Nordische Götter (Nordische Mythologie II)

Nordische Götter: Tors Kampf gegen die Riesen

“Tors Kampf gegen die Riesen” – Gemälde von Mårten Eskil Winge

Die nordische Mythologie, die Sammlung von Sagen rund um die nordischen Götter niedergeschrieben in altnorwegisch und isländisch, ist polytheistisch, d.h. es existieren mehrere Götter. Sie verfügen über übernatürliche Fähigkeiten, sind aber nicht unsterblich. Das ranghöchste Göttergeschlecht sind die Asen, deren mächtigster, klügster und ältester Gott der einäugige Odin ist. Er nennt neben den beiden Raben Hugin und Munin, die ihm berichten, was in der Welt geschieht, auch das achtbeinige Pferd Sleipner sein eigen, das schneller als jedes andere Pferd ist. Odin schuf die Welt und gab den Menschen ihr Leben. Sein Sohn Thor ist der Stärkste unter den Göttern. Thor ist der Gott des Wetters und des Windes. Er beschützt die anderen Götter und die Menschen vor den Riesen. Gegen sie kämpft er mit seinem Hammer Mjølner, der von Zwergen geschmiedet wurde und unzerbrechlich ist. Alle Asen stammen von Bure, einem großen, schönen Mann, den die Kuh Audhumla aus einem Fels geleckt hatte, ab…

Nordische Götter – die Asen

Balder
Balder ist in der nordischen Mythologie der Gott des Lichts, der Gerechtigkeit und Güte. Er gilt als die Personifizierung der Sonne und ist ein Sohn Odins. Balder ist der Sanftmütigste unter den Göttern.

Bor
Er ist der Sohn Bures, des Urvaters der nordischen Götter. Er lebte wie sein Vater in der Zeit vor der Erschaffung der Welt und heiratete die Riesin Bestla, mit der er die drei Söhne Odin, Vilje und Ve zeugte.

Brage
Brage ist der Gott der Dicht- und Redekunst. Er ist ein Sohn Odins und verheiratet mit Idun, der Göttin der Unsterblichkeit und Jugend.

Bure
Bure gilt als Urvater aller Götter, der von der Kuh Audhumla aus dem Fels heraus geleckt wurde. Am ersten Tag erschien sein Haar, am zweiten sein Kopf und am dritten schließlich sein ganzer Körper.

Dag
Dag verkörpert in der nordischen Mythologie den Tag. Er ist der Sohn Dellings und der Natt (Nacht). Tagsüber reitet er mit seinem goldenen Wagen am Himmel.

Forsete
Forsete ist der Gott der Gerechtigkeit und der Sohn von Balder und Nanna. In seiner prächtigen Halle Glitne sitzt er zu Gericht und schlichtet Streitigkeiten.

Heimdall
Heimdall ist der Wächter der Götter und des Regenbogens Bifrost, der den Göttersitz mit der Welt der Menschen verbindet.

Hermod
Hermod ist ein Sohn Odins. Er ist ein Götterbote und reitet nach dem Tod seines Bruders Balder auf dem Pferd Sleipnir in die Unterwelt, um die Totengöttin Hel um die Freilassung des Verstorbenen zu bitten.

Hod
Hod, ein Sohn Odins, ist ein blinder Gott. Er ist der Zwillingsbruder Balders und unabsichtlich schuld an dessen Tod. Die Zwillinge gelten als die beiden Seiten Odins, Balder repräsentiert die lichte Seite, Hod die dunkle.

Loke
Loke ist ein Riesen, der aber bei den Asen wohnt. Loke zeichnet sich vor allem durch seine Hinterlist und sein zwiespältiges Wesen aus. Er sorgt durch eine Intrige für den Tod Balders und leitet damit den Untergang des Göttergeschlechts ein.

Magne
Magne ist ein Sohn Thors und Bruder Modes. Er befreit im Alter von drei Jahren den Vater, der verwundet unter einem toten Riesen liegt. Daran sind alle anderen Asen zuvor gescheitert.

Mode
Mode ist der Bruder Magnes und ein Sohn Thors. Den beiden Brüdern ist es bestimmt, nach dem Ende des Göttergeschlechts, bei Anbrechen einer neuen Weltordnung, den mächtigen und berühmten Hammer ihres Vaters zu erben.

Odin
Odin ist der mächtigste und klügste Gott der nordischen Mythologie. Zusammen mit seinen Brüdern hat er den Riesen Ymir getötet und aus diesem die Welt geschaffen.

Thor
Thor ist der nordische Donnergott, Herrscher über Stürme und Unwetter und der Stärkste unter den Asen. Er ist ein Sohn Odins und nach diesem der oberste Gott und sehr gefürchtet.

Tyr
Tyr ist ein Sohn Odins und bekannt für seinen Mut und seine Kraft. Er ist der Kriegsgott der nordischen Mythologie.

Ull
Ull ist der Gott des Winters, des Zweikampfs und der Jagd. Er ist Thors Stiefsohn.

Ve
Ve ist ein Bruder Odins. Zusammen töteten sie den Riesen Ymir und schufen aus dessen Leichnam die Welt.

Vilje
Vilje ist ein Bruder Odins. Beim Schöpfungsbeginn half er seinen Brüdern, den Riesen Ymir zu töten und aus dessen Leichnam die Welt zu formen. Zusammen mit ihnen schuf er auch das erste Menschenpaar Ask und Embla.

Vidar
Vidar, ein Sohn Odins, gilt als stiller und einsamer Gott. Er trägt den Beinamen “der schweigsame Ase”. Nach Thor ist Vidar der Stärkste unter den Göttern.

 

Weitere Infos unter:
www.norron-mytologi.info
Norrøn Mytologi fra A til Å

 

 

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Kirsten Flagstad

Bereits an der E6 auf dem Weg nach Hamar gibt es die ersten Hinweistafeln auf das Kirsten Flagstad Museum in Hamar. Wer aber ist diese Frau, was hat sie besonderes geleistet, dass man ihr ein Museum widmet. In Deutschland ist sie eher unbekannt, in Norwegen jedoch sehr berühmt.

Kirsten Målfrid Flagstad – wie sie mit vollem Namen heißt – wurde am 12. Juli 1895 in Hamar in einer „Musikerfamilie“ geboren. Der Vater war Dirigent und spielte Geige, die Mutter war Pianistin. So war es kein Wunder, dass sie bald ihre Neigung und Liebe zur Musik entdeckte.

Bereits mit 18 Jahren gab sie ihr Debüt auf der Bühne und sang im Osloer Nationaltheater die Rolle der Nuri in der Oper „Tiefland“, dem meistgespieltem Werk des Komponisten Eugen d’Albert. Es folgte ein Studium in Stockholm und daran anschließend Engagements in Oslo und Göteborg.

Nach einer kurzen „Familienpause“ kehrte sie 1932 auf die Bühne zurück und sang im folgenden Jahr bei den Wagner – Festspielen in Bayreuth die Ortlinde (Die Walküre) und die dritte Norne in der „Götterdämmerung“.  1934 sang sie dort ebenfalls und gab die Sieglinde und die Gutrune.

Der internationale Durchbruch erfolgte im Jahr 1935, als sie in einer Rundfunkübertragung der Metropolitan Oper in New York – ebenfalls als Sieglinde – auftrat. Es folgten weitere Auftritte in den USA, meist in Werken von Wagner.  Ab 1936 sang sie im Royal Opera House in London unter der Leitung von Fritz Reiner und Wilhelm Furtwängler die Isolde (Tristan und Isolde), diese Interpretation der Isolde gilt noch heute bei Kennern als unerreicht und brachte ihr den Ruf eine der größten Wagnerinterpretinnen überhaupt zu sein. Hier als „Hörprobe“ der Link zu einer Aufnahme des Liebestodes aus Tristan und Isolde: http://www.youtube.com/watch?v=4tgn511ceNQ

Vor den Kriegswirren flüchtete sie 1941 zurück nach Norwegen, wo sie bis zum Ende des Krieges blieb.  Erst nach dem Ende des Krieges setzte sie ihre Karriere fort und trat hauptsächlich in den USA und in England auf. Im Jahr 1957 kehrte sie der Bühne den Rücken und arbeitete seitdem (1958 bis 1960) als künstlerische Leitung der Norwegischen Oper in Oslo.  Am 7. Dezember 1962 verstarb sie in Oslo.

Norwegen ehrt seine große Künstlerin mit einer Abbildung auf dem 100 – Kronen Schein und mit dem Kirsten-Flagstad-Museum in ihrem Geburtsort Hamar in der Kirkegata 11. .

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