Julebukk und Juleskåkk – weihnachtliche Traditionen in Norwegen

Julebukk – norwegische Traditionen zu Weihnachten

Julebukker, Foto: vol.no

In Norwegen gibt es eine weihnachtliche Tradition, die sich å gå julebukk nennt. Kinder verkleiden sich und gehen von Haus zu Haus, um Süßigkeiten, Mandarinen, Nüsse oder anderes zu bekommen. Oft singen sie dabei Lieder. Man kann sich kleiden, wie man will, aber die meisten gehen als kleine Weihnachtsnisse. Es werden zwar immer weniger Kinder, die sich auf den Weg machen, vor 30 Jahren war diese Tradition noch weitaus geläufiger, aber gerade in ländlichen Gebieten trifft man sie noch an.
Der Brauch des Julebukk (Weihnachtsbock) hat sich über Jahrhunderte zwar in der Form und Bedeutung verändert, ist aber nach wie vor ein Symbol der Weihnachtszeit. Die Wurzeln gehen zurück auf die alte nordische Sitte, zu Weihnachten einen Ziegenbock zu schlachten und zu verspeisen. Der Name blieb und wurde für eine Figur aus Stroh benutzt, die auch heute noch als Weihnachtsschmuck in allen norwegischen Häusern zu finden ist…

Julebukk aus Stroh

Julebukk aus Stroh
Foto: bsbutikken.no

Der Julebukk war aber auch ein Mann aus der Gemeinde, der mit einem Pelz und einer Ziegenmaske ausgestattet, in der Weihnachtsnacht von Haus zu Haus zog. Als Dank dafür, dass er die bösen Wintergeister vom Haus fernhielt, erhielt er von den Bewohnern Essen und Trinken.
Später zogen sämtliche Erwachsene los, um etwas vom Weihnachtsessen ihrer Nachbarn zu ergattern. Sie verkleideten sich so gut wie möglich, um nicht erkannt zu werden, und sagten meistens nichts. Die Besuchten hatten ihren Spaß daran, zu erraten, wen sie vor sich hatten. Heutzutage ist es unwahrscheinlich, Erwachsene beim å gå julebukk anzutreffen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts sind es nur noch die Kinder, die dieser Tradition nachgehen.

Der Juleskåkk (Weihnachtsstreich) ist eine weitere Tradition, die zwar viele nicht mehr kennen, die aber in einigen Regionen Norwegens noch lebendig ist. Ziel ist es, anderen am Heiligabend einen Streich zu spielen. Weit verbreitet ist das Verstecken eines Wacholderzweiges im Bett des Opfers. Auch die Leute durch Geräusche und Lärm aus den Betten zu locken, ist üblich. Zu den aufwendigeren Scherzen gehören das Umstellen von Autos oder das Ummöblieren des Wohnzimmers.

 

Weitere Infos unter:
www.aktivioslo.no
nb-no.facebook.com

 

 

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Die norwegische Geschäftskultur

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Deutschland und Norwegen verbinden traditionell enge kulturelle, aber auch geschäftliche Beziehungen. Durch die Entdeckung der Öl- und Gasvorkommen wurde das Land innerhalb weniger Jahre zu einem der reichsten Staaten der Welt. Im Geschäftsleben gelten in Norwegen ähnliche Umgangsregeln wie in Deutschland, dennoch sind unbedingt einige Besonderheiten des Landes zu beachten.

Ein wichtiges Merkmal der norwegischen Kultur sind die „Janteloven“, dem „Gesetz von Jante“, einem ausgedachten Ort aus einem Roman des dänisch-norwegischen Autors Aksel Sandemose. Nach dem „Gesetz von Jante“ ist es verpönt, sich selbst zu erhöhen oder sich als besser und klüger darzustellen als andere. Gefordert wird vielmehr Bescheidenheit und Demut. Dieser Lebensstil ist in vielen Bereichen der norwegischen Gesellschaft zu spüren.

In Norwegen gelten nahezu die gleichen Höflichkeitsregeln wie in Deutschland. So gibt es aber dennoch kleine Unterschiede, die beachtet werden müssen. Beispielsweise werden Frauen nicht immer zuerst begrüßt. Was zunächst etwas, gerade für die Deutschen, ungewöhnlich erscheinen mag, spiegelt in Norwegen die Gleichberechtigung der Geschlechter wider.

Ähnlich wie in England bedanken sich die Norweger sehr gerne und häufig. Bei Geschäftsessen, Firmenbesuchen oder privaten Treffen sollte man sich oft für die Offenheit, Einladung oder die Gastfreundschaft bedanken, getreu dem Motto: lieber einmal zu viel als zu wenig.

Bei der Suche nach Geschäftspartnern können verschiedene Wege eingeschlagen werden. In Norwegen ist es relativ einfach den Kontakt zu Geschäftsführern herzustellen. Die Unternehmen sind häufig nicht allzu groß und die Hierarchien flach, dennoch ist diese Kontaktaufnahme nicht der beste Einstieg. Es ist sinnvoller sich die Person herauszusuchen und zu kontaktieren, die für das entsprechende Anliegen zuständig ist. Dabei ist es egal ob via E-Mail oder Telefon. Allerdings sollte man ein gutes Englisch sprechen können oder bestenfalls die norwegische Sprache beherrschen, letzteres ist aber absolut kein Muss. Die Norweger lernen von klein auf an die englische Sprache und sind darin richtige Profis.

Beim ersten Treffen mit Geschäftspartnern ist eine gewisse höfliche Zurückhaltung angebracht. Norwegische Geschäftsleute verhalten sich in Gesprächen jedoch zwanglos und offen. Es gibt auch keinen Dresscode, den es zwingend einzuhalten gilt. Mit einem gutem Hemd und einer nicht verwaschenen Jeans liegt man meistens gut, solange es sich nicht um eine offizielle Veranstaltung handelt. Dann ist je nach Veranstaltung auch ein Smoking oder entsprechender Anzug angebracht.

Norweger brauchen nicht unbedingt eine längere persönliche Beziehung, um mit jemandem ein Geschäft einzugehen, wichtig ist jedoch das Gefühl, einander vertrauen zu können.

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