Denkwürdiger 17. Mai: Norwegen begeht 200. Nationalfeiertag

Auch am 200. Jahrestag der norwegischen Verfassung wird eine großer Kinder-Parade in Oslo erwartet. Foto: Visit Norway

Auch am 200. Jahrestag der norwegischen Verfassung wird eine großer Kinder-Parade in Oslo erwartet. Foto: Visit Norway

Überall in Norwegen versammeln sich heute die Menschen in mit Flaggen und Birken geschmückte Straßen, um ihren Nationalfeiertag zu begehen. Der 17. Mai wird jedes Jahr groß gefeiert, aber 2014 ist dieser Tag ein ganz Besonderer: Denn Norwegen feiert das 200-jährige Bestehen seiner Verfassung.

Somit ist es 200 Jahre her, dass eine Versammlung aus Bauern, Geschäftsleuten und Politikern in Eidsvoll am Südende des Mjøsa-Sees eine neue Verfassung entworfen hat, mit der 400 Jahre dänische Autokratie in Norwegen beendet wurde. Die völlige Unabhängigkeit war damit zwar noch nicht erreicht, denn 1814 befand sich das Land noch in einer Union mit Schweden. Aber das Dokument, das als die älteste Verfassung Europas gilt, setzte eine Bewegung in Gang, die nicht mehr aufzuhalten war.

Zu einer Zeit, als Oslo noch Kristianstad hieß, war die Verfassung mit seinen Grundprinzipien der Volkssouveränität, der Gewaltenteilung und der Freiheit des Individuums die modernste Verfassung Europas! Darum haben die Norweger noch heute allen Grund, diesen wichtigen Schritt in der Geschichte des Landes zu feiern. Jährlicher Höhepunkt der 17. Mai-Feste in allen Städten ist ein großer Kinderumzug.

Natürlich wird der längste aller Kinderumzüge in der Hauptstadt erwartet: Ganze 109 Schulen nehmen daran teil. Die Kinder tragen Banner und winken von Schulorchestern und Trommelwirbeln begleitet mit norwegischen Fahnen. Zehntausende Zuschauer werden ihnen entlang des Karl Johan-Boulevards bis zum Schlossplatz hinauf zuwinken. Dort begrüßt dann die königliche Familie den Festumzug vom Balkon aus und folgt damit einer Jahrhunderte alten Tradition.

Am 17. Mai kleiden sich viele Norweger von Kopf bis Fuß in der „Bunad“, einer traditionsreichen norwegischen Tracht. Diese variiert in Farben und Stil je nach Region und Herkunft der Familie. Ein farbenfroher Mix sorgt also für beste Stimmung auf den Dörfern und in der Stadt.

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Wikingerdorf Avaldsnes

Olavskirche auf Karmoy mit Bautastein an der Nordseite

Olavskirche auf Karmoy mit Bautastein an der Nordseite

Avaldsnes auf der Insel Karmøy (im Rogaland Fylke) ist als alter norwegischer Häuptlingssitz und erster norwegischer Königshof bekannt, denn nach der Schlacht am Hafrsfjord im Jahr 872 legte Harald I. Hårfagre (Harald Schönhaar) seinen Hof nach Avaldsnes und begründete damit den ersten Königssitz in Norwegen. Der Schiffsverkehr durch den Karmsund auf dem Nordvegen – dem Weg nach Norden, der auch Norwegen den Namen gab – mit seiner Enge neben Avaldsnes waren die Quelle von Reichtum und Macht der Könige in dieser Region.

Direkt am Parkplatz des Historiesenters begrüßt uns die Olavskirche, eine frühromanische Steinkirche, die Håkon Håkonsson 1250 erbauen ließ. Die Kirche ist die größte Steinkirche des Mittelalters in Norwegen und war eine wichtige Station auf dem Pilgerpfad nach Nidaros (heute Trondheim) entlang der Küste. Auf der Nordseite der Kirche steht ein imposanter Bautastein, die sogenannte Nähnadel Mariens (norw. Jomfru Marias synål). Sie ist über 7,2 Meter hoch und damit der höchste bekannte Bautastein. Der Stein steht schräg zur Kirchenwand geneigt, jedoch ohne diese zu berühren. Der Legende nach soll die Welt untergehen, wenn die „Nähnadel“ die Kirchenwand berührt….

In der Umgebung finden wir weiterhin zahlreiche Grabhügel und Ausgrabungsstätten: Etwa 1 Kilometer westlich der Kirche liegt der Höhenzug Rehaugane mit den einzigen bronzezeitlichen norwegischen Grabhügeln, die in Reihe angeordnet sind. Mehrere Gräber wurden geöffnet und gaben reiche Funde aus dem Spätbronzealter frei, die teilweise im Nordvegen Historiesenter zu besichtigen sind.

Nachbildung Harald Schönhaars im Nordvegen Historiesenter

Nachbildung Harald Schönhaars im Nordvegen Historiesenter

Am Karmsund, ein paar Kilometer nördlich des Kirchenortes liegt Storhaug, ein großer Grabhügel mit über 40 Meter Durchmesser, der typologisch und radiologisch in das 8. Jahrhundert n. Chr. datiert wurde. In ihm wurde eine Schiffsbeisetzung gefunden. Der Fund gilt als ältestes Schiffsgrab in den Nordischen Ländern. Grønhaug war ein weiteres Schiffsgrab. Es liegt etwa einen Kilometer nördlich der Kirche bei einer Schule.

Unmittelbar nördlich der Kirche zeichnen sich die Umrisse eines weiteren Grabhügels ab, der Flagghaug genannt wurde. Der Grabhügel hatte ursprünglich einen Durchmesser von 43 Metern und war über 5 Meter hoch, wurde jedoch während der Ausgrabungen leider teilweise abgetragen. Während der Ausgrabungen zeigte sich, dass der Hügel das reichste jemals in Norwegen gefundene Grab aus der Römerzeit enthielt. Der Fund bestand unter anderem aus einem Halsring von über 600 g reinem Gold, verschiedenen Waffen und Gurtbeschlägen. Außerdem wurden mehrere römische Gefäße aus Silber und Bronze ausgegraben.

Rekonstruktion von Hofgebäuden auf Bukkoya

Rekonstruktion von Hofgebäuden auf Bukkoya

Neben der Olavskirche und den Grabhügeln wurde im Jahre 2005 das Nordvegen Historiesenter (Kong Audvalsvei, 4262 Avaldsnes) eröffnet, das Einblicke in die lange Geschichte des Ortes vermittelt. Auf der in unmittelbarer Nähe liegenden Insel Bokkøya wurde ein Wikingerhof mit verschiedenen Gebäuden aus der Wikingerzeit rekonstruiert. Dort findet sich z. b. die Rekonstruktion eines Bootshauses der Wikinger und zahlreicher Hofgebäude. Auf Bokkøya finden auch regelmäßig Wikingerfestivals mit Konzerten, Ausstellungen, historische Wanderungen sowie ein Wikingermarkt statt. Informationen über Öffnungszeiten usw. gibt es hier: http://vikinggarden.no/

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