Skjoldastraumen – ein technisches Unikum in Norwegen

Skjoldastraumen

Foto: skjoldastraumen.no

Der Skjoldastraumen ist eine schmale, flussähnliche Passage des ansonsten eher breiten Skjoldafjords und befindet sich in Ryfylke, 26 km östlich von Haugesund. Durch die Gezeiten herrscht hier ständig eine starke Strömung, die das Befahren für Seeleute schwierig machte. Heute findet ihr an dieser Stelle die einzige Salzwasserschleuse Norwegens. Aber auch die Natur der Umgebung lädt zu einem Aufenthalt ein. Leichte Touren zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Badespaß im Fjord und ein gut ausgerüsteter Campingplatz sind bei Familien sehr beliebt. Der Skjoldafjord ist zudem ein schönes Angelgewässer.

Es gab mehrere Anläufe, den Skjoldastraumen befahrbar zu machen. Die erste Initiative im Jahre 1850 hatte als Ergebnis, dass große Steine, die den Bootsverkehr behinderten, aus der Fjordenge entfernt wurden. Das half den kleineren Booten erheblich, machte die Stelle für größere Schiffe aber immer noch nicht passierbar. 1895 war Planungsbeginn für die Schleuse. Die bauliche Umsetzung verzögerte sich aber noch bis 1904. Im November 1908 war es dann endlich soweit – die Schleuse wurde eröffnet und ist seitdem in Betrieb.

Dampfschiffe sorgten nun viele Jahre hindurch für den Transport von Menschen und Waren zwischen den Städten Stavanger und Haugesund und den Orten am Skjoldafjord. Ab den 1920er Jahren erlangte das Auto mehr und mehr an Bedeutung für den Personen- und Güterverkehr. Um den Skjoldafjord überqueren zu können, wurde 1932 eine Brücke über den Skjoldastraumen gebaut. Über die Schleuse errichtete man eine Schwingbrücke. 1987 wurden Schleuse und Brücken restauriert und modernisiert. Die alte Schwingbrücke wurde durch eine Kippbrücke abgelöst. Die Schleuse ist nun 42 m lang, 6,9 m breit und 3,5 m tief. Es ist die einzige Salzwasserschleuse des Landes, die noch aktiv genutzt wird.

Den Skjoldafjord und den Skjoldastraumen könnt ihr in der Kommune Tysvær (Rogaland) entdecken. Der Skjoldafjord ist ein nach Norden abgehender Arm des Boknafjords. Der kleine Ort, der an der schmalen Stelle des Fjords entstanden ist, hat auch den Namen Skjoldastraumen erhalten. Hier dreht sich alles um die Schleuse. Jedes Jahr im Juni zum Mittsommerfest gibt es den Schleusentag. Mit reichlich Essen und Trinken, Ausstellungen, Livemusik und Vorträgen wird die Schleuse gefeiert. Der Tag klingt aus mit dem Schleusentanz am Abend. Im Spätsommer wird der beliebte Schleusenlauf durchgeführt.

 

Weitere Infos zum Skjoldastraumen:

_skjoldastraumen.no

 

 

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Vesterålen - Traumstrände, Fisch und Mitternachtssonne

Vesterålen - Lifjord

Blick in den Lifjord (Langøya)

Nördlich der Lofoten liegt das Archipel der Vesterålen – ein Paradies für Angler, Paddler, Wanderer und Fahrradfahrer. Die Landschaft auf dieser Inselgruppe variiert stark von schroffen felsigen Gebieten bis hin zu breiten, flachen Küstenstreifen. Dazwischen findet ihr bezaubernde Fjorde und Täler, romantische Buchten, klare Flüsse und Seen und weite Moorebenen…

Die Vesterålen liegen etwa 200 km nördlich des Polarkreises ab dem 68. Breitengrad nordwärts in der Provinz Nordland. Der Abstand von der nördlichsten Siedlung (Andenes) und der südlichsten (Melbu) beträgt 150 km. Die drei größten Inseln sind Andøya, Norwegens drittgrößte Insel Langøya und Hadseløya. Der westliche Teil von Norwegens größter Insel Hinnøya gehört auch dazu. Austvågøy ist zwischen den Lofoten und den Vesterålen aufgeteilt. Zudem gibt es zahlreiche mittlere und kleine Inseln und Schären. Die Gesamtfläche beträgt 3.100 km², etwas mehr als 30.000 Menschen leben hier.

Die ersten Spuren von menschlicher Besiedlung werden auf ein Alter von 6.000 – 8.000 Jahren datiert. Die damaligen Bewohner lebten von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln. Erst mit Beginn unserer Zeitrechnung wurde mit der Tier- und Landwirtschaft begonnen. Eine erste Blütezeit gab es im frühen Mittelalter. So gut wie jeder mögliche Flecken Erde wurde landwirtschaftlich genutzt, der Fischfang und der organisierte Handel mit Stockfisch in großen Mengen bildeten eine gute Lebensgrundlage für die Menschen hier. Der Stockfisch wurde bis ins 19. Jahrhundert an die Kaufleute in Bergen und Trondheim geliefert, die die Bedingungen diktierten. Das Ende des 19. Jahrhunderts läutete eine neue Ära ein. Das Kapital aus dem Dorsch- und Heringsfang wurde in technische Anlagen und Motorboote investiert. Mehrere Reedereien wurden gegründet, unter anderem die Vesterålens Dampskipsselskap, die die Hurtigruten ins Leben rief. Neben der Fischerei, der Fischverarbeitung und der Landwirtschaft, die heutzutage die wichtigsten Einnahmequellen sind, setzen die Vesterålen auf Tourismus und Aquakultur.

Vesterålen - Bleik

Der wunderschöne Strand von Bleik mit der Vogelinsel Bleiksøya (Andøya)

Dank des warmen Golfstroms herrscht auf den Vesterålen ein für diese Breitengrade sehr mildes Klima. Die Winter sind mit einer durchschnittlichen Temperatur von -2° C nicht sehr kalt, im eher kühlen Sommer liegt die Durchschnitts- temperatur bei 12°-14° C. Gerade in den letzten Jahren wurden aber auch Temperaturen bis zu 30° C gemessen. Vom 23. Mai bis zum 23. Juli könnt ihr die Mitternachtssonne genießen, im Dezember und Januar bleibt die Sonne hinterm Horizont. Die dunkle Jahreszeit hat ihre eigenen Reize. So ist das Nordlicht im Winter ein ganz besonderes Erlebnis, das viele Besucher anlockt.
Die Inselgruppe kann eine reiche und vielfältige Vogelwelt vorweisen. Hier nisten nicht nur zahlreiche für diese Gegend typische Arten, auch seltene Vögel wie die Uferschnepfe, der Eissturmvogel und der Basstölpel sind zu finden. Vor den Küsten der Inseln werden Dorsch, Schellfisch, Seelachs, Rotbarsch, Wels, Lachs, Hering, Lumb, Leng, Scholle, Heilbutt und Garnelen gefangen. Die Vesterålen sind bekannt für die Walsafaris. Wenn ihr Glück habt, lauft ihr einem Elch oder Rentieren über den Weg.
Der Wald auf den Vesterålen besteht aus Birken, Ebereschen und Erlen. Natürlicher Nadelwald ist nur noch auf Hinnøya vorhanden, alle anderen Nadelbäume wurden angepflanzt. Ansonsten ist hier eine vielfältige, spannende Fauna zu finden. Wärmeliebende Pflanzen treffen auf arktische Arten. Die Baumgrenze schwankt zwischen 200 und 400 m.

Weitere Infos:
www.visitvesteralen.com
www.vesteraalen.info

 

 

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