Lofoten – die magischen Inseln

Lofoten - Strand von Haukland

Der Strand von Haukland (Vestvågøy) zählt zu einem der schönsten der Lofoten.
Foto: M. Jürgensen

Schroffe Felsen, weiße Sandstrände, romantische Fischerdörfer und das offene Meer – das ist die Inselwelt der Lofoten. Ob ihr zum Wandern, Angeln, Fahrradfahren oder einfach nur zum Ausruhen hierher kommt, ihr werdet nicht enttäuscht. Jahr für Jahr steigt die Anzahl der Touristen, die sich von den Inseln in Bann ziehen lassen und fasziniert sind. Von jeher locken die Lofoten wegen ihres magischen Lichts Künstler an. Auch ihr könnt das Schauspiel des Polarlichts oder die Mitternachtssonne erleben, wenn ihr zur richtigen Jahreszeit hier Urlaub macht…

Die zwischen dem 67. und 68. Breitengrad, also nördlich des Polarkreises, gelegenen Inseln werden als Lofoten bezeichnet und gehören zur Provinz Nordland. Sie bestehen aus den sieben Hauptinseln Austvågøy, Gimsøy, Vestvågøy, Flakstadøy, Moskenesøy, Værøy und Røst sowie unzähligen mittleren und kleinen Inseln. Der südliche Teil von Norwegens größter Insel Hinnøya gehört auch dazu. Austvågøy ist zwischen den Lofoten und den Vesterålen aufgeteilt. Die Gesamtfläche beträgt 1.227 km², ca. 25.000 Menschen wohnen hier.

Die ersten Menschen siedelten sich vor ca. 6.000 Jahren auf den Inseln an. Sie lebten vom Fischfang und der Jagd. Dank des warmen Golfstroms waren die klimatischen Bedingungen auch für die Landwirtschaft, mit der vor ca. 4.000 Jahren begonnen wurde, günstig. In der Wikingerzeit entstanden hier mehrere große Häuptlingssitze. Der Fischfang erlangte als wichtigste Lebensgrundlage schon früh an Bedeutung und trug dazu bei, dass die Lofoten bevölkert wurden. Der Stockfisch von hier wurde nach ganz Europa exportiert. Ab dem 14. Jahrhundert waren die Inseln Bergen unterstellt, und so übten für die nächsten 600 Jahre erst die Hanseleute, dann deren norwegische Nachfolger die wirtschaftliche Vorherrschaft aus. Um 1860 zogen große Heringsschwärme vor die Küste der Inselkette, die die Grundlage für einen nie dagewesenen Aufschwung und Bevölkerungszuwachs schufen. Noch heute ist die Lofotfischerei die wichtigste Einnahmequelle. Fischer aus dem ganzen Norden kommen zwischen Januar und April auf die Lofoten, um an ihm teilzuhaben. Zum zweitwichtigsten Wirtschaftszweig hat sich der Tourismus entwickelt.

Lofoten - Vestvågøy

Fischerdorf auf der Lofoten-Insel Vestvågøy
Foto: Bettina Häslich

Der warme Golfstrom beschert der Inselgruppe ein für diese Breiten verhältnismäßig mildes Klima. Die Winter sind mit einer durchschnittlichen Temperatur von -1° C nicht sehr kalt, im eher kühlen Sommer liegt die Durchschnittstemperatur bei 12° C.
Zwischen allen Inseln der Lofoten gibt es starke Gezeitenströmungen. Am bekanntesten ist der Moskstraumen zwischen Moskenesøy und Værøy.
Die Inselkette kann eine abwechslungsreiche Vogelwelt vorweisen. Neben den Seevögeln, die hier zu Tausenden nisten, trifft man auch diverse Wald-, Moor- und Heidearten an. Neben dem Dorsch fängt man hier Schellfisch, Seelachs, Rotbarsch, Seewolf, Hering, Lumb, Leng, Scholle, Heilbutt und Tintenfisch. Seehunde und Schwertwale können regelmäßig im Meer beobachtet werden. Auch die Pflanzenwelt ist nicht so karg wie man im ersten Moment vermuten könnte. Der natürliche Wald fiel zum großen Teil den Holzfällern zum Opfer. Es gibt nur noch kleinwüchsigen Birken, Ebereschen und Salweiden. Die heutigen Nadelbäume sind angepflanzt.

 

Weitere Infos:
www.lofoten.info
www.lofoten-info.no

 

 

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Flakstad kirke

Flakstad kirke

Foto: M. Jürgensen

Die Kirche von Flakstad (Flakstad kirke) ist die zweitälteste auf den Lofoten. Sie zieht Jahr für Jahr Hunderte von Touristen an und ist ein beliebtes Fotomotiv. Ihr findet sie an einem Seitenweg des Kong Olavs vei (E10) etwa 4 km östlich von Ramberg auf der Nordseite der Lofoten-Insel Flakstadøy.
Nicht nur der gut erhaltene Kirchenbau ist sehenswert, auch im Inneren findet ihr viel Interessantes. Die Kommune Flakstad ist nicht umsonst stolz auf ihre Kirche…

Die Flakstad kirke ist die zweite Kirche an diesem Platz. Die erste wurde im Jahre 1430 aus Treibholz erbaut und war sehr klein. Da sie von den immer wiederkehrenden Stürmen arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, entschied man sich, eine neue zu bauen. Um weiterhin Gottesdienste abhalten zu können, wurde die neue Kirche um die alte herum gebaut. Als diese dann 1780 fertig gestellt war, riss man die alte ab und entsorgte den Schutt durch die Tür der neuen. Einige Gegenstände aus der alten Kirche sind immer noch erhalten.
Es handelt sich um eine Kreuzkirche, die 300 Personen Platz bietet. Da die Kirche selbst ein Kreuz darstellt, findet man keine Kreuze in ihr. Das Holz für den Bau der neuen Kirche kam aus Russland und wurde gegen Stockfisch eingetauscht. Deshalb erinnert der Turm an einen russisch-orthodoxen Zwiebelturm. Nach einem großen Sturm 1938 wurde das Gebäude zuletzt renoviert.

Im Eingangsbereich hängt eine Tafel mit den Namen aller Fischer der Gemeinde, die zwischen 1850 und 1950 auf dem Meer zu Tode kamen. Links neben dem Altar ist das Fensterglas der alten Kirche mit dem Schriftzug Kirken i Vargot 1430 (Kirche von Vargot 1430) bewahrt. Die Brautstühle sind von 1948 und wurden der Kirche von einer ortsansässigen Künstlerin geschenkt. An der Decke hängen zwei Kronleuchter. Einer ist russischen Ursprungs und mit dem Doppeladler, dem Symbol des Zaren, geschmückt. Er stammt aus dem Jahre 1550. Der andere ist aus lokaler Produktion und etwa 350 Jahre alt. Auch ein Fischerboot hängt an der Decke. Zum einen ist es durchaus üblich, dass in norwegischen Kirchen Boote aufgehängt wurden, zum anderen ist es die Bitte an Gott, die Fischer auf ihren Fahrten zu schützen.
Kanzlei und Altar wurden vom Nürnbergischen Kirchenmaler Gottfried Ezechiel 1765 bemalt. Die Kanzlei zeigt die vier Evangelisten. Auf dem Altar sind Moses und sein Bruder Aaron zu sehen. Der obere Teil der Altartafel ist abnehmbar. Auf ihm ist Maria Magdalena dargestellt. Da Frauen früher in der Kirche nicht erwünscht waren, konnte der Teil zum Gottesdienst heruntergenommen werden. Die vom Judentum inspirierten Kerzenleuchter wurden der Flakstad kirke von einem russischen Pfarrer geschenkt als Dank für die Bemühungen, Bibeln in die Sowjetunion zu schmuggeln.

1980 wurde die alte Orgel durch eine moderne ersetzt. Regelmäßig finden Orgelkonzerte in der Kirche statt, deren Besuch sehr zu empfehlen ist. Jeden Sonntag wird ein Gottesdienst abgehalten. Derzeit bekleidet übrigens eine Frau das Pfarramt.

 

Weitere Infos unter:
www.fmkirken.no
www.flakstad.kommune.no

 

 

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