An Bord der Hurtigruten

An Bord der Hurtigruten - Die MS Nordnorge verlässt Stokmarknes.

Die MS Nordnorge verlässt Stokmarknes.

Einmal an Bord der Hurtigruten die schönste Seereise der Welt erleben – davon träumen viele. Kleine Ortschaften mit bunten Holzhäusern, winkende Kinder, bizarre Gebirgslandschaften, tiefblaue Fjorde ziehen vorbei. Aber das ist nicht alles, was ihr bei der Reise mit einem Hurtigrutenschiff erleben könnt…

Die Hurtigruten hat sich inzwischen auf den Tourismus eingestellt, die neueren Schiffe sind dementsprechend auch eher Kreuzfahrt- als Transportschiffe. Alle Durchsagen an Bord erfolgen in drei Sprachen – norwegisch, englisch und deutsch.

An Bord der Hurtigruten - An Deck 5 der MS Nordnorge

An Deck 5 der MS Nordnorge

Die MS Lofoten, das älteste der noch im Betrieb befindlichen Hurtigrutenschiffe, hatte ihre Schiffstaufe im Jahre 1964. 340 Passagiere können hier an Bord gehen. Neben dem Salon gibt es ein Panoramadeck.
Die in den 1990er Jahren und früher gebauten Schiffe fassen bis zu 1.000 Passagiere. Sie haben große Panorama-Salons und -Lounges und mehrere Decks, auf denen man den Ausblick auf die Landschaft genießen kann. Fitnessraum, Sauna und ein Spielzimmer für die Kinder gehören genauso zur Ausstattung der Schiffe wie Konferenzräume, Internetzugänge und eine Bibliothek. Mehrere Bars und Cafés warten auf den Besuch der Passagiere. Es gibt also weitaus mehr Möglichkeiten, sich zu beschäftigen als an Bord der klassischen Schiffe.

An Bord der Hurtigruten - Informationsschalter an Bord der MS Nordnorge

Informationsschalter an Bord der MS Nordnorge

Schiffsunabhängig sind die Landausflüge und Exkursionen, an denen die Passagiere teilnehmen können. Empfehlenswert sind hier die Überlandfahrten, bei denen ein Teil der Strecke in einem Reisebus zurückgelegt wird. Das eröffnet einen vollkommen anderen Blick auf die Landschaft.
Je nach Saison gibt es Ausflüge zum Svartisen– Gletscher oder zum Wikingerfest, Mitternachtskonzerte in der Eismeerkathedrale in Tromsø, Flussfahrten zur russischen Grenze, Besuche des Nordkaps, Seeadler– oder Schneemobil-Safaris und vieles mehr.
In Ålesund, Trondheim, Svolvær, Tromsø, Hammerfest, Honnigsvåg und Kirkenes legen die Schiffe für längere Zeit an, so dass hier mindestens eine Besichtigung der Innenstadt möglich ist. In Stokmarknes, dem Geburtsort der Hurtigruten, kann das Hurtigruten-Museum besucht werden.

An Bord der Hurtigruten - Im Panorama-Salon der MS Nordnorge

Im Panorama-Salon der MS Nordnorge

Wer die richtige Jahreszeit für seine Reise gewählt hat, erlebt die Mitternachtssonne oder Polarlichter. Landschaftliche oder geographische Highlights wie die Einfahrt in den Geiranger– oder Trollfjord, die Passierung des Raftsundes, die Überquerung des Polarkreises und die Vorbeifahrt am Nordkap oder an den sieben Schwestern werden rechtzeitig angekündigt und können eigentlich nicht verpasst werden.

Die Küche an Bord ist ausgezeichnet. Einheimische Köstlichkeiten, darunter eine Vielfalt von Fischgerichten, werden aufgetischt. Zum Frühstück und zum Mittag gibt es ein großes, reichhaltiges Buffet. Am Abend wird ein mehrgängiges Menü am Tisch serviert.

 

Weitere Infos unter:
www.hurtigruten.no

 

 

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Guvåg – Blick in die Vergangenheit

Guvåg-HütteDie Kommune Bø auf den Vesterålen ist den Geologen ein Begriff, weil hier die ältesten freiliegenden Gesteinsformationen der Welt gefunden wurden. Eine gute Gelegenheit, einen tollen Hüttenurlaub mit geologischen Erkundungstouren zu verbinden, bietet die Guvåg-Hütte. Diese ist idyllisch am wunderschönen Eidsfjord gelegen, und die Vergangenheit beginnt direkt vor der Eingangstür…

Die Guvåg-Hütte findet ihr in der Kommune Bø an der Südküste der Vesterålen-Insel Langøya. Vor einigen Jahren hat die Kommune rund um die Hütte einen Erkundungspfad angelegt, den sogenannten Guvågstien. Karten und Info-Material hierzu liegen in der Hütte aus.

Die Landzunge, auf der die Guvåg-Hütte steht, heißt im ortsüblichen Dialekt Oksnesan. Spuren von menschlicher Besiedlung reichen bis in das Steinzeitalter zurück. Die letzten Bewohner verließen Oksnesan im Jahre 1926. Die Grundmauern des Wohnhauses, des Stalls und der Scheune sind noch vorhanden. Auch die Samen sind vom Fischreichtum des Eidsfjord angelockt worden und haben Überbleibsel hinterlassen. Mehrere Gräber und ein Opferplatz, die der samischen Kultur zugeschrieben werden, sind in unmittelbarer Nähe zur Hütte zu finden.

Guvåg-Gestein

Gestein mit schwarzen Linien

Nicht nur kulturhistorisch ist Guvåg ein interessanter Ort, hier stießen vor 400 Millionen Jahren zwei Kontinente aneinander: Grönland und Skandinavien.
Entlang des Eidsfjord, des Hadselsfjord und an den Nordküsten der Lofoten wurden Risse im Gestein gefunden, die vor ca. 50 Millionen Jahren entstanden sind, als Grönland und Skandinavien wieder auseinanderdrifteten.
Die Gesteinsformationen, die auf Oksnesan vorzufinden sind, haben zum Teil ein Alter von 2,5 – 2,7 Milliarden Jahre und gehören damit zu den ältesten auf den Vesterålen. Überall könnt ihr im Gestein dünne, teilweise mehrere cm breite Linien entdecken. Sie schlängeln sich durch das Gestein, verzweigen sich, verschwinden und tauchen an anderer Stelle wieder auf. Das Material in diesen Linien ist sehr hart und besteht aus geschmolzenem und wieder erstarrtem Basalt. Diese Linien sind typisch für Reibungszonen der Erdkruste und auch auffindbar in Erdbebengebieten. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Linien bei der Kollision von Grönland und Skandinavien entstanden sind.

Guvåg-EidsfjordEin Stückchen abseits der Hütte findet ihr den Svartberget (Der schwarze Berg). Seinen Namen verdankt er seiner Farbe, seine Farbe verdankt er dem Basalt, aus dem er besteht, und dem hohen Gehalt an Eisen und Eisenerz. Der Basalt ist vulkanischen Ursprungs und gleicht dem Material, das auch auf Island vorzufinden ist. Die Findlinge der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren, die auf ganz Oksnesan verstreut liegen, kommen dagegen natürlich etwas langweilig daher.

Guvåg-Weg-Zur-Hütte

Auf dem Weg zur Guvåg-Hütte

In der Guvåg-Hütte stehen 19 Betten zur Verfügung. Im Bootshaus, das zur Hütte gehört, findet ihr ein Ruderboot und mehrere Kanus, die von Hüttengästen kostenlos genutzt werden können. Es lohnt sich, eine Angel mitzunehmen. Der Fang kann dann gleich am Lagerfeuer zubereitet werden. Holzvorräte sind vorhanden.
Die Hütte ist das ganze Jahr über nutzbar. Sie ist ohne Bewirtschaftung und wurde vom DNT in die Kategorie standard eingestuft. Einen Schlüssel bekommt ihr an einer der Tankstellen in Sortland, Straume oder Stokmarknes. 100 NOK Pfand sind zu hinterlegen. Für die Übernachtung müsst ihr mit 150 – 300 NOK rechnen. Die aktuelle Preisliste findet ihr in der Hütte.
Vom Parkplatz wandert ihr etwa eine halbe Stunde bis zur Hütte. Der Weg ist nicht anspruchsvoll und kann auch mit kleinen Kindern und viel Gepäck gut bewältigt werden.

Anfahrt

mit dem Auto von Sortland auf dem RV 820 Richtung Froskeland fahren, durch Froskeland durch und weiter Richtung Straume auf dem RV 820 bleiben, hinter dem Kråghaugvatnet nach links auf den FV 914 abbiegen und bis Guvåg fahren

Weitere Infos unter:
ut.no/hytte/guvaaghytta

 

(Fotos: Bettina Häslich)

 

 

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