Norwegische Außenpolitik

Obwohl Norwegen ein relativ kleines und bevölkerungsarmes Land im Norden Europas ist, so ist seine Außenpolitik eine sehr engagierte. Das Land setzt auf verschiedenen Ebenen auf eine starke Zusammenarbeit. Auf regionaler Ebene mit den anderen skandinavischen Ländern, auf europäischer und auf internationaler Ebene. Vertreten werden die außenpolitischen Ziele natürlich von der gesamten Regierung, vor allem aber vom norwegischen Außenminister Espen Barth Eide von der Arbeiderpartiet.

Norwegens außenpolitische Arbeit innerhalb Skandinaviens

Die nordische Zusammenarbeit ist ein sehr wichtiger Punkt in der norwegischen Außenpolitik. Die skandinavischen Länder verhandeln über gemeinsame Ziele und Vorstellungen, die sie in internationalen Organisationen starkmachen. Zu dieser Zusammenarbeit gehört die Mitgliedschaft im Nordischen Rat und im Nordischen Ministerrat, dessen Vorsitz Norwegen seit 2012 innehat.

Norwegische Zusammenarbeit mit Europa

1994 durfte das Volk entscheiden: Sollte Norwegen der Europäischen Union beitreten – ja oder nein? Die Mehrheit der Norweger sprach sich gegen einen Beitritt aus und auch bis heute ist Norwegen kein EU-Mitglied. Trotzdem besteht eine tiefe Zusammenarbeit zwischen Norwegen und der EU, die vor allem auf gemeinsamen Zielen und demokratischen Werten baut. Außerdem beteiligt sich Norwegen an anderen europäischen Organisationen und ist so seit 1949 Mitglied im Europarat, in dem sich die Mitgliedsländer mit Themen wie Bildung, kultureller Zusammenarbeit, Dialog der Religionen, Medien, Gesundheit und Umweltschutz auseinandersetzen. Generalsekretär des Europarates ist seit 2009 der Norweger Thorbjørn Jagland. Desweiteren ist das Land seit 1994 Mitglied im Europäischen Wirtschaftraum (EWR).

Norwegisches Engagement auf internationaler Ebene

Eine ausgeprägte Friedens- und Entwicklungspolitik steht auf der Tagesordnung der norwegischen Außenpolitik. Dabei geht es vor allem um den Einsatz für Völker- und Menschenrechte auch auf internationaler Ebene. Als 1945 die UNO gegründet wurde stellte Norwegen damals mit Trygve Lie den ersten Generalsekretär der Organisation. Auch als die OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) gegründet wurde, war Norwegen mit dabei, sich für eine demokratische Entwicklung in den Mitgliedsstaaten einzusetzen.
Eines der wichtigsten außenpolitischen Ziele Norwegens ist die Zusammenarbeit in Fragen der Umwelt. Norwegen ist einer der wichtigsten Energielieferanten und sehr darauf bedacht, die Umwelt, die ihnen zu dieser Stellung verholfen hat, zu schützen und zu wahren. Dabei ist eine internationale Zusammenarbeit auf diesem Gebiet unabdingbar und von großem nationalem Interesse.

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Weihnachtsbräuche in Norwegen

Die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest beginnen auch in Norwegen schon einige Wochen vor dem Fest. Wie bei uns muss man gut aufpassen, um nicht zu sehr in vorweihnachtliche Hektik zu verfallen. Einiges ist ähnlich wie bei uns… oder doch ganz anders?

Auf jeden Fall gibt es wie in Deutschland auch die Weihnachtsbäckerei. Die gute norwegische Hausfrau backt zu Weihnachten småkaker, also Kekse, und zwar mindestens sieben Sorten. Es gibt auch ein spezielles „julebrød“ (Weihnachtsbrot) mit Rosinen, Kardamom, Orangeat und Zitronat. Die Brauereien brauen ein Weihnachtsbier (juleøl) und in den Geschäften taucht die Weihnachtsbrause (julebrus) auf, ein gar süßes und für unseren Gaumen sehr ungewohntes Getränk.

Einen Weihnachtsbaum gibt es auch, allerdings wurde dieser erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts  durch deutsche Einwanderer nach Norwegen gebracht, zunächst gab es Weihnachtsbäume auch nur in den Städten, inzwischen hat sich der Baum jedoch im ganzen Land etabliert und leuchtet am Weihnachtsabend in fast allen Stuben.

Am Nachmittag des Weihnachtsabends läuten die Kirchenglocken die Weihnacht ein. In vielen Familien beginnen die Feiern mit der Lesung des Weihnachtsevangeliums. Danach geht es zu Tisch und es gibt traditionelle Speisen wie zum Beispiel „Ribbe“,  ein Braten von der Schweinerippe der mit Kartoffeln, Sauerkraut, Dörrpflaumen und / oder Preiselbeeren gegessen wird. Auch Lutefisk wird aufgetragen oder ganz schlicht „pølser”, also Würstchen.

Nach dem Essen wird um den Baum getanzt, alle fassen sich an den Händen, gehen rund um den Baum und man singt dazu Weihnachtslieder. Danach gibt es die Bescherung und der Rest des Abends wird mit gemeinsamen Spiel und reichlich Süßigkeiten genossen.

Juleneket - Getreidegarben für die Vögel  Foto: Kirsten Henckel

Juleneket – Getreidegarben für die Vögel
Foto: Kirsten Henckel

Auf den Höfen bekommt am Weihnachtsabend auch der Nisse sein Essen, er bekommt als Beschützer des Hofes eine Schüssel mit Grütze (julegrøt) in die Scheune gestellt, damit er zufrieden ist und den Hof weiter schützt.  Für die Vögel werden „juleneket“ herausgehängt, Bündel von Kornähren werden nach draußen gehangen, damit es auch die Vögel zu Weihnachten gut haben.

God jul – Frohe Weihnachten

 

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