Norsk Sommer

Sommer Norwegen

Sommer Norwegen

Die Norweger freuen sich jedes Jahr auf ihn – auf den „Norsk Sommer“. Sommer in Norwegen wird jedes Jahr zelebriert als wäre es der letzte auf Erden. Natürlich freuen sich die Norweger auch auf ihren Winter, allerdings ist der Sommer immer etwas ganz besonderes. Vielleicht auch weil er so relativ kurz ist.

Natürlich reisen die Norweger in ihrem Sommerurlaub auch ins Ausland. Neben den südlichen Ländern, ist auch Deutschland ein sehr beliebtes Reiseziel. Nicht nur die Preise reizen sie, sondern auch die Landschaft und die historischen Städte. Die Norweger bleiben im Sommer aber ebenso gerne Daheim und verschieben den Südenurlaub auf die dunkleren Tage. Da es Norwegen so üblich, dass der größte Anteil der Urlaubstage im Sommer genommen wird, bleibt zu dem Urlaub im Ausland, auch die Zeit in der Heimat noch einmal in die Ferien zu fahren. Auch die Schüler haben im Sommer anstatt sechs Wochen (wie es in Deutschland der Fall ist), acht Wochen Ferien. Dafür sind jedoch die Oster- und Herbstferien um jeweils eine Woche verkürzt.  Meistens treibt es die Familien und Freundeskreise an die norwegische Küste oder in die Berge, oder an beide Orte. Dabei werden alle Angebote, die die Natur mit sich bringt ausgenutzt. Tagsüber wird gewandert oder eine Kanu/Kajaktour gemacht und nachts bis in die Morgenstunden mit Aquavit und “Sommerøl” am Lagerfeuer, Wasser oder der eigenen Terasse gesessen. Die langen sonnigen Tage werden aufgesogen und als Reserve für den dunklen Winter gespeichert. Die hellen Juninächte verwandeln das Land in ein Abenteuer. Die Norweger sind fest davon überzeugt, dass der “Norsk Sommer” der beste Sommer überhaupt ist, wie auch die norwegischen Erdbeeren. Die seien ebenfalls die besten der Welt und werden in der warmen Jahreszeit in großen Mengen verspeist.

Auch im norwegischen Handel wird dem Sommer eine hohe Bedeutung zugeschrieben. So gibt es ständig Sommerangebote, ein Sommerbier, die Sommerausgabe einer Zeitschrift, den Song „Sommer i Norge“ und geschlossene Läden oder zumindest verkürzte Öffnungszeiten. Es ist ja schließlich „Norsk Sommer“ und der muss genutzt werden!

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Rorbuer - die Hütten der norwegischen Fischer

Rorbuer auf den Lofoten

Rorbuer auf den Lofoten, Foto: Bettina Häslich

Rorbuer sind Fischerhütten, die den Fischern während der Saison als Unterkunft dienten und teilweise immer noch dienen. Insbesondere die Inselgruppe der Lofoten wird mit ihnen in Verbindung gebracht, weil sie deren Antlitz prägen, aber sie sind in ganz Nordnorwegen entlang der Küste und auf den vorgelagerten Inseln zu finden…

Fischer aus allen Teilen Norwegens fanden sich seit Jahrhunderten im Winter in den nördlichen Gewässern ein, um Dorsch zu fangen. Sie verweilten dort wochenlang und brauchten, da sie nicht auf ihren Schiffen übernachten konnten, Unterkünfte. Im frühen 12. Jahrhundert lies König Øystein I. die ersten Rorbuer auf den Lofoten in Kabelvåg bauen. Zu einem Rorbu gehörten Schlafplätze für eine Bootsbesatzung, eine Kochstelle und ein Raum, in dem die notwendige Ausrüstung der Fischer gelagert werden konnte. Die Hütten standen an Land in direkter Nähe zum Wasser, um die Gerätschaften schnell ins oder vom Boot zu holen. Es gab Rorbuer, die den Fischern selbst gehörten, die meisten waren aber Eigentum des Ortes und wurden vermietet.

Das Wort setzt sich zusammen aus ro (rudern) und bu (kleines Gebäude, Bude). Es handelt sich also um die Buden der Ruderer. Rorbu ist ein typisch nordnorwegischer Begriff. Auch in anderen Landesteilen gibt es Fischerhütten. So werden die Unterkünfte an der Küste Romsdals fiskarstove genannt, in Hordaland hat sich der Begriff fjæremannshus verbreitet und an den Seen im Innland findet man fiskebuer.

Etwa seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde mit der Vermietung der Rorbuer an Touristen begonnen. Die Nachfrage der Fischer an Unterkünften lies immer mehr nach, und viele Hütten standen das ganze Jahr über leer. Innerhalb von 20 Jahren wuchs die Zahl der Urlauber, die in den traditionellen Fischerhütten übernachten wollten, rapide an. Rorbuer wurden renoviert, modernisiert oder sogar neu gebaut. Auf den Lofoten geht man von etwa 100 Hütten aus, die nie von Fischern bewohnt, sondern nur für den Tourismus errichtet wurden.
Heute haben die Rorbuer einen hohen Standard – gefliestes Bad, WC, Küche, Kamin, TV. Einzig die Lage und ihre unverkennbare Farbe sind gleichgeblieben.

 

Weitere Infos unter:
www.lofoten-rorbuer.no
www.visitvesteralen.com

 

 

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