Das Wikingermuseum in Borg (Lofoten)

Lofoten-Borg-Wikingermuseum

Das Langhaus, Foto: M. Jürgensen

Im Wikingermuseum (Lofotr Vikingmuseum) in Borg kann man sich nicht nur anschauen, wie die Wikinger gelebt und gearbeitet haben. In diesem Museum gibt es auch jede Menge Möglichkeiten, sich selbst zu betätigen, um sich ein bisschen wie ein Wikinger zu fühlen…

Auf der Lofoten- Insel Vestvågøy befindet sich die Ausgrabungsstätte Borg. Hier wurde in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts eine Siedlung ausgegraben, deren Bestehen auf den Zeitraum 2. – 15. Jahrhundert datiert wurde. In der Wikingerzeit muss hier ein Hauptsitz gewesen sein. Es wird geschätzt, dass zu dieser Zeit mindestens 115 Höfe mit 1.800 Bewohnern in Borg zu finden waren. Spektakulär war der Fund der Überbleibsel eines 83 m langen Langhauses, das einem führenden Wikinger gehört haben muss. Dieses Langhaus wurde nachgebaut und fungiert jetzt als Wikingermuseum.

Lofoten-Borg-Wikingermuseum-Ausstellung

Ausstellung im Langhaus, Foto: M. Jürgensen

Die Ausstellung im Langhaus vermittelt einen Einblick in den Alltag der Wikinger. Wohn- und Schlafplätze sind aufgebaut, eine Werkstatt kann besichtigt werden, und der Bankettsaal steht für Besucher offen. Schmuck und Gebrauchsgegenstände sind ausgestellt. Helme können sogar für ein Foto mal aufgesetzt werden. In der Werkstatt finden Handwerksvorführungen statt. Im Bankettsaal wird über offenem Feuer in einem Kessel eine Suppe nach Wikingerart zubereitet. Diese wird auf Wunsch zum Verzehr gereicht (kostet aber extra).

Auf dem Gelände des Museums befinden sich Tiergehege mit Wildschweinen, Schafen und Pferden. Es besteht auch die Möglichkeit, zu reiten. Weiterhin ist eine Schmiede aufgebaut, in der fleißig gearbeitet wird. Es gibt einen Erlebnispfad für Kinder, und ihr könnt Euch in der Kunst des Axtwerfens und Bogenschießens ausprobieren.
Im Filmsaal des Wikingermuseums wird alle 20 Minuten der Film Drømmen om Borg (Der Traum von Borg) gezeigt. Und natürlich gibt es diverse Wikingerboote zu sehen. In der Hauptsaison finden täglich mehrere Rundfahrten mit einem dieser Boote statt. Freiwillige dürfen dann die Ruder schlagen.

Lofoten-Borg-Wikingerschiff

Ruderausflug mit einem Wikingerboot
Foto: Bettina Häslich

Das Wikingermuseum hat das ganze Jahr über geöffnet: in der Hauptsaison (Mai – September) täglich, sonst nur sonntags oder nach Vereinbarung.

Zurzeit findet noch bis zum 11. August das 9. Wikingerfestival (Lofotr Vikingfestival) in Borg statt. Wikingerfans aus aller Welt werden erwartet.
 

Weitere Infos:
www.lofotr.no
www.visitnorway.com

 

 

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Die Sage um den Torghatten

Torghatten (Quelle: nordnorge.com)

Torghatten
(Quelle: nordnorge.com)

Der Torghatten – ein sagenumwobener Berg

Der Torghatten in der Provinz Nordland gehört zu den bekanntesten Bergen Norwegens. Er wird durchbohrt von einem Loch – und wie dieses entstanden ist, dazu gibt es eine alte norwegische Sage.

Die Region Helgeland in der Provinz Nordland: Sagen und Mythen spinnen sich um diese Gegend. Eine davon ist die Sage um den Torghatten. Der Berg befindet sich auf der Insel Torget. Ein Loch im Fels mit einer Länge von 160 Metern, einer Höhe von 35 Metern und einer Breite von 20 Metern macht ihn zu etwas ganz besonderem. Manche mögen wohl sagen, dass dieses Loch in der Eiszeit entstanden ist. Doch die Norweger haben da so ihre ganz eigene Theorie. Es gibt, wie das bei Sagen nun mal so ist, verschiedene Versionen. Ich stelle euch hier eine vor, die mir am Besten gefällt:

Es waren einmal zwei Könige, Vågakallen und Sulitjelmakongen. Sie lebten auf den beiden Seiten des Westfjordes. Der Vågakallen hatte einen Sohn, den Hestmannen (Der Pferdemann). Der Sulitjelmakongen hatte sieben Töchter. Da es den Töchtern an Benehmen fehlte, schickte ihr Vater sie zur Jungfrau Lekamøyen, damit diese ihnen Anstand beibrachte. Als die Schwestern eines Tages mit Lekamøyen baden gingen, wurden sie beobachtet von Hestmannen. Dieser verliebte sich in die schöne Lekamøyen und beschloss, sie noch in derselben Nacht zu entführen. Um Mitternacht machte er sich auf den Weg. Als die Schwestern und Lekamøyen ihn bemerkten begaben sie sich auf die Flucht.

Nun gibt es zwei Varianten, was weiter geschah. Die 7 Schwestern blieben beim Sandnessøyen sitzen, entweder, weil sie erschöpft waren von der Flucht oder weil sie selbst nichts dagegen hatten, den Hestmannen zu heiraten. Jedenfalls interessierte dieser sich nur für Lekamøyen. Als sie aber an Vorsprung gewann, nahm er sich Pfeil und Bogen und schoss auf sie, um sie aufzuhalten. Dies sah sein Vater, Vågakallen, und warf einen Hut zwischen die beiden, der Lekamøyen schützen sollte. Der Hut blieb auf der Insel Torga liegen, mit einem Loch, durchschossen von dem Pfeil. Die Jagd zog sich durch die ganze Nacht, doch als die Sonne aufging, legte sich ein Zauber auf alle Gestalten und sie wurden zu Stein und verharren nun an dem Ort, wo sie sich als letztes befanden.
So entstanden die sagenumwobenen Orte:

Die Sieben Schwestern, eine Gebirgskette, auf der Insel Alsten, die Insel Leka und der Torghatten (deutsch hatten – der Hut).

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