Gleichberechtigung in Norwegen

Während in Deutschland noch viel diskutiert wird über die Gleichstellung von Männern und Frauen, zum Beispiel in Führungspositionen, ist diese Gleichstellung in Norwegen größtenteils schon Realität – auch wenn da natürlich gesetzlich nachgeholfen wird.

Die Geschichte der Gleichstellung von Mann und Frau zeigt schon eine relativ frühe Sensibilität bei diesem Thema. 1895 wurde in Norwegen, wenn auch eingeschränkt, das Wahlrecht für Frauen eingefühlt. Nachdem 1911 die erste Frau als Abgeordnete ins Parlament gelangte, wurden dann ab 1913 alle Einschränkungen aufgehoben. Die norwegischen Frauen konnten nun bei jeder Wahl mit abstimmen. Nach und nach beteiligten sich immer mehr Frauen an den politischen Prozessen und 1945 schaffte es die erste Frau in die norwegische Regierung und 1981 wurde die Norwegerin Gro Harlem Brundtland die erste Ministerpräsidentin des Landes.
Dieser wichtige Schritt war auch deshalb möglich, weil es seit 1978 ein Ombud gibt, das sich mit der Gleichstellung der Geschlechter beschäftigt und dafür sorgt, dass das Gleichstellungsgesetz von 1979 eingehalten wird.
Heute sind etwa 40 % der Ministerposten von Frauen besetzt und auch im Parlament sind beide Geschlechter fast gleicher Maßen vertreten. Aber nicht nur in der Politik, sondern auch auf dem Arbeitsmarkt wurden Maßnahmen zur Gleichstellung ergriffen. So gibt es seit 2006 ein Gesetz, das in Aufsichtsräten staatlicher und privater Unternehmen eine Frauenquote verlangt. Demnach müssen 40 % der Plätze in Aufsichtsräten von Frauen besetzt sein. Damit ist Norwegen das erste Land, das eine solche Quote eingeführt hat. Dafür ist vor allem das Projekt „Female Future“ des norwegischen Unternehmerverbandes verantwortlich. Allerdings stößt dieses Gesetz auch auf Widerstand, auch wegen der harten Sanktionen, die Unternehmen drohen, die die Quote nicht einhalten.
So ganz einfach ist die Durchsetzung der Quote natürlich nicht, dazu bedarf es auch einiger Rahmenbedingungen, die in Norwegen gegeben sehr vorteilhaft sind. Zunächst einmal ist die Vorstellung darüber, dass an einem demokratischen Staat alle Menschen beteiligt sein müssen, in der norwegischen Gesellschaft tief verankert. Desweiteren besteht ein reeller Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz, was den beruflichen Alltag für Männer und Frauen natürlich erleichtert.
Natürlich gibt es noch immer Unterschiede zwischen Männern und Frauen, was zum Beispiel den Lohn betrifft, allerdings ist Norwegen als Vorreiter auf dem richtigen Weg. Und auch das Gesetz, das dieses Jahr verabschiedet wurde, nach dem auch für Frauen ab 2015 eine Wehrpflicht besteht, zeigt, wie Norwegen mit der Gleichberechtigung der Geschlechter umgeht – nämlich fair.

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Hurtigruten-Museum in Stokmarknes

Hurtigruten-Museum

Das Hurtigrutenhus in Stokmarknes

Ein Jahr, zwei Jubiläen – die Hurtigruten wird in diesem Jahr 120 Jahre alt, das Hurtigruten-Museum in Stokmarknes 20 Jahre. Grund genug für einen Abstecher zu dem Ort, wo alles begann.
Stokmarknes liegt im Herzen der Vesterålen und Lofoten auf der Insel Hadseløya und ist auch heute noch eine Station der Hurtigruten. Direkt neben dem Kai findet ihr das Hurtigruten-Museum im Hurtigrutenhus…

Das Hurtigrutenhus beherbergt neben dem Museum ein Hotel im Stil eines Passagierschiffes und fungiert als Tagungscenter und Kulturhaus, in dem Konzerte, Theatervorstellungen und andere Veranstaltungen stattfinden.
Das Museum gliedert sich in mehrere Ausstellungsräume, in denen die Geschichte der Hurtigruten und das Leben an Bord der Schiffe gezeigt werden. Eine Menge Exponate, Bilder und Texttafeln erwarten euch.
Hurtigruten-Museum-Ausstellung

In einem der Ausstellungsräume

Auf dem Rundgang lernt ihr die verschiedenen Epochen der Hurtigruten kennen und könnt unterschiedliche Funktionsräume wie den Maschinenraum, den Postraum, die Kommandobrücke und den Salon besichtigen. Das Be- und Entladen der Schiffe, die Navigation und die Sicherheit an Bord sind genauso Thema wie die Schiffsunglücke, die es in der langen Geschichte der Hurtigruten gab. Berufsgruppen, die heute nicht mehr gebraucht werden wie Lotsen und Funker, werden vorgestellt. Alle Schiffe, die für die Linie gefahren sind, wurden als Modell nachgebaut und ausgestellt, und natürlich wird auch an den Vater der Hurtigruten – Kapitän Richard With – erinnert.
Es gibt einen Videoraum, in dem Aufnahmen aus der 120jährigen Geschichte gezeigt werden.

Hurtigruten-Museum-Finnmarken

In der Steuerkabine der “Finnmarken”

Zum Museum gehört das ausgemusterten Schiff MS Finnmarken, das neben dem Hurtigrutenhus an Land steht. Der Zugang ist vom 2. Obergeschoss des Hurtigrutenhus möglich. Hier erlebt ihr Geschichte hautnah, könnt auf dem Stuhl des Steuermanns Platz nehmen und einen Blick in die alten Kabinen werfen.

Das Hurtigruten-Museum entstand dank der Arbeit vieler ehrenamtlicher Helfer und mit Hilfe von Spenden. Im Staatsbudget der letzten Regierung waren Gelder vorgesehen, die dem Museum zugutekommen sollten und unter anderem für einen Schutzbau für die Finnmarken gedacht waren. Das Schiff ist im Moment Wind und Wetter ausgesetzt und rostet vor sich hin. Leider hat die neue norwegische Regierung diesen Posten ersatzlos gestrichen.

Hurtigruten-Museum-Denkmal

Denkmal für Kapitän Richard With

Der Eintritt ist für Passagiere der Hurtigruten frei, es muss lediglich die Bordkarte vorgezeigt werden. Für alle anderen kostet ein Besuch des Museums 90 NOK (ermäßigt 75 NOK), Kinder bis 15 Jahre zahlen 35 NOK. Das Hurtigruten-Museum hat das ganze Jahr über geöffnet. Die Öffnungszeiten variieren ein wenig, sind aber auf die Anlegezeiten der Hurtigruten abgestimmt. Das heißt, wenn ihr Stokmarknes per Hurtigrutenschiff ansteuert, besteht die Möglichkeit auf einem Landgang das Museum aufzusuchen. Die Schiffe liegen hier auch 1 Stunde an, so dass ihr genügend Zeit habt. Für alle anderen gilt, zwischen 14 und 16 Uhr ist immer offen. Viel Spaß!

 

Weitere Infos:
hurtigrutemuseet.no
www.facebook.com/hurtigrutemuseet

 

 

 

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