Thor Heyerdahl – Entdecker ohne Grenzen

Expedition Kon-Tiki 1947, Foto: Nasjonalbiblioteket

Kon-Tiki-Expedition, Foto: Nasjonalbiblioteket

Der norwegische Forschungsreisende Thor Heyerdahl hat einmal gesagt, dass er keine Grenzen kenne, sondern dass diese nur in den Köpfen der Menschen existierten. Er kann es beurteilen, schließlich hat er zahlreiche Expeditionen unternommen, die ihn auf abenteuerlichen Wegen in entlegene Winkel der Erde geführt haben.

Geboren wurde Thor Heyerdahl im Jahr 1914 in Larvik. Er studierte in Oslo Zoologie und Geographie sowie Anthropologie. Bekannt wurde er durch seine zahlreichen Forschungsreisen, die manche Kritiker Heyerdahls anfangs jedoch mehr als sportliche Herausforderungen, denn Expeditionen zu Forschungszwecken betrachteten. Durch die Reisen auf rekonstruierten prähistorischen Schiffen trat er den Beweis an, dass schon die Urvölker über die technischen Voraussetzungen für die Hochseefahrt verfügten.

Mit der Kon-Tiki-Expedition im Jahre 1947 wollte Heyerdahl beweisen, dass Polynesien entgegen der gängigen Auffassung, nicht von Südost-Asien aus bevölkert wurde, sondern von Amerika. Heyerdahls These stieß anfangs auf Kritik, die er schließlich mit der Rekonstruktion indianischer Floße aus prähistorischen Zeiten und einer erfolgreichen Fahrt von Peru zu den polynesischen Tuamoto-Inseln entkräften konnte. Drei Monate dauerte die nicht gerade ungefährliche Reise auf der Kon-Tiki, einem Floß aus Balsaholz.

Weitere Expeditionen führten Heyerdahl in den 1950-er Jahren unter anderem auf die Galapagos-Inseln und die Osterinseln, wo er auf Ausgrabungen Belege für seine Thesen vom frühen Austausch zwischen den Kulturen zu finden glaubte. Diese Belege sind jedoch in der Forschungswelt umstritten.

Im Jahre 1969 erfolgte die erste Ra-Expedition. Wie bei der Kon-Tiki-Expedition wollte Heyerdahl auf dieser Ozeanreise die technische Überlegenheit früher Kulturen beweisen. Die Ra war ein Schilfboot, benannt nach dem ägyptischen Sonnengott Ra, und entsprach in ihrer Konstruktion altägyptischen Papyrusbooten. Von Marokko aus startete die Expedition, jedoch musste die Reise nach rund 5.000 Kilometern abgebrochen werden, da dass Schiff aufgrund eines Konstruktionsfehlers auseinanderbrach. Doch im Jahr darauf war Heyerdahl erfolgreich und erreichte nach gut 6.1000 Kilometern das andere Ufer des Atlantiks. Damit bewies Heyerdahl, dass bereits Völker in prähistorischer Zeit in der Lage gewesen sein können, den Atlantik zu überqueren.

Auch in den darauffolgenden Jahren unternahm Heyerdahl Expeditionen auf den Spuren alter Handelsrouten und trug mit Grabungen auf Teneriffa und in Peru zur Freilegung zahlreicher Pyramiden bei.

Die Schiffe Kon-Tiki und Ra II kann man heute im sehenswerten Kon-Tiki-Museum in Oslo besichtigen. Heyerdahl wurde mehrfach für sein Wirken mit Preisen geehrt und hatte insgesamt elf Ehrendoktortitel von Universitäten in Europa, Nord- und Südamerika. Thor Heyerdahl starb im Jahr 2002 im Alter von 87 Jahren in Italien. Wer mehr über den Abenteurer und seine Expeditionen erfahren möchte, sollte einfach Heyerdahls Bücher lesen.  Im Jahr 2012 erschien auch ein norwegischer Spielfilm über Heyerdahls Kon-Tiki-Expedition, der international erfolgreich war.

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Fjordnorwegen - fantastisch, dramatisch, spektakulär

Fjordnorwegen - Auerlandsfjord

©Foto: Roger Ellingsen / Statens vegvesen

Fjordnorwegen – das ist die spektakuläre Landschaft im Westen Norwegens, die wohl die meisten Besucher und Touristen anzieht. Rauschende Wasserfälle, tiefe Fjorde, hohe Berge, deren Kuppen mit Gletschern bedeckt sind, eine stark zerklüftete Atlantikküste bieten nicht nur atemberaubende Ausblicke sondern auch jede Menge Möglichkeiten für Urlaub, Erholung und Aktivitäten. Nicht umsonst wurde Fjordnorwegen vom Magazin National Geographic Traveler zum populärsten Reiseziel der Welt ernannt…

Hinter jeder Kurve, die genommen wird, bietet sich ein neuer Anblick – ein noch schönerer, ein noch fantastischerer. Die Vielfalt und der Zauber der Fjordregion zieht seit Jahrhunderten Besucher in ihren Bann. Das ist Norwegen, wie man es sich vorgestellt hat. Hier findet ihr zehn der achtzehn Landschaftsrouten Norwegens, diverse Nationalparks, Sehenswürdigkeiten und Naturattraktionen. Egal, ob ihr wandernd, per Kajak, im Auto oder auf dem Fahrrad unterwegs seid, ihr werdet voll auf eure Kosten kommen. Ski fahren und Gletscherwanderungen sind in diesem Gebiet ganzjährig möglich.

Zu Fjordnorwegen werden die vier Provinzen Rogaland, Hordaland, Sogn og Fjordane und Møre og Romsdal gezählt. Der Begriff “Fjordnorwegen” ist übrigens eine Erfindung der Tourismusbranche, keineswegs eine offizielle norwegische Distrikteinteilung.

Fjordnorwegen

Die schönsten Ziele für Wanderfreunde. Foto: visitnorway.com

In Rogaland findet ihr spektakuläre Naturphänomene wie den Preikestolen und den Kjerag. Diese befinden sich am engen und schönen Lysefjord. Auch die Städte Stavanger und Haugesund sind einen Halt wert.

In Hordaland liegt die berühmte Stadt Bergen mit den Tyske Bryggen, dem alten Handelsviertel, das auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO steht. Das wunderschöne Hardanger, bekannt als Norwegens Obstgarten, ist einen Besuch wert. Wenn ihr euch für einen aktiveren Urlaub interessiert, macht Halt in Voss.

Durch Sogn og Fjordane schlängelt sich neben dem Nordfjord auch der Sognefjord, der längste Fjord Norwegens. Einer der Arme des Sognefjords ist der Nærøyfjord, der ebenfalls auf der UNESCO- Liste steht. Eine Fahrt mit der über die Landesgrenzen bekannten Flåmbahn ist in dieser Provinz ein weiteres Highlight.

In Møre og Romsdal sind der weltberühmte Geirangerfjord, die Atlantikstraße, Trollstigen und die spektakuläre Trollzunge zu finden. Die Jugendstilstadt Ålesund, die Städte Molde und Kristiansund warten auf euren Besuch.

 

Weitere Infos:

fjordnorway.com

 

 

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