Verdal – hier wurde norwegische Geschichte geschrieben

Verdal

Verdalsøra, Foto: verdalsbilder.no

Verdal ist eine Kommune im Trøndelag, die sich von der schwedischen Grenze im Osten bis zum Trondheimfjord im Westen erstreckt. Die größte Touristenattraktion ist Stiklestad mit seiner Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Hier fand im Juli 1030 die berühmte Schlacht bei Stiklestad statt, in der Olav der Heilige sein Leben verlor. Ihr könnt seinen Fußspuren auf dem St. Olavsweg folgen und durchquert dabei Verdal…

Mitten durch Verdal fließt der Fluss Verdalselva, an dessen Mündung in den Trondheimfjord Verdalsøra, das administrative Zentrum der Kommune, liegt. Verdalsøra, das auch kurz Verdal genannt wird, hat seit 1998 den Stadtstatus und ist seitdem zur fünftgrößten Stadt des Trøndelag angewachsen. Knapp 8.300 Einwohner leben hier, in der gesamten Kommune sind es rund 15.000. Die Haupteinnahmequelle der Kommune ist traditionell die Landwirtschaft, aber mehr und mehr wird auch hier die Industrie zum größten Arbeitgeber. Zudem gibt es einen großen Kalkstein im Tromsdalen.

Die Spuren menschlicher Besiedlung Verdals gehen zurück bis ins Steinzeitalter. Zuerst wurden Menschen an der heutigen Grenze zu Schweden sesshaft, später in den tiefer gelegenen Tälern. In den Tälern wurden Objekte gefunden, die von landwirtschaftlicher Nutzung schon in der Jungsteinzeit erzählen. Funde aus späterer Zeit zeigen die typischen Bauernhöfe der Gegend, erzählen vom Adel und den Orten des Mittelalters.

Verdal ist reich an historischen Ereignissen. Zweifellos ist die Schlacht bei Stiklestad im Jahr 1030 das wichtigste. Später im Großen Nordischen Krieg (1699 – 1721) fiel der schwedische General Carl Gustav Armfelt in Verdal ein, um nach Trondheim zu gelangen. Erreicht hat er die Stadt nie. Im Jahre 1893 erlangte die Kommune traurige Berühmtheit, als eine Gesteinslawine, der sogenannte Verdalsraset, ins Tal stürzte und es nahezu komplett unter sich begrub. 116 Menschen und tausende von Tieren fielen ihr zum Opfer. Das Ereignis gilt als größte Naturkatastrophe der Neuzeit auf dem norwegischen Festland.

 

Weitere Infos:

www.verdalkommune.no

 

 

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Sparke - skandinavische Tradition auf Kufen

Sparke

Foto: M. Jürgensen

Der spark oder sparke stammt ursprünglich aus Nordschweden. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat er sich auch in Norwegen verbreitet und ist heute nicht mehr wegzudenken. Ob als Transportmittel, als Sportgerät oder nur zum Spaß – der sparke wird von Jung und Alt insbesondere im Norden des Landes gern genutzt…

Der sparke ist ein Tretschlitten, der auf festem Schnee oder Eis zum Einsatz kommt. Er ist für zwei Personen gebaut und besteht aus einem Stuhl, der auf den Kufen befestigt ist und an dessen Lehne Griffe angebracht sind, mit denen der Schlitten gelenkt werden kann. Die Kufen waren ursprünglich aus Holz, sind inzwischen aber aus Stahl. Sie sind mehr als doppelt so lang wie der Stuhl und ragen hinter diesem hervor. Während eine Person auf dem Stuhl sitzt, steht die andere Person hinter dem Stuhl auf den Kufen und schiebt durch das Treten mit einem Bein den Schlitten an. Geübte sparke– Fahrer erreichen Geschwindigkeiten von 20 km/h und mehr.

Es gibt verschiedene Variationen des sparke, mit einer oder drei Kufen und mit Rädern statt Kufen. Aber diese konnten sich alle nicht durchsetzen und den Erfolg des Originals auch nur annähernd erreichen. Zudem gibt es den Schlitten in mehreren Größen.
Moderne Sportschlitten bestehen nicht mehr aus Holz und haben auch keinen Stuhl mehr. Sie bestehen nur noch aus Kufen und Lenker und können deutlich höhere Geschwindigkeiten erreichen als die traditionellen Schlitten.

Schon bei den Nordischen Spielen (Nordiska spelen), die zwischen 1901 und 1926 in Schweden ausgetragen wurden, standen Rennen mit dem sparke auf dem Programm. Seit 1988 findet im finnischen Ort Multia jährlich die Weltmeisterschaft im Tretschlittenfahren statt.

 

Weitere Infos:
Weltmeisterschaften im Tretschlittenfahren
Sparkpikene på Hølonda
Nansen-sparken

 

 

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