmeckende Früchte als die Moltebeere gibt.
Aber nicht jeder Norweger ist begeistert, wenn Fremde sich in der Nähe ihrer Sammelstelle aufhalten. Einige zäunen diese gar ein oder stellen Warnschilder auf, die das Gebiet als lebensgefährlich ausweisen. Eine 1968 erstmals vom NRK ausgestrahlte Radiosendung namens
Den store moltekrigen (Der große Moltebeerenkrieg) nimmt dieses Phänomen näher unter die Lupe.

Laut dem in Norwegen gültigen Jedermannsrecht ist es jedem erlaubt, wilde Beeren zu pflücken. Für die Moltebeere gibt es eine Ausnahmeregelung. In den drei nördlichsten Provinzen Nordland, Troms und Finnmark kann der Grundeigentümer das Pflücken dieser Beeren verbieten. Es gibt Flächen, die als sogenanntes Moltebeerenland ausgewiesen sind. Hier gehören die Früchte zur wirtschaftlichen Basis der Menschen, und man muss eine Erlaubnis haben, um diese ernten zu dürfen. Es gibt auch Regelungen, nach denen die Pflücker die Hälfte oder ein Drittel ihres Ertrages an den Grundstückseigentümer abgeben müssen.

Blühende MoltebeerenDie Moltebeere ist ein Tundra-Gewächs. In Norwegen findet man sie im kalkarmen Moor- und Sumpfland. Sie gedeihen bis zu einer Höhe von 1.400 m. Insbesondere im Norden des Landes kommen sie in großen Mengen vor. Hier werden sie teilweise auch angepflanzt.
Die Beere ist eine mehrjährige Pflanze und gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie wird 5 bis 20 cm hoch mit einer eingeschlechtigen, weißen Blüte. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.
Die Moltebeere blüht früh im Jahr, ist aber sehr frostempfindlich. Ist es zu kalt während der Blütezeit, fehlt die Frucht.
Die Moltebeere ist eine Sammelsteinfrucht, die im unreifen Zustand hellgrün und dann blassrot ist. Wenn die Beere orange ist, ist sie reif und wird sehr schnell weich.

Die reifen Früchte sind reich an Vitamin C und halfen den Seeleuten früher, sich vor Skorbut zu schützen. Heute werden sie zu Marmelade oder Saft verarbeitet oder für Süßspeisen verwendet. Eine besondere Spezialität ist der Likör, der aus den Beeren zubereitet wird. Die Blätter haben einen hohen Gehalt an Gerbsäure und werden als Hausmittel gegen Durchfall eingesetzt.
In Norwegen ist die Nachfrage deutlich höher als der Ertrag. Jährlich werden 200 bis 300 Tonnen aus Finnland importiert.

 

Ut i naturen: Den store multekrigen

 

(Fotos: M. Jürgensen)

 

 

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