Skudeneshavn / Skudeneshamn

An der äußersten Südspitze der Insel Karmøy (Rogaland Fylke) liegt die alte Hafenstadt Skudeneshavn (auch Skudeneshamn genannt).  Es ist selbst für norwegische Verhältnisse eine kleine Stadt, aber sehr sehenswert wegen der Vielzahl der dort erhalten gebliebenen Holzhäuser und sie ist daher eine der am besten erhalten Altstädte Europas.

Wir erreichen Skudeneshavn am besten auf zwei Wegen: Entweder über Haugesund und die 180 Meter hohe und  ca. 690 Meter lange (und inzwischen mautfreie) Bogenbrücke über den Karmøysund, die seit 1955 in Betrieb ist. Oder über eine Fährverbindung der Nordled – Fähren von Mekjarvik über Kvitsøy, dann ist man direkt im Hafen der Stadt angekommen.

Die unter Denkmalsschutz stehende Altstadt des Ortes besteht aus ca. 130 Wohnhäusern und Speichergebäuden, fast alle aus dem frühen 18. Jahrhundert. Bei einem gemütlichen Bummel durch die Gassen der Stadt fühlt man sich fast in ein anderes Jahrhundert versetzt. Ganz ohne Superlative geht es auch hier nicht: In der Søragadå lädt „Verdens minste kafe“ (das kleinste Kaffee der Welt) mit ca. 10 Sitzplätzen zum Verweilen ein.

Wirklich das kleinste Café der Welt?

Wirklich das kleinste Café der Welt?

Richtig Rummel in der Stadt ist beim „Skudefestivalen“, bei dem jedes Jahr neben 30 -40.000 Besuchern in der Stadt über 600 Boote den Hafen bis auf den letzten Platz ausfüllen. Präsentiert werden neben Booten aller Art die norwegische Küstenkultur,  Handwerker zeigen alte Techniken z. B. im Bootsbau und in den Gassen der Stadt sind zahlreiche Marktstände aufgestellt.

Altstadt und Hafen dicht beieinander - wie fast überall in Norwegen

Altstadt und Hafen dicht beieinander – wie fast überall in Norwegen

Wer es ruhiger mag kommt besser außerhalb der Festivalzeit nach Skudeneshavn oder entflieht dem Trubel und macht einen Besuch am Leuchtturm „Geitung Fyr“ (1924), geht vielleicht zum Angeln oder zum Sonnenbaden an einen der schönen Sandstrände, zum Beispiel am Sandvesand oder Mjølhussand.  Möglichkeiten bietet die „Sommerstadt“  (Norges Sommerby, diesen Titel errang Skudeneshavn im Jahr 2004) reichlich, man muss sich nur etwas Zeit und Muße mitbringen sie zu entdecken.

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Svartisen - zweitgrößter Gletscher Norwegens

Svartisen, hier der Seitenarm Engabreen

Svartisen, hier der Seitenarm Engabreen

Svartisen – schwarzes Eis – der zweitgrößte Gletscher des norwegischen Festlands ist in der Provinz Nordland zu finden und bedeckt derzeit eine Fläche von ca. 370 km². Wie sein Name schon sagt, ist das Eis des Svartisen stellen- weise dunkel, was am Alter liegt. Je älter das Eis ist, umso dunkler wird es.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist eine Gletscherwanderung. Bei mehreren Anbietern könnt ihr geführte Touren von verschiedenen Ausgangspunkten aus buchen. Ausgestattet mit Seil, Eispickel und Steigeisen werden die Eismassen in Angriff genommen…

Der Svartisen breitet sich zwischen dem Glomfjorden, Holandsfjorden und dem Melfjorden im Westen und dem Blakkådalen und Beiardalen im Osten in den Kommunen Meløy, Rødøy, Beiarn und Rana aus. Der nördliche Polarkreis verläuft im südlichen Teil des Gletschers. Der Svartisen ist Teil des Saltfjellet-Svartisen-Nationalparks, dem zweitgrößten Nationalpark Norwegens.
Das Vesterdalen, welches vom Nordosten nach Südwesten durch den Gletscher verläuft, teilt diesen in zwei Gebiete – Østisen (148 km²) und Vestisen (221 km²). Die höchsten Erhebungen sind Snøtinden (1.594 m), Sniptinden (1.586 m) und Istinden (1.572 m).

Svartisen: Karte

Quelle: Forskning.no

Vom Vestisen gehen eine Reihe von Gletscherzungen ab. Die bekannteste ist der Engabreen, der sich in nordwestliche Richtung dem Holandsfjorden entgegenstreckt. Weiterhin zieht sich der Flatisen im Osten bis zum Bjørnefossvatnet, ein 2,5 km² großer Gletschersee. Von diesem geht der Fluss Glomåga ab und fließt zum Langvatnet und letztendlich in den Ranelva, dem zweitlängsten Fluss Nordlands. Der bedeutendste Gletscherarm des Østisen ist der Austerdalsisen mit Abfluss zum Austerdalsvatnet und Svartisvatnet.

Klimaänderungen führten zwischen 1930 und 1960 zu einem großen Rückgang der Gletscherausläufer. So zog sich der Engabreen um 2 km zurück, seine Eisdicke sank auf 200 m. Danach erholte sich der Svartisen, breitete sich wieder aus, erreichte aber nie seine ursprüngliche Größe. Seit der Jahrtausendwende nimmt das Volumen des Gletschers erneut stark ab, und die Gletscherzungen schmolzen um mehr als 100 m.
Der Austerdalsisen speiste früher einen Gletscherstausee, welcher der größte Norwegens war. Während der Schmelzzeiten trat der See regelmäßig über seine Ufer und verursachte Überschwemmungen mit großen Schäden im benachbarten Røvassdalen. Inzwischen haben sich die Gletscherzungen soweit zurückgezogen, dass sie den See nicht mehr erreichen.

Unter dem Engabreen wurde zu Forschungszwecken ein Labor eingerichtet, das durch einen Tunnel zu erreichen ist. Hier untersuchen Wissenschaftler unter 200 m dickem Eis das Verhalten und die Anatomie des Gletschers.

 

Weitere Infos:
svartisen.com
turliv.no/svartisen
www.nordlandturselskap.no

 

 

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