Nationaltheater in Oslo

Norwegen hat eine ausgesprochen lebhafte und vielseitige Theaterszene, die sich aufgrund der ungleichmäßigen Besiedelung des Landes allerdings auf die Metropolen und den südlichen Teil des Landes konzentriert.  Beginnen wir unsere Theaterreise in Oslo und zwar im Nationaltheater (Nationaltheatret)  

Das Nationaltheater firmiert zwar unter der Postadresse Johanne Dybwads plass 1, liegt aber gefühlt direkt an der Osloer Prachtstraße, der  Karl – Johans – Gate.  Der Entwurf für den Bau kommt vom Architekten Henrik Bull, im Jahr 1899 wurde das Haus feierlich eröffnet. Bulls Entwurf orientierte sich an der damals gebräuchlichen deutschen Theaterarchitektur. Er kombiniert Elemente aus Jugendstil,  Berliner Klassizismus und Neorokoko miteinander.  Seit 1983 steht der Bau unter Denkmalsschutz. Vor der Frontseite des Theaters befinden sich seit dessen Eröffnung zwei vom Bildhauer Stephan Sinding geschaffene Statuen der norwegischen Dramatiker Bjørnstjerne Bjørnson und Henrik Ibsen.

Nationaltheater Oslo Foto: Kirsten Henckel

Nationaltheater Oslo
Foto: Kirsten Henckel

Ursprünglich war das Nationaltheater  als „Drei-Sparten-Haus“ konzipiert und so gab es neben dem Sprechtheater auch Opern- und Operettenaufführungen und sogar Ballett. Die weltbekannte norwegische Sopranistin Kirsten Flagstad hatte im Nationaltheater erste Erfolge und bis zum Jahr 1919 hatte das Theater noch ein eigenes Orchester. Erst im Lauf der zwanziger Jahre wurde aus dem klassischen Drei-Sparten-Haus ein reines Sprechtheater.

Es ist mittlerweile das größte Sprechtheater des Landes und besonders mit Inszenierungen von „Klassikern“  (vor allem der Stücke Henrik Ibsens) sowohl national als auch international bekannt geworden.  Neben Klassikern wird aber in den letzten Jahren auch sehr viel Wert auf „Gegenwartstheater“ gelegt, dies verbunden mit dem Anspruch eines der führenden Theater in Europa zu werden.  Seit 1990 gibt es – inzwischen im zweijährigen Rhythmus – ein Internationales Ibsen Festival , das seit 2003 von einem Festival zur Gegenwartsdramatik (Samtidsfestivalen) ergänzt wird. Hier gibt es das Programm aller Aufführungen: http://www.nationaltheatret.no/no/program/  Viel Vergnügen bei einem Theaterabend im Nationaltheatret.

 

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Sparke - skandinavische Tradition auf Kufen

Sparke

Foto: M. Jürgensen

Der spark oder sparke stammt ursprünglich aus Nordschweden. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat er sich auch in Norwegen verbreitet und ist heute nicht mehr wegzudenken. Ob als Transportmittel, als Sportgerät oder nur zum Spaß – der sparke wird von Jung und Alt insbesondere im Norden des Landes gern genutzt…

Der sparke ist ein Tretschlitten, der auf festem Schnee oder Eis zum Einsatz kommt. Er ist für zwei Personen gebaut und besteht aus einem Stuhl, der auf den Kufen befestigt ist und an dessen Lehne Griffe angebracht sind, mit denen der Schlitten gelenkt werden kann. Die Kufen waren ursprünglich aus Holz, sind inzwischen aber aus Stahl. Sie sind mehr als doppelt so lang wie der Stuhl und ragen hinter diesem hervor. Während eine Person auf dem Stuhl sitzt, steht die andere Person hinter dem Stuhl auf den Kufen und schiebt durch das Treten mit einem Bein den Schlitten an. Geübte sparke– Fahrer erreichen Geschwindigkeiten von 20 km/h und mehr.

Es gibt verschiedene Variationen des sparke, mit einer oder drei Kufen und mit Rädern statt Kufen. Aber diese konnten sich alle nicht durchsetzen und den Erfolg des Originals auch nur annähernd erreichen. Zudem gibt es den Schlitten in mehreren Größen.
Moderne Sportschlitten bestehen nicht mehr aus Holz und haben auch keinen Stuhl mehr. Sie bestehen nur noch aus Kufen und Lenker und können deutlich höhere Geschwindigkeiten erreichen als die traditionellen Schlitten.

Schon bei den Nordischen Spielen (Nordiska spelen), die zwischen 1901 und 1926 in Schweden ausgetragen wurden, standen Rennen mit dem sparke auf dem Programm. Seit 1988 findet im finnischen Ort Multia jährlich die Weltmeisterschaft im Tretschlittenfahren statt.

 

Weitere Infos:
Weltmeisterschaften im Tretschlittenfahren
Sparkpikene på Hølonda
Nansen-sparken

 

 

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