Nyksund – Das einst vergessene Fischerdorf

NyksundNur wenige Orte an Norwegens Küste sind so sagenumwoben wie Nyksund. Einst war der Ort eine blühende Gemeinde, aber die neuen Zeiten zwangen die Menschen, auch dieses alte Fischerdorf aufzugeben und zu verlassen. Heute ist der Ort eine Touristenattraktion und in jedem Reiseführer zu finden…

Nyksund befindet sich in der Kommune Øksnes an der Nordspitze von Langøya (Vesterålen). Der Ort liegt auf den beiden Inseln Nyksundøya und Ungsmaløya, die durch eine um 1870 gebaute Mole verbunden sind. Zwischen diesen befindet sich der Hafen mit seinen zweistöckigen Kaianlagen und Bryggen. Die Wellen, die sich an der Mole brechen, sind die des Atlantiks.

Im 19. Jahrhundert war der Ort einer der größten und lebhaftesten auf den Vesterålen. Die Nähe zu den Fischgründen machte ihn zu einem beliebten Platz sowohl für die Fischer und ihre Familien aus der Umgebung als auch für vorbeireisende. Trotz der kargen Erde, des Mangels an Holz und Süßwasser und des rauen Klimas direkt am Atlantik ließen sich Handwerker und Kaufleute nieder. Der Ort hatte eine eigene Schule und ein gut besuchtes Wirtshaus.
Nach dem 2. Weltkrieg sorgten größere und mit Motoren ausgestattete Boote dafür, dass die ständige Nähe zu den Fischgründen nicht mehr nötig war. Nyksunds Hafen wurde zu klein für die neuen Boote und die Fischer wichen in das 10 km südlich gelegene Myre aus, dessen Hafen bald zum wichtigsten der Gegend wurde und auch heute noch zu den größten in Nordnorwegen zählt. 1970 verließen die letzten Einwohner das Fischerdorf. Nyksund wurde zu einer Geisterstadt.

Nyksund-1985

Nyksund 1985 – 15 Jahre unbewohnt

1985 wurde der Ort von Stefan Schneider und anderen Studenten der Sozialpädagogik an der Technischen Universität Berlin wiederentdeckt, und im Rahmen eines Theorie-Praxis-Seminars begann der Wiederaufbau. Ihnen folgten weitere junge Leute aus Deutschland und später ganz Europa. Das Leben kehrte nach Nyksund zurück.

Nähere Infos hierzu:
Das Nyksund-Projekt

Durch das Engagement der Deutschen wurde ein Teil der ehemaligen Bewohner Nyksunds wieder auf die alte Heimat aufmerksam und motiviert, am Wideraufbau teilzunehmen. Sie nutzen ihre zu neuem Glanz erstrahlten Häuser als Wochenend- und Feriendomizil.

Heute ist Nyksund ganzjährig bewohnt und bietet ebenfalls das ganze Jahr über touristischen Service an. Es gibt inzwischen 5 kleine Hotels und eine erstklassige Gastronomie.
Konzerte und Festivals locken Besucher an. Das Dorf ist ein beliebter Treffpunkt für Fotografen und Künstler. Zwei Filme wurden teilweise hier gedreht – Etter Rubicon und Insomnia.

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Neben der einzigartigen Architektur hat Nyksund seine fantastische Lage und eine wunderschöne Umgebung zu bieten. Im Sommer erlebt man die Mitternachtssonne, im Winter Polarlichter. Zwischen Nyksund und Stø verläuft die Dronningruta, der berühmteste Wanderweg der Vesterålen. Die kleinen Inseln und Schären nördlich von Nyksund und Stø sind Naturschutzgebiet, da sie ein wichtiger Lebensraum für Seevögel und Robben sind. Angeltouren von Land aus oder auf dem Meer versprechen, erfolgreich zu sein. Wer möchte, kann von Stø aus auf Walsafari gehen.
Oder man genießt einfach nur die Ruhe…
 

 
 

Weitere Infos unter:
www.nyksund.com
www.nyksund-info.com
www.nyksund.org

 

(Fotos: M. Jürgensen)

 

 

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  1. Thomas sagt:

    Schön mal einen Betrag über Nyksund zu sehen der so inhaltlich richtig ist.Seit 1994 gibt es dieses Projekt nicht mehr dafür “lebt” Nyksund nun wieder und es erscheint im August 2017 ein Buch über diese Zeit des Wiederaufbau in Nyksund.
    Zurzeit erst auf norwegisch und ich hoffe dann auch auf deutsch und englich.

    Liebeb Gruss aus Lübeck

  2. Kathrin sagt:

    Das von Thomas erwähnte Buch über das Nyksund- Projekt ist wie gesagt erst mal nur in Norwegisch erhältlich.

    “En annen verden” erschienen im Orkana Forlag.
    ISBN 978-82-8104-307-7
    Preis 299,- NOK

    http://orkana.no/index.php/nettbutikk/product/view/4/115

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Trampe - ein Fahrradfahrstuhl in Trondheim

Trampe TrondheimDie Trampe – ein Fahrradfahrstuhl in Trondheim, ist die erste ihrer Art und sicher nicht das, was man sich unter einem gewöhnlichen Fahrstuhl vorstellt.

In hügeligen Städten ist der Fahrradverkehr in der Regel niedrig. Dass in der drittgrößten norwegischen Stadt Trondheim trotz vieler Hügel eine große Zahl von Menschen mit dem Rad unterwegs ist, liegt unter anderem am Fahrradlift Trampe. Der Lift ist seit 1993 in Betrieb und absolviert durchschnittlich 20 bis 30.000 Fahrten pro Jahr. Der 130 Meter lange Lift befördert die Radfahrer mit einer Geschwindigkeit von 2 Metern pro Sekunde nach oben und hat eine Kapazität von 300 Radfahrern pro Stunde, alle 12 Sekunden kann der nächste Radfahrer starten. Bisher hat es noch keinen einzigen Unfall gegeben.

Dieser Lift fügt sich ohne große Bauten ins Stadtbild ein, da er nur aus einer kleinen Tal- und Bergstation, sowie einer Schiene am Straßenrand einer Steilstrecke besteht. Entlang der Schiene wird eine Fußplatte gezogen, die an eine Starthilfe für Sprinter auf dem Sportplatz erinnert, auf der man sich mit dem rechten Fuß abstützt. Diese Platte drückt dann den Fahrer mit dem Fahrrad in einer angemessenen Geschwindigkeit die Steigung hinauf. Dieses System soll sich jedoch nur für kurze Strecken eignen, da das Bein sonst zu stark belastet wird.

Dieser Lift und millionenschwere Investitionen in Radverkehrswege und -infrastrukturen haben dafür gesorgt, dass von den 30000 Studenten in Trondheim 90% ihr Fahrrad als Hauptverkehrsmittel nutzen.

Aufgrund neuer Sicherheitsbestimmungen, wurde im Herbst 2012 und Frühling 2013 die Trampe ausgetauscht. Finanziert wurde der Austausch durch das Miljøpakken, einem Zusammenschluss der Kommune Trondheim, dem Verkehrsministerium und der Kommune Sør-Trøndelag. Grob zusammengefasst ist das Ziel des Miljøpakken, den CO2-Austoß zu verringern und unter Anderem, bessere Fahrradwege zur Verfügung zustellen. Die Trampe, vor der Erneuerung, wurde von der Kommune Trondheim und dem Verkehrsministerium finanziert.

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