Weihnachtsbräuche in Norwegen

Die Vorbereitungen für das Weihnachtsfest beginnen auch in Norwegen schon einige Wochen vor dem Fest. Wie bei uns muss man gut aufpassen, um nicht zu sehr in vorweihnachtliche Hektik zu verfallen. Einiges ist ähnlich wie bei uns… oder doch ganz anders?

Auf jeden Fall gibt es wie in Deutschland auch die Weihnachtsbäckerei. Die gute norwegische Hausfrau backt zu Weihnachten småkaker, also Kekse, und zwar mindestens sieben Sorten. Es gibt auch ein spezielles „julebrød“ (Weihnachtsbrot) mit Rosinen, Kardamom, Orangeat und Zitronat. Die Brauereien brauen ein Weihnachtsbier (juleøl) und in den Geschäften taucht die Weihnachtsbrause (julebrus) auf, ein gar süßes und für unseren Gaumen sehr ungewohntes Getränk.

Einen Weihnachtsbaum gibt es auch, allerdings wurde dieser erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts  durch deutsche Einwanderer nach Norwegen gebracht, zunächst gab es Weihnachtsbäume auch nur in den Städten, inzwischen hat sich der Baum jedoch im ganzen Land etabliert und leuchtet am Weihnachtsabend in fast allen Stuben.

Am Nachmittag des Weihnachtsabends läuten die Kirchenglocken die Weihnacht ein. In vielen Familien beginnen die Feiern mit der Lesung des Weihnachtsevangeliums. Danach geht es zu Tisch und es gibt traditionelle Speisen wie zum Beispiel „Ribbe“,  ein Braten von der Schweinerippe der mit Kartoffeln, Sauerkraut, Dörrpflaumen und / oder Preiselbeeren gegessen wird. Auch Lutefisk wird aufgetragen oder ganz schlicht „pølser”, also Würstchen.

Nach dem Essen wird um den Baum getanzt, alle fassen sich an den Händen, gehen rund um den Baum und man singt dazu Weihnachtslieder. Danach gibt es die Bescherung und der Rest des Abends wird mit gemeinsamen Spiel und reichlich Süßigkeiten genossen.

Juleneket - Getreidegarben für die Vögel  Foto: Kirsten Henckel

Juleneket – Getreidegarben für die Vögel
Foto: Kirsten Henckel

Auf den Höfen bekommt am Weihnachtsabend auch der Nisse sein Essen, er bekommt als Beschützer des Hofes eine Schüssel mit Grütze (julegrøt) in die Scheune gestellt, damit er zufrieden ist und den Hof weiter schützt.  Für die Vögel werden „juleneket“ herausgehängt, Bündel von Kornähren werden nach draußen gehangen, damit es auch die Vögel zu Weihnachten gut haben.

God jul – Frohe Weihnachten

 

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Hinterlasse eine Antwort

Færder- Nationalpark (Vestfold)

Færder- Nationalpark

Foto: ferdernasjonalpark.no

Der Færder- Nationalpark ist eine der artenreichsten Biosphären in der norwegischen Natur. Geformt durch diverse Vulkanausbrüche, Erdrutsche und den Eiszeiten ist das Gebiet weltweit so gut wie einzigartig. Viele Spuren weisen auf eine schon frühe Besiedlung durch Menschen hin. Heute ist die Gegend als Erholungs- und Feriengebiet sehr beliebt. Zahlreiche Outdoor- Aktivitäten für Groß und Klein bieten sich an…

Der Færder- Nationalpark wurde 2013 eröffnet und erstreckt sich über die Kommunen Nøtterøy und Tjøme (Vestfold). Seine Gesamtfläche beträgt 340 km², wovon gerade einmal 15 km² Landfläche sind. Der Rest liegt unter Wasser. Direkt östlich grenzt der Ytre Hvaler- Nationalpark an. Der Schärengarten im Oslofjord, der den Park ausmacht, ist seit ca. 4.000 Jahren besiedelt. Die Inseln waren fast alle bis ins 19. Jahrhundert ständig bewohnt. Die Spuren der alten Häuser und Gärten sind überall zu finden. In Mellom Bolæren sind gut erhaltene Grabstellen aus dem Bronzealter zu bestaunen. Zudem bietet der Nationalpark einen Einblick in fast 300 Jahre Leuchtturmgeschichte auf den Inseln Fulehuk, Store Færder und Tristein. Heute werden die Inseln als Weidegebiete für Rinder und Schafe benutzt, und der Tourismus spielt eine große Rolle. Camping, Rad- und Wandertouren, Bootsfahrten, Tauchen, Kanu- oder Kajakfahrten – es gibt viele Möglichkeiten und viele Unterkünfte im und in direkter Nähe zum Park.

Das Unterwassergebiet des Færder- Nationalpark ist sehr unterschiedlich – von seichten, flachen Stellen im Schärengarten bis zu Tiefseegebieten weiter draußen im Oslofjord. Im seichteren Wasser wachsen üppige Algenwälder, die wichtig sind für den Fischnachwuchs. In der Tiefe sieht der Meeresboden ganz anders aus. Große, felsige Hügel und dazwischen weite Täler mit weichem, sandigem Boden prägen das Bild. Stellenweise wird eine Tiefe bis zu 340 m erreicht. Die weichen Bodenbereiche sind für Garnelen, Krebse, Seesterne und andere Weichtiere ideal.

Der Færder- Nationalpark ist die Heimat für zahlreiche Pflanzen- und Insektenarten. 309 von ihnen stehen auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Die Vogelwelt wird von Seevögeln dominiert, aber Sing- und Raubvögel nisten hier. Zudem ist das Gebiet eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. Am äußeren Rand des Archipels sind Seehunde ansässig.

 

Weitere Infos:

ferdernasjonalpark.no

 

 

© 2002 - 2018 Schwedenstube by Karsten Piel All Rights Reserved